Corona-Cluster im »Embassy«: Betreiber Wutscher erklärt, was passiert ist und woher das Virus kamAusgabe 22 | Mittwoch, 2. Juni 2021

Laut Manuel Wutscher waren zwei Mitarbeiterinnen bei einer privaten Veranstaltung – und haben sich dort wohl angesteckt. Fünf Personen waren in der Folge betroffen, weitere Fälle gab es nicht. Trotzdem sind rund 300 Gäste zur Selbstbeobachtung aufgerufen.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Manuel Wutschers Telefon stand zuletzt nicht mehr still. Der »Embassy«-Wirt musste etlichen Anrufern erklären, was geschehen ist. Und er ging auch in die Offensive: Auf der Facebook-Site des »Embassy« veröffentlichte er ein Video mit einer Erklärung. Foto: KK

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Wolfsberg. »Ich kann meinen Leuten nicht verbieten, dass sie an privaten Treffen teilnehmen.« Das sagt Manuel Wutscher, Betreiber der Wolfsberger Bar »Embassy«, mit der sich zuletzt das Land Kärnten intensiv befasste. Am Montag, 31. Mai, machte der Landespressedienst publik, dass sich im »Embassy« ein kleiner Corona-Cluster aufgetan habe. Die Gesundheitsbehörde der Bezirkshauptmannschaft Wolfsberg rief rund 300 Gäste des Lokales dazu auf, sich selbst zu beobachten. Anlass: Zwei Mitarbeiterinnen und drei Besucher seien positiv auf das Virus getestet worden.

»Mittlerweile ist kein weiterer Coronafall aufgetreten«
Manuel Wutscher, Betreiber »Embassy«

Im Gespräch mit den Unterkärntner Nachrichten erklärt Wutscher den Hergang so: »Zwei meiner Kellnerinnen waren bei einer privaten Veranstaltung. Mehrere Personen, die sich dort aufhielten, wurden danach positiv getestet – und sie alle waren auch Gäste im ›Embassy‹.«  

Mittlerweile gebe es fünf Leute, bei denen das Covid-19-Virus nachgewiesen worden sei. »Vier davon waren bei dieser privaten Veranstaltung, bei einer Person weiß man nicht, wo sie sich infiziert hat«, sagt Wutscher. Er betont: »Die Ansteckungen sind wohl nicht in meinem Lokal erfolgt. Trotzdem ist klar, dass jetzt meine Gästeliste überprüft wird. Wir haben auch sofort gehandelt.« Die beiden Mitarbeiterinnen seien in Quarantäne. Der »Embassy«-Chef: »Ich kann meinen Leuten selbstverständlich nicht verbieten, dass sie an privaten Treffen teilnehmen.«

Komplizierter Hergang

Die Feststellung der Infektion bei einer der beiden Kellnerinnen war laut Wutscher nicht ganz einfach: »Sie hatte am Freitag (Anm.: 28. Mai) einen positiven PCR-Test. Die Tage davor, also Montag, Dienstag und Mittwoch, waren die Tests negativ. Am Donnerstag bekam sie Krankheitssymptome, der darauf gemachte Selbsttest war leicht positiv. Danach ging sie zu einer Apotheke, der dort durchgeführte Test war wieder negativ. Trotzdem sagten wir, sie bleibt daheim, obwohl sie noch hätte arbeiten dürfen. Am Tag darauf, am Freitag, war der PCR-Test positiv.«

Das »Embassy« ist weiterhin geöffnet, die internen Sicherheitsmaßnahmen wurden noch einmal erhöht. »Meine Mitarbeiter gehen jetzt drei Mal pro Woche in die Teststraßen. Dazu testet sich jeder vor Arbeitsbeginn nochmals selbst, alle tragen weiterhin FFP2-Masken«, so Wutscher, der laut eigener Aussage bereits geimpft ist, sich aber ebenfalls regelmäßig testen lässt. 

»Das Embassy ist geöffnet. Ich hoffe, meine Gäste bleiben mir treu und das Ganze ist bald vorbei«
Derselbe über sein Lokal und die Zukunft 

Und: »Alle Mitarbeiter wurden getestet und sind negativ. Mittlerweile sind auch keine weiteren Fälle aufgetreten. Wir haben das Bestmögliche getan, um so etwas zu vermeiden. Trotzdem ist es leider eingetreten. Ich hoffe, meine Gäste bleiben mir jetzt treu und das Ganze ist bald vorbei.«

Die »gefährlichen« Tage

Die Bezirkshauptmannschaft ruft alle Besucher des »Embassy« auf, die das Lokal am 22. und 23. sowie am 25. und 26. Mai besucht haben, bei Symptomen 1450 anzurufen und sich selbst zu testen. Auch sie bescheinigt der Bar, die Regeln einzuhalten. In der Aussendung des Landespressediensts heißt es, der Fall werde zum Anlass genommen, »um noch einmal darauf hinzuweisen, dass Corona nach wie vor nicht verschwunden ist, dass die Öffnungsschritte keinerlei Nachlässigkeit zulassen«.

Links: Die erste Stellungnahme von Manuel Wutscher, auf Facebook veröffentlicht am 31. Mai. Rechts: Das aktuellste Video zur Situation, veröffentlicht am 2. Juni.

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