Eva-Maria Schlagholz leitet mit ihrem jungen Team die Geschicke des Wolfsberger TierschutzvereinsAusgabe 33 | Mittwoch, 12. August 2020

Seit 4. August ist die Wolfsbergerin Eva-Maria Schlagholz (36) die neue Obfrau des Tierschutzvereins. Mit Unterstützung ihres zur Gänze aus Frauen bestehenden Vorstandsteams will sie das neue Tierheim und den Verein einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen.

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Wolfsberg. Bereits von Kindesbeinen an ist Eva-Maria Schlagholz – Tochter von Alt-Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz – mit Tieren aufgewachsen. Katzen, Hamster und Hasen waren ihre Haustiere in jungen Jahren. Seit drei Jahren engagiert sich die 36-Jährige ehrenamtlich im Wolfsberger Tierschutzverein, dessen Obfrau sie nun seit dem 4. August ist, nachdem sich Johann Schober und Roland Bachmann aus ihren Funktionen zurückgezogen haben (die Unterkärntner Nachrichten berichteten). »Die Beiden haben den Neubau des Tierheims in Wolfsberg organisiert. Nachdem der Bau abgeschlossen ist, widmen sie sich jetzt anderen Projekten«, erklärt Schlagholz. Der Verein hat sich völlig neu aufgestellt und liegt nun zur Gänze in weiblichen Händen, einzig Schlagholz blieb vom alten Vorstandsteam erhalten und wurde nun von der Kassierin zur Obfrau »befördert«.

Ihre Ziele für den Verein

Ihre Ziele hat die Wolfsbergerin klar formuliert: »Ich möchte das neue Tierheim in der Bevölkerung präsenter machen. Wir planen gerade eine neue Website und einen Facebook-Auftritt.« Wobei sich durch den Neubau und die dazugehörige Berichterstattung in Sachen Bekanntheitsgrad bereits einiges getan hat: »Wir bekommen zum Glück viele Geld- und Futterspenden.« Außerdem will sie Menschen ermöglichen, die Vorstandsmitglieder kennenzulernen: »Die Leute brauchen ein Gesicht zum Verein, dann wird unsere Arbeit für sie greifbarer.«

Und an Arbeit mangelt es im Tierschutzverein nicht. Im Tierheim arbeiten derzeit inklusive Lehrling und Praktikant acht Personen, die sich um die aktuell 56 Katzen und 15 Hunde kümmern. »Platz haben wir für maximal 60 Katzen und 21 Hunde«, ergänzt Schlagholz, die hauptberuflich beim AMS Wolfsberg tätig ist. 

»Man kann nicht alle Leute über einen Kamm scheren. Lebensumstände ändern sich.«
Eva-Maria Schlagholz
Obfrau

Die Liebe zu Tieren liegt in der Familie: Schlagholz’ Bruder Florian ist ausgebildeter Tierpfleger und im Tierheim angestellt.

Neben Hunden und Katzen wurden im Tierheim auch schon Wildtiere wie Füchse oder Turmfalken und – gerade erst in der vergangenen Woche – eine Schildkröte abgegeben. Die Schildkröte wurde einfach in einem Karton vor die Tür gestellt. »Man kann nicht alle Leute über einen Kamm scheren. Lebensumstände ändern sich, ich urteile hier über niemanden«, sagt die Obfrau. Dennoch appelliert sie: »Es passiert nichts, wenn man anläutet und das Tier abgibt.« Wildtiere und Reptilien dürfen übrigens nicht im Wolfsberger Tierheim bleiben, sie werden an die dazu befähigten Stellen weitergereicht.

Sorgenkinder im Tierheim

Während junge Kätzchen und Hunde recht schnell ein neues Zuhause finden, gibt es auch einige Sorgenkinder im Tierheim. Dazu zählen ältere und nicht sozialisierte Hunde und verwilderte Katzen, die sich sofort verstecken, wenn sich ihnen jemand nähert. 

»Wir haben Hunde, die schon über zehn Jahre im Tierheim sind«, bedauert Schlagholz. Aufgrund ihrer oft tragischen Vorgeschichte zeigen diese aber Verhaltensauffälligkeiten, wie etwa Angst vor Männern, Stress bei Kinderlärm oder Bissigkeit, die sie quasi unvermittelbar machen.

Zeitintensive Aufzucht

Besonders zeitintensiv ist die Aufzucht von Katzenbabys, die ohne Mutter ins Tierheim kommen. Alle zwei Stunden benötigen sie Nahrung und danach muss der Bauch massiert werden, damit die Verdauung klappt. »Wenn ich Urlaub habe, helfe ich und nehme die Kätzchen über Nacht mit zu mir«, so Schlagholz. Freiwillige helfen gerne aus, indem sie mit den Hunden spazieren gehen oder mit den Katzen spielen.

Den Verein unterstützen

Wer den Wolfsberger Tierschutzverein unterstützen will, kann entweder Mitglied werden – die Jahresgebühr beträgt 30 Euro – oder die Baustein-Aktion nützen (Details siehe Info-Box). »Wir sind für jede Hilfe dankbar«, so die Obfrau abschließend.

 

Steckbrief und Information:
Name:
Eva-Maria Schlagholz.
Alter: 36.
Wohnort: Wolfsberg.
Beruf: ausgebildete klinische Psychologin, arbeitet beim AMS Wolfsberg.
Familie: in einer Lebensgemeinschaft.
Hobbys: lesen, spazieren gehen, radfahren.

So kann man den Wolfsberger Tierschutzverein unterstützen:
Baustein-Aktion für die Einrichtung und die Arbeit im Tierheim (ab einem Spendenbeitrag von 20 Euro bekommt man einen symbolischen Baustein in Form einer Urkunde).
Konto: AT34 2070 6045 0095 2553
Auskünfte: 04352/540 77 oder info@tierschutzverein-wolfsberg.at.

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