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Wolfsberg. Während Österreich und auch Kärnten zu Jahresbeginn 2026 mit steigenden Arbeitslosenzahlen kämpfen, präsentiert sich das Lavanttal als erfreuliche Ausnahme. AMS‑Regionalstellenleiter Klaus Leopold bringt es auf den Punkt: »Die Entwicklung im Jänner 2026 im Bezirk ist gegen den Österreichtrend.« Während bundesweit ein Plus von 2,2 Prozent und in Kärnten ein Anstieg von 0,2 Prozent verzeichnet wurden, zeigt die Kurve im Lavanttal klar nach unten – um beachtliche 5,5 Prozent weniger im Vergleich zum Jänner 2025.
In absoluten Zahlen bedeutet das: 1.566 Menschen waren im heurigen Jänner im Lavanttal ohne Job, darunter 492 Frauen und 1.074 Männer. Ein Wert, der sich auch im Jahresrückblick bestätigt. 2025 lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Tal bei 5,1 Prozent – deutlich unter dem österreichweiten Schnitt von 8,8 Prozent.
Die Gründe für diese positive Entwicklung sieht Leopold vor allem in der Struktur der regionalen Wirtschaft. Das Lavanttal sei breit aufgestellt und weniger anfällig für Branchenkrisen. »Wir haben keinen Autocluster wie Graz und sind daher von den aktuellen Schwierigkeiten der Autobranche nicht betroffen«, erklärt er. Sein Stellvertreter Hans-Jürgen Pum ergänzt: »Rund 70 Prozent unserer Betriebe sind im Holz-, Bau- und Metallbereich tätig. Dazu kommen Unternehmen wie Steiner Bau oder Kostmann, die österreichweit agieren und damit zusätzliche Stabilität bringen.«
Besonders erfreulich bei der Statistik für Jänner 2026 ist der Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen: minus 13,7 Prozent. Auffällig ist dabei der starke Rückgang bei Frauen (–36,4 Prozent), während die Zahl bei Männern leicht sank (–2,9 Prozent).
Kaum Jobs für Akademiker
Trotz der positiven Lage gibt es Bereiche, die Sorgen bereiten. Vor allem Akademiker tun sich schwer: 61 Personen mit Hochschulabschluss waren im Jänner arbeitslos – ein Anstieg von 35,6 Prozent. »Das liegt daran, dass es im Bezirk nach wie vor zu wenig hoch qualifizierte Jobs gibt«, sagt Pum. Die Koralmbahn könnte hier künftig neue Perspektiven eröffnen.
Bei der Jugendarbeitslosigkeit zeigt sich ein leichter Rückgang von 2,7 Prozent. Damit sinkt auch die Zahl der Lehrstellensuchenden. »Wir haben mittlerweile mehr freie Lehrstellen als Jugendliche, die eine suchen«, betont Pum. Unterstützung erhalten junge Menschen im Tal durch Einrichtungen wie die Technische Akademie St. Andrä, das bfi oder Jugend am Werk, autark und Einrichtungen von pro mente.
Bei den über 50‑Jährigen setzt sich der positive Trend ebenfalls fort: 600 Personen sind derzeit beim AMS gemeldet – ein Minus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Blick in die Zukunft
Mit 691 sofort verfügbaren offenen Stellen ist der Bezirk gut aufgestellt. Frühwarnmeldungen – ein Indikator für drohende Insolvenzen – gibt es aktuell keine. »Wenn die Wirtschaft auch weiterhin so stabil bleibt, sind wir auf einem sehr guten Niveau«, so Leopold.
Große Chancen sehen Leopold und Pum in der Koralmbahn. Sie soll nicht nur Pendlerströme verändern, sondern auch neue Arbeitsmärkte öffnen. »Wir arbeiten bereits eng mit den Bezirken entlang der Strecke zusammen, besonders im Bereich der Aus- und Weiterbildung«, erklärt Leopold. Für hoch qualifizierte Jobs könnte die Bahn ein entscheidender Impuls sein.
Doch Infrastruktur allein reicht nicht. »Um Arbeitskräfte ins Tal zu holen, brauchen wir attraktive Rahmenbedingungen – Kinderbetreuung, Schulen, Wohnraum, Freizeitangebote«, betont Pum. Nur wenn der Lebensraum stimmt, würden Menschen langfristig ins Lavanttal ziehen.

Von Michael Swersina
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