Schulstart am Montag: Die Lavanttaler Schulen rüsten sich für ein Schuljahr in CoronazeitenAusgabe 37 | Mittwoch, 9. September 2020

Am 14. September beginnt für die Schüler wieder der Ernst des Lebens. Das neue Schuljahr bringt einige Neuerungen mit sich. Neben speziellen Regeln aufgrund der Corona-Pandemie gibt es erstmals bundesweit Herbstferien rund um den Nationalfeiertag.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Am Montag beginnt in Kärnten der Schulalltag für über 61.000 Schüler. Es wird angesichts der Coronakrise ein besonderes Schuljahr. Für den Ernstfall, das Steigen der Infektionszahlen, ist man aber gerüstet, auch wenn die Schulleiter noch nicht über sämtliche Maßnahmen informiert wurden. Foto: UN/much

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Wolfsberg. Am Montag beginnt für  61.500 Kärntner Kinder und Jugendliche das neue Schuljahr. Viele Eltern zittern aber schon seit Wochen auf den Schulstart hin. Stehen jetzt, zum Schulstart und aufgrund steigender Infektionszahlen ausgelöst, wieder Schulschließungen an? Und wie wird das mit der Corona-Ampel funktionieren?

Bildungsminister Heinz Faßmann möchte einen »möglichst normalen« Schulbetrieb. Er fordert, dass die Hygieneregeln eingehalten und kranke Kinder nicht in die Schule geschickt werden. Für Schüler wird ab der Ampelphase »Gelb« das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes (MNS) nach Betreten des Schulgebäudes bis zum Erreichen des Klassenzimmers verpflichtend vorgeschrieben. Im Klassenzimmer kann der MNS abgenommen werden. Wer weiter den MNS tragen möchte, kann dies selbstverständlich tun. Ab der Ampelphase »Rot« ist der MNS auch im Klassenzimmer verpflichtend zu tragen. 

»Das Ampelsystem wird ständig beobachtet und bei Änderung darauf entsprechend reagiert«
Andrea Zraunig, Direktorin VS Wolfsberg

Weiters sollen klassengemischte Gruppen soweit als möglich vermieden und darauf geachtet werden, dass es zu keinen starken Durchmischungen von Schülern unterschiedlicher Klassen in den Pausen oder zu klassenübergreifendem Unterricht kommt.

Ampelsystem beobachten

An der Volksschule Wolfsberg  ist ein »normaler« Schulstart mit gewisser Achtsamkeit geplant, zurzeit ohne MNS. Die Kinder werden nach wie vor in der Früh, wenn sie in die Klassen gehen, die Hände gründlich waschen, in den Klassen wird regelmäßig gelüftet, vermehrte Outdooraktivitäten, auch Unterricht im Freien, sind, wenn es das Wetter erlaubt, geplant. Zusätzlich sollen die Kinder, wo es möglich ist, zueinander Abstand halten. Sollte im Herbst wieder Homeschooling notwendig werden, so ist man an der Schule bestens gerüstet. »Das Homeschooling hat an der VS Wolfsberg - Bildungswelt Maximilian Schell sehr gut funktioniert. Alle Klassenlehrer haben Arbeitsmaterialpakete für die Schüler im Foyer der Schule wöchentlich zum Holen und wieder Zurückbringen bereitgestellt. Zudem wurden Arbeitspläne und andere Informationen per Mail von den Lehrern an die Eltern bzw. bei den älteren Kindern an die Kinder weitergegeben. In einigen Klassen hat auch Unterricht über Videoschaltungen mit den Kindern stattgefunden«, erzählt Schulleiterin Andrea Zraunig. 

»Keine Hardware kann die zwischenmenschliche Lehrer-Schüler-Ebene ersetzen«
Jürgen Nickel, Direktor SMS St. Stefan

Außerdem wird das Ampelsystem ständig beobachtet und bei Änderung darauf entsprechend reagiert. »Bei ›Gelb‹ werden wir wieder MNS außerhalb der Klassen tragen. Sollte sich die Coronasituation weiter verschlechtern, werden weitere Maßnahmen folgen, wie es im Ampelsystem des Bundesministeriums vorgesehen ist. »Wir hoffen natürlich, dass es zu keinem Lockdown mehr kommen wird, falls dennoch, sind wir aber gut vorbereitet«, so Zraunig abschließend.

»Ins kalte Wasser geworfen«

Der Direktor der Sportmittelschule Christine Lavant in St. Stefan, Jürgen Nickel, kann derzeit noch keine genauen Aussagen bezüglich des Schulstarts an seiner Schule treffen, da er »derzeit noch nicht alle fixen Vorgaben zum Prozedere« hat. 

Bezüglich Homeschooling meint er: »Wir alle, Schüler, Eltern wie auch Pädagogen wurden ins kalte Wasser geworfen. Es war komplettes Neuland für uns, die den persönlichen Kontakt mit den Schülern gewohnt sind. Keine technisch noch so ausgefeilte Hardware kann die zwischenmenschliche Ebene Lehrer-Schüler ersetzen. Nach anfänglichen Problemen, durch zu wenige Endgeräte im Elternhaus, keine Drucker, keine Druckerpatronen usw. wurde jedoch eine, zumindest temporär vertretbare Lösung gefunden. Eine Wiederholung dieser Unterrichtsform wünsche ich mir nicht, weder aus Sicht der Eltern, Schüler noch aus Sicht der Pädagogik«, meint Nickel.

Neuerungen im Schuljahr

Erstmals gibt es in diesem Schuljahr bundesweit Herbstferien und diese fallen gleich besonders lang aus. Da der Nationalfeiertag auf einen Montag fällt, beginnen die Ferien bereits am Samstag davor, 24. Oktober, und dauern bis Montag, 2. November. Dafür entfallen heuer die freien Dienstage nach Ostern, 6. April, und nach Pfingsten, 25. Mai. 

Aus NMS wird MS

Bereits im Jahr 2008 wurde der Modellversuch zur Neuen Mittelschule gestartet, 2013 wurde er ins Regelschulwesen überführt und alle Hauptschulen sukzessive in Neue Mittelschulen umgewandelt. Nach acht Jahren verlieren die Neuen Mittelschulen nun das »Neu«. Ab sofort heißen sie nur noch Mittelschule.

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