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Wolfsberg. Der »Wispelhof« in der Wolfsberger Schießstattgasse ist ein Haus voller Geschichte – und eines, das nach langer Stille nun wieder eine Zukunft sucht. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts ist die Gastwirtschaft urkundlich belegt, seit 1925 befindet sie sich im Besitz der Familie Petutschnig. Damals übernahmen Martin und Elise Petutschnig das traditionsreiche Gebäude, bauten es um und führten den Betrieb weiter. Über Generationen hinweg blieb der Wispelhof ein fester Bestandteil der Wolfsberger Wirtshauskultur: Nach dem Zweiten Weltkrieg pachtete Eli Kurnig das Lokal für rund zwei Jahrzehnte, später führten Klaus und Eva Petutschnig den Betrieb bis Ende 2020 erfolgreich weiter, bis Klaus den verdienten Ruhestand antrat.
Dann kam die Corona-Pandemie – und mit ihr ein Stillstand, der länger dauerte als geplant. Eigentümer Ernst Petutschnig wollte den Wispelhof eigentlich rasch sanieren und neu verpachten, doch die Pandemie verzögerte die Arbeiten erheblich. Erst Ende Dezember des Vorjahrs waren die Renovierungen abgeschlossen. Seither steht das frisch hergerichtete Lokal bereit – doch ein neuer Pächter lässt nach wie vor auf sich warten.
Die Suche gestaltet sich schwieriger als erwartet. Dabei präsentiert sich der Wispelhof heute in bestem Zustand: Rund 100 Quadratmeter Nutzfläche, ein gemütlicher Gastgarten mit 42 Quadratmetern, eine überdachte Terrasse mit weiteren 25 Quadratmetern sowie neun Gästeparkplätze bieten ideale Voraussetzungen für einen lebendigen Gastronomiebetrieb. Innen stehen etwa 30 Sitzplätze zur Verfügung, draußen noch einmal so viele. Das Lokal umfasst ein Gastzimmer mit Theke, einen zusätzlichen Gastraum, Küche, Lagerraum bzw. Garderobe, Vorraum und WC-Anlage. Zwei Kühlpulte sind vorhanden, Tische und Stühle ebenfalls – lediglich die Küchengeräte müssten neue Pächter selbst mitbringen.
Die monatliche Nettomiete beträgt 800 Euro, inklusive Betriebskosten-, Heizkosten-Akonto und Umsatzsteuer sind 1.206 Euro zu bezahlen. Beheizt wird das Lokal übrigens umweltfreundlich über Fernwärme.
Petutschnig betont jedoch, dass er bei Investitionen in den Betrieb bereit sei, bei der Miete entgegenzukommen. »Ich würde mich freuen, wenn vielleicht ein junges Ehepaar die Gastwirtschaft übernimmt«, sagt er und zeigt sich offen für neue Ideen. Der Betrieb soll künftig als Café/Espresso geführt werden. »Interessant wäre auch ein kleiner angeschlossener Backwarenshop, der sogar einen Verkaufsstand im Außenbereich errichten könnte. Auch eine Nutzung, etwa durch einen Ausschank oder ein Zelt auf den Freiflächen bei Veranstaltungen im gegenüberliegenden Alois-Huth-Park wäre möglich.
Mit dem »Wispelhof« wartet im Herzen von Wolfsberg ein traditionsreiches Haus darauf, wieder mit Leben gefüllt zu werden. Interessenten können sich unter der Telefonnummer 04352/52 6 53 melden.

Von Michael Swersina
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