Pflegekoordinatorin Christina Unterberger fand über die Gastronomie zu ihrer aktuellen TätigkeitAusgabe 37 | Mittwoch, 15. September 2021

Erlebnisse in der Gastronomie haben die St. Andräerin dazu bewogen, ihr Studium abzubrechen und einen neuen Weg einzuschlagen. Als Pflegekoordinatorin ist Christina Unterberger die Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Pflege und Betreuung.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Christina Unterberger ist seit Dezember des Vorjahrs als Pflegekoordinatorin in den Gemeinden St. Andrä und St. Paul tätig. Zusätzlich arbeitet sie im Haus Elisabeth in der Demenzstation. Zum Ausgleich verbringt sie ihre Freizeit mit ihren Kindern und ist gerne in der Natur unterwegs (Bild unten). Fotos: KK

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St. Andrä. Im Dezember des Vorjahrs hat die St. Andräerin Christina Unterberger die Stelle als Pflegekoordinatorin für die Gemeinden St. Andrä und St. Paul übernommen und ist aktuell die einzige im Lavanttal mit dieser Funktion. »Ich bin zu 50 Prozent im Haus Elisabeth angestellt und zu 50 Prozent als Pflegekoordinatorin für die beiden Gemeinden tätig«, erklärt Unterberger. Damit ist sie Ansprechperson für alle Fragen im Pflegebereich. In ihren Aufgabenbereich fallen unter anderem: Entlastungsmöglichkeiten der informell pflegenden Angehörigen, pflegetherapeutische Gespräche sowie Trauer- und Hospizbegleitung, Beratung, Information und Terminorganisierung der mobilen Dienste, Information und Hilfe bei der Antragstellung für betreubares Wohnen, Fahrdienste uvm. Zudem agiert sie als Schnittstelle für alle Bereiche und ist im ständigen Kontakt mit dem Land bezüglich Fördermöglichkeiten.

»Die Termine finden entweder bei mir im Büro oder bei den Angehörigen und Betroffenen daheim statt. Das hat den Vorteil, dass ich die Situation daheim sehen kann. Meist gibt es nach dem Erstgespräch noch einen zweiten Termin, bei dem offene Fragen, die in der Zwischenzeit aufgetaucht sind, beantwortet werden«, erklärt die Pflegekoordinatorin.

Von der Gastronomie in die Pflege
Unterberger maturierte am Borg Wolfsberg und begann anschließend mit einem Jura-Studium. »Ich habe neben dem Studium in einer Gastwirtschaft gearbeitet. Dort haben mir die Leute von ihren Problemen erzählt und mich nach Ratschlägen gefragt. Anschließend haben sie mir Rückmeldung gegeben. Ich habe gemerkt, dass ich ein gutes Gespür dafür habe«, so die 37-Jährige.

Sie brach ihr Studium ab und startete in Tulln die dreijährige Ausbildung für psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege. Nach der Ausbildung kehrte sie nach Kärnten zurück und war in Klagenfurt als Kinder- und Jugendkrankenschwester tätig. Im Anschluss folgte erst eine Anstellung als Hauskrankenpflege beim Hilfswerk und dann im Zentrum für Psychosoziale Rehabilitation in Reichenfels. 2017 begann sie in der Demenzstation im Haus Elisabeth zu arbeiten. 2019 übernahm sie die Leitung des Stammtischs für pflegende Angehörige und seit Dezember 2020 ist sie zusätzlich als Pflegekoordinatorin tätig.

Unterberger: »Die Nachfrage ist sehr groß, der Bedarf auf alle Fälle gegeben. Ich bin dienstags, mittwochs und donnerstags als Pflegekoordinatorin erreichbar. Der Dienstag ist für St. Paul reserviert, die anderen beiden Tage für St. Andrä. Meine Tätigkeiten sind gut mit dem Land, den Bürgermeistern und den Gemeinden abgestimmt, ich habe eine freie Zeiteinteilung für meine Termine.« Für Terminvereinbarungen ist Unterberger telefonisch unter 0664/606896455 erreichbar.

In ihrer Freizeit ist die zweifache Mutter gerne in der Natur unterwegs. »Aktuell habe ich wenig Freizeit, aber die verbringe ich hauptsächlich mit meinen Kindern und in der Natur, weil ich gerne wandern gehe«, so die St. Andräerin. Wie bereits erwähnt, leitet sie auch den Pflegestammtisch. Der erste Termin nach coronabedingter Pause findet am Samstag, 24. September, um 16 Uhr zum Thema »Rechte meiner Betreuung und Pflege«, im Rathaus St. Andrä statt.

Immer auf der Suche ist die Pflegekoordinatorin nach ehrenamtlichen Mitarbeitern. »Aktuell haben wir sieben Ehrenamtliche, die uns in St. Andrä und St. Paul unterstützen«, so Unterberger. Interessierte können sich bei ihr melden.

Ein allgemein stark diskutiertes Thema ist die Zukunft der Pflege und die Probleme, die schon existieren oder noch auftauchen. »Es spaltet sich in viele Bereiche. Es mangelt an Fachkräften, aber gleichzeitig wird dem Pflegepersonal wenig geboten. Das betrifft das Gehalt, die Freizeit und die Familienfreundlichkeit. Es soll immer mehr Verantwortung übernommen werden und dabei wird immer mehr akademisiert. Es gibt einen Spagat zwischen der Pflege und den Angehörigen. Es wird eine 24-Stunden-Betreuung gewünscht, aber es gibt Zeit- und Personalmangel. Es wird viel auf uns zukommen. Unsere Aufgabe ist es, vorbeugend Beratungen anzubieten und die Leute aufzuklären«, so die Pflegekoordinatorin abschließend.

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