Klippitztörl: Anrainer befürchten, dass Schutzwald wegen Bauprojekten gerodet werden könnteAusgabe 46 | Mittwoch, 11. November 2020

Der Bau von fünf Häusern am Klippitztörl verärgert die Almbewohner. Um das Projekt umzusetzen, müsste ein Schutzwald gerodet werden. Anrainer Peter Schatz kämpft seit einem Jahr darum, die Rodung des Waldes zu verhindern. Erfolgsaussichten sind gering.

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Klippitztörl. Am Klippitztörl sorgt der geplante Bau von fünf Wohnhäusern für Ärger bei Anrainern. Unterhalb der Landesstraße auf Höhe des Parkplatzes Schwarzkogelhütte möchte ein Salzburger Unternehmen eine rund 1.900 Quadratmeter große Waldfläche roden, um Bauland zu schaffen. Nun befürchten Anrainer, dass es bei starken Regenfällen durch die Rodung des Schutzwaldes zu Überschwemmungen oder gar Hangrutschungen kommen könnte. Besonders betroffen davon wäre Peter Schatz, dessen Grundstück sich direkt unterhalb des Schutzwaldes befindet.  

»Seit einem Jahr kämpfe ich darum, dass der Rodung nicht stattgegeben wird und der so wichtige Schutzwald erhalten bleibt. Es gibt verschiedene Stellungnahmen, einmal heißt es, aus forstfachlicher Sicht wäre die Rodung zu versagen, ein anderes Mal liegen Versagungsgründe nicht vor. Ich kenne mich einfach nicht mehr aus«, erzählt Schatz.

»Es gibt unterschiedliche Stellungnahmen: Einmal darf gerodet werden, dann wieder nicht«
Peter Schatz, Anrainer

Bezirkshauptmann Georg Fejan klärt auf Nachfrage der Unterkärntner Nachrichten auf: »Es ist richtig, dass es sich bei diesem Wald um Schutzwald handelt. Es soll aber nicht der gesamte Wald, sondern nur ein Teil wegkommen. Das Gebiet ist sehr heikel und da es sich um einen Schutzwald handelt, müsste der forstfachliche Sachverständige die Rodung untersagen. Aber aus Gründen von öffentlichem Interesse dürfen Bäume entfernt werden.« In den meisten solcher Fälle überwiegt das öffentliche Interesse, und somit wird auch am Klippitztörl der Rodung eines Teils des Waldes nichts entgegenstehen. Eine Hoffnung gibt es für Schatz aber noch. 

Fejan: »Es handelt sich hier um ein zweiteiliges Verfahren. Zunächst muss entschieden werden, ob gerodet werden kann. Im nächsten Schritt wird dann das Bauverfahren abgewickelt. Bei diesem müssen die Bedenken der Anrainer berücksichtigt werden und es muss geklärt werden, wie bzw. ob dort gebaut werden darf.«

Mit dem Bauverfahren wird sich die Stadtgemeinde Wolfsberg beschäftigen müssen, auf deren Gemeindegebiet die Häuser errichtet werden sollen. Sie wird letztendlich darüber entscheiden, ob eine Baugenehmigung erteilt wird und wie die Auflagen aussehen. Neben der Sorge, den Schutzwald zu verlieren, befürchtet Schatz wie auch andere Anrainer, dass das Klippitztörl nun komplett verbaut werden könnte. 

»Bei Überwiegen des öffentlichen Interesses, kann auch ein Schutzwald gerodet werden«
Georg Fejan, Bezirkshauptmann

»Von Almhütten kann bei diesem Projekt nicht mehr gesprochen werden, es sind fünf Wohnsilos mit je 500 Quadratmetern geplant. Der ganze Berg wird mit Häusern zugepflastert. Wenn jetzt der Schutzwald wegkommt, wirkt sich das nicht nur auf mein Grundstück aus, sondern auch auf die Anrainer entlang des Weißenbachs bis nach St. Margarethen. Ich habe kein Verständnis dafür, den Schutzwald zur Rodung freizugeben, um weitere Häuser zu errichten und Boden zu versiegeln«, ärgert sich Schatz.

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