Ferdinand Feldhofer: »Unser Ziel ist natürlich wieder die Qualifikation für die Meistergruppe« Ausgabe 34 | Mittwoch, 19. August 2020

Seit 3. August wird beim RZ Pellets WAC fleißig trainiert. WAC-Trainer Ferdinand Feldhofer (40) sprach mit den Unterkärntner Nachrichten über die Saisonvorbereitung, den Kader für die kommende Saison und was er sich von der Meisterschaft und Europa League erwartet.

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Die vergangene Bundesliga-Saison war wegen Corona lange Zeit unterbrochen. Wie war es, als die Saison schließlich doch noch fortgesetzt wurde?
Ich, aber auch die Spieler waren richtig froh, dass die Saison zu Ende gespielt werden konnte. Bei der Unterbrechung lagen wir auf dem vierten Platz in der Meistergruppe, nach Abschluss der Meisterschaft waren wir dritter. Wir haben die Saison also positiv beendet. Nun müssen wir schauen, wie lange gespielt wird, ob die Meisterschaft wieder unterbrochen wird. Da kann viel auf uns zukommen. Es wurden in den vergangenen Monaten einige Dinge umgesetzt, die sich vorher niemand vorstellen konnte.

Wie zum Beispiel?
Dass man die Saison ohne Zuschauer im Stadion zu Ende spielt, die Liga-Unterbrechung, das Training in Kleingruppen.

Am 3. August gab es beim WAC den Trainingsauftakt. Konnten Sie auf den gesamten Kader zugreifen?
Bis auf Shon Weissman und Giobelidze waren alle an Bord. Giobelidze laboriert an einer Verletzung. Er wird Anfang September zum Team stoßen. Aber der Kader ist noch nicht ganz vollständig. Wir benötigen noch zwei oder drei weitere Spieler. Mein Ziel ist es, dass wir einen schlagkräftigen Kader mit 22 Feldspielern und vier Tormännern haben.

Auf welchen Positionen werden noch Spieler benötigt?
Das Mittelfeld ist fertig, da sind wir voll besetzt. Aber vorne und hinten werden wir noch weitere Spieler benötigen, um einen konkurrenzfähigen Kader auf die Beine zu stellen.

Gibt es schon Wunschspieler?
Ich habe sie schon im Kopf, aber das ist noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Apropos Shon Weissman. Wie geht es mit ihm weiter? Wird er beim WAC bleiben?
Da müssen Sie den Präsidenten fragen. Ich habe selbst auch noch keine Informationen. Aktuell ist Shon nicht beim Training. Weil er bald Vater wird, ist er bei der Familie.

Wie haben sich die Neuzugänge Taferner, Giobelidze, Peretz usw. bei den Wölfen zurechtgefunden?
Unsere neuen Spieler sind allesamt top und es wird jeden Tag besser. Natürlich war es für sie eine Umstellung, und wir müssen sie so schnell wie möglich integrieren. Aber sie haben im Training und beim ersten Testspiel bereits gezeigt, warum wir sie geholt haben. 

Ihr Resümee des ersten Testspiels gegen Prag?
Wir haben uns sehr passabel geschlagen. Man darf nicht vergessen, dass Prag in der Vorbereitung schon viel weiter war als wir es sind. Dafür war es ein sehr gutes Spiel von uns.

Es stehen auch junge Spieler im Kader. Wie haben sie sich in der ersten Trainingswoche geschlagen?
Sehr gut. Lukas Schöfl ist ja bereits seit einiger Zeit im Kader und hat Spielzeiten in der Bundesliga. Im Frühjahr ist Stratznig dazugestoßen. Steiger haben wir in die zweite Liga verliehen, damit er Spielpraxis sammeln kann. Vielgut, Josic, Tauchhammer sind auch beim Training dabei und haben Potenzial. 

Diese Woche ist der WAC auf Trainingslager in Maria Alm. Worauf wird der Fokus gesetzt?
Es geht darum, die neuen an unsere Spielphilosophie heranzuführen und Automatismen in der Mannschaft zu festigen. Es haben uns doch einige Stammspieler verlassen, die wir ersetzen mussten. Nun gilt es, die Mannschaft so zu formen, dass sie homogen auftritt.

Das erste Pflichtspiel hat der WAC im ÖFB-Cup gegen Neusiedl in der Lavanttal Arena. Normalerweise hat ja der schwächere Klub das Heimrecht. Wieso bekam es diesmal der WAC?
Neusiedl hat wegen der Corona-Maßnahmen auf das Heimrecht verzichtet. Für uns ist es ein Vorteil, zu Hause zu spielen, denn gerade im Cup bei kleinen Vereinen ist der Platz oft gewöhnungsbedürftig – die Plätze sind zu klein, zu holprig usw. So können wir in unserem Wohnzimmer spielen.

Bundesligastart ist Mitte September. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Meisterschaft?
Unser Ziel ist es auf alle Fälle, dass wir im Grunddurchgang wieder die Qualifikation für die Meistergruppe schaffen. Denn man darf es nicht als selbstverständlich ansehen, dass es der WAC in den vergangenen Jahren immer in die Meistergruppe geschafft hat. Davon träumen sogar einige große Klubs. Wir wollen einfach den erfolgreichen Weg des WAC weiterführen.

Fast hätte Austria Klagenfurt den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Durch die letzte Meisterschaftsrunde – Klagenfurt wurde noch von Ried abgefangen – wird nichts daraus. Finden Sie es schade, dass es kein Kärntner Derby in der Bundesliga gibt und was sagen Sie zu den beiden Wahnsinnsergebnissen – Austria schlug Innsbruck 6:1, Ried gewann gleich 9:0 gegen FAC?
Das belastet mich überhaupt nicht. Für mich sind Derbys auch nichts Besonderes. Aber für die Zuschauer sind sie natürlich immer wieder eine coole Sache.

Präsident Riegler möchte ein neues Stadion für den WAC bauen.
In dieses Projekt bin ich nicht involviert.

Zurück zum Sportlichen. Der WAC ist erneut in der Gruppenphase der Europa-League. Welche Ziele haben Sie für den internationalen Bewerb?
Wir werden die Herausforderung annehmen und auf internationaler Ebene eine gute Performance abliefern. Wir haben uns durch die Ergebnisse im vergangenen Jahr auch im Ausland einen gewissen Respekt verschafft.

Gibt es irgendwelche Wunschgegner für die Europa-League?
Nein. Ich freue mich auf alle Spiele in der Europa-League.

Im Vorjahr musste man für die internationalen Spiele nach Graz ausweichen. Werden die Europa-League-Spiele in diesem Jahr in Klagenfurt stattfinden?
Ja, diesmal werden wir im Stadion in Klagenfurt spielen, da passen auch viel mehr Zuschauer rein als in Graz. Die große Frage wird aber sein, wie viele Besucher zu dieser Zeit aufgrund der Corona-Vorschriften im Stadion zugelassen werden und wie die internationalen Corona-Regelungen aussehen werden.

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