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Wolfsberg. Die Bezirkshauptstadt darf sich über eine besondere kulturelle Bereicherung freuen: Die Friesacherin Theresia Kornberger hat der Stadt eine Auswahl ihrer kunstvollen Klosterarbeiten überlassen. Die wertvollen Unikate sind jetzt im Foyer des Hauses der Region ausgestellt und für die Öffentlichkeit zugänglich.
Theresia Kornberger führte viele Jahre ein Antiquitätengeschäft in Velden. Dabei kam sie erstmals mit der sogenannten Klosterarbeit in Berührung, einer traditionsreichen Kunstform, deren Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Ihre Blütezeit erlebte diese Form der Volkskunst im 17. und 18. Jahrhundert. Obwohl viele Arbeiten eine außergewöhnlich hohe künstlerische Qualität aufweisen, werden sie der Volkskunst zugerechnet, da sie meist nicht von professionellen Künstlern, sondern vor allem von Nonnen in Frauenklöstern sowie von Laien geschaffen wurden.
Klosterarbeiten umfassen kunstvoll verzierte Reliquien, geweihte Heiligenbilder, Wachsmedaillons (Agnus Dei), Primizkrönchen, Klostertafeln, gewickelte Jesuskinder, sogenannte »Fa-
tschnkindl«, und vieles mehr. Die verwendeten Techniken erinnern oft an feinste Goldschmiedearbeiten. Reliquien und religiöse Kunstgegenstände hatten für die Menschen früherer Zeiten eine besondere Bedeutung. Sie galten als Zeichen von Schutz, Segen und spiritueller Kraft. Selbst Kreuzritter nahmen auf ihren Reisen häufig derartige Objekte als Schutzzeichen mit.
In Kärnten finden sich bis heute in zahlreichen Kirchen Reliquien und sakrale Gegenstände, die mit kunstvoller Klosterarbeit verziert sind. Fasziniert von dieser Kunst, wollte Theresia Kornberger selbst erlernen, wie diese Werke entstehen. Sie absolvierte mehrere Kurse und eignete sich die anspruchsvollen Techniken an.
Ein Teil ihrer wertvollen Arbeiten wurde nun aufgrund ihrer langjährigen Freundschaft mit Sieglinde Talker, Obfrau der Gemischten Trachtengruppe Wolfsberg, der Stadt Wolfsberg übergeben. Unterstützt wurde sie dabei von der Wolfsberger Gemeinderätin Johanna Cesar, die sich mit den Beteiligten auf die Suche nach einem würdigen Ausstellungsort machte. Im Foyer des Hauses der Region am Getreidemarkt wurde er nun gefunden. Die Besucher können die einzigartigen Exponate von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 13 Uhr besichtigen.
Mit dieser Schenkung bleiben wertvolle Zeugnisse einer jahrhundertealten Handwerks- und Glaubenstradition erhalten und werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die kunstvollen Arbeiten von Theresia Kornberger sind nicht nur Ausdruck beeindruckender handwerklicher Fertigkeiten, sondern auch ein Stück gelebter Kulturgeschichte.

Von Unbekannt
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