Abzocke: Spielzeug-Hai mit allen Schikanen im Internet bestellt –fades Mini-Modell bekommenAusgabe 37 | Mittwoch, 9. September 2020

Statt eines fast einen halben Meter langen Raubfischs, der das Maul öffnen und auf den Rücken rollen sollte, erhielt ein Wolfsberger eine 15-Zentimeter-Figur aus Vollplastik. Die Forderung nach Rückerstattung des bezahlten Gelds wurde keiner Antwort gewürdigt.

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Wolfsberg. Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Und nicht jeder Spielzeug-Hai, der sich im Video bewegt und bei Berührung sogar mit dem Schwanz »wedelt«, wird auch so geliefert. Ein Lavanttaler, der ungenannt bleiben möchte, fiel jetzt auf einen Internet-Schmäh hinein: Statt eines rund einen halben Meter langen, batteriebetriebenen Modells, das etliche Kunststücke vollführen sollte, erhielt er eine 15-Zentimeter-Figur aus Vollplastik, die gar nichts kann – außer am Schreibtisch seltsam auszusehen. Der finanzielle Schaden ist zwar gering, dafür blieb das Leuchten auf dem Gesicht des Enkels aus. 

»Ich habe auf Facebook ein Video gesehen«, berichtet der Wolfsberger, »und dachte mir: Das kaufe ich meinem Enkel. Er liebt Haie.« Im Film war ein Raubfisch von beachtlicher Größe zu sehen, der nicht nur das Maul öffnet und den Kopf hebt, sondern sich auch auf den Rücken rollt und auf Kommando mit den Vorderflossen schlägt. Mit einem Wort: ein herrliches Spielzeug.

Sonderpreis

»Es wurde auf einer deutschen Homepage zum Sonderpreis von 18 statt 79 Dollar angeboten«, sagt der Mann, »also habe ich ihn bestellt.« Was dann aus China geliefert wurde, hatte mit dem ursprünglich angepriesenen Modell nicht viel gemeinsam. Beide waren Haie, aber die erhaltene Figur war mit 15 Zentimetern Länge wesentlich kleiner, hatte kein Batteriefach und bewegt sich infolgedessen keinen Millimeter, geschweige denn, dass es Kunststücke ausgeführt hätte.

»Ich habe eine Reklamation an die Lieferfirma geschickt, aber nie Antwort erhalten«
Der Wolfsberger der Enkel beschenken wollte 

Es war die handelsübliche Nachbildung eines Hais aus gepresstem Plastik mit der typischen Pressnarbe am Rücken. Die Enttäuschung war groß. Der Großvater: »Ich habe darauf eine Reklamation an die Lieferfirma geschickt und die Rückerstattung des Kaufpreises gefordert.« Auf eine Antwort wartet er bis heute. 

»Pech gehabt«

»Ehrlich gesagt, habe ich mir gleich gedacht, dass 18 Dollar sehr billig für ein solches Spielzeug sind«, sagt er, »und nicht wirklich damit gerechnet, dass ich es bekomme. Zum Glück hatte ich meinem Enkel noch nichts von dem Geschenk erzählt. Weitere Schritte werde ich nicht setzen, Pech gehabt. Ich möchte die Leute aber warnen: Seid vorsichtig, was ihr im Internet bestellt.« Für eine Verwandte des Mannes kommt die Warnung schon zu spät: Auch sie hat bereits einen »beweglichen« Hai bestellt. »Er ist noch nicht angekommen. Ich bin neugierig, was sie bekommen wird«, sagt der Wolfsberger.

Ob der vorliegende Fall bereits ein kriminelles Delikt darstellt, müsste ein Gericht beurteilen. Fest steht, dass immer mehr Menschen im Internet übers Ohr gehauen werden. So wurden laut der Kärntner Kriminalstatistik im Vorjahr 801 Fälle von Internetbetrug angezeigt. Im Vergleich zu 2018 bedeutete das eine Steigerung von 17,6 Prozent. Doch die Exekutive kann auch Erfolge vorweisen. So forschte sie kürzlich zwei Deutsche aus, die einer 28-jährigen Wolfsbergerin im Juli Ohrhörer auf einer Onlineverkaufsplattform verkauft, aber nie geliefert hatten. Auch Geld auf einem Konto wurde sichergestellt. 

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