Iva Schell: »Den Lavanttaler Dialekt werde ich nie erlernen«Ausgabe 37 | Mittwoch, 11. September 2019

Die Sopranistin Iva Schell spricht mit den Unterkärntner Nachrichten über ihre Rückkehr nach Preitenegg und warum die Alm ihr und ihrer Tochter Viktoria gut tut, das Verhältnis zur Familie ihres verstorbenen Ehemannes Maximilian Schell und die nächsten Projekte.

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Wie ist das heurige Jahr bei Ihnen beruflich und privat verlaufen?
Durchwachsen würde ich sagen. Ich war öfters krank als erwartet und musste auch zwei Auftritte krankheitsbedingt absagen. Aber jetzt geht es wieder aufwärts. Ich bin jetzt wieder viel auf der Alm und das ist gut für mein Immunsystem. Beruflich war ich heuer in Deutschland, wo ich in München beim Stück »Das Weiße Rössl« auf der Bühne stand und in der Schweiz, wo ich bei der Aufführung von »Die Fledermaus« dabei war.

Da Ihre Tochter in Wien in den Kindergarten ging, waren Sie wenig in Preitenegg. Wird sich das ändern?
Ich werde in Zukunft wieder in Preitenegg leben. Viktoria geht seit dieser Woche in den Kindergarten in Preitenegg. Da hat sie dann andere Kinder zum Spielen und ich finde das Konzept des Kindergartens, der von den »LKH Zwergen« betrieben wird, sehr gut. Da gibt es viel Bewegung und man ist sehr naturverbunden.

Wenn man Städte wie Wien oder München gewohnt ist, wird es dann nicht fad auf der Alm?
Überhaupt nicht. Ich bekomme ja wohl auch viel Besuch und bin noch viel unterwegs. Langweilig wird es nie. Es gibt immer etwas zu tun. Das Leben hier ist sehr schön, alles ist entschleunigt und wirkt sich positiv auf Viktoria aus. Sie ist auf der Alm viel entspannter und schläft auch besser.

Ist Viktoria nach wie vor noch immer mit Ihnen auf Tour?
Meistens schon. Ich denke, gerade in diesem Alter ist es wichtig, dass ich als Mutter dabei bin, wenn sie einschläft bzw. aufwacht.

Gibt es mit dem Vater von Viktoria regelmäßig Kontakt?
Den Kontakt zum Vater gibt es. Der war in der Vergangenheit etwas unregelmäßig, nun möchten wir eine gewisse Regelmäßigkeit reinbringen. Sie hat in sehr gerne und er macht das auch recht gut. Auch mit ihren Halbgeschwistern versteht sich Viktoria sehr gut.

Wie ist das Verhältnis zur Familie Ihres verstorbenen Mannes?
Wir haben zwar keinen regelmäßig Kontakt, aber grundsätzlich verstehen wir uns. Der Bruder von Maximilian, Carl Schell, ist im Juni verstorben. Nur mit Nastassja gibt es keinen Kontakt.

»Das Leben auf der Alm ist sehr schön, alles ist entschleunigt und wirkt sich positiv auf Viktoria aus«
Iva Schell, Sängerin

Nachdem Sie nun wieder im Lavanttal leben, wird man Sie heuer im Tal noch auf der Bühne sehen?
Es gibt noch zwei Auftritte von mir im Lavanttal. Am 13. Oktober bin ich bei einer Matinee der »Christine Lavant Gesellschaft« im Wolfsberger Rathaus zu hören und am 26. Oktober stehe ich bei der Orgelwoche in Wolfsberg auf der Bühne. Darüber hinaus werde ich beim Musical »Servus Peter«, bei dem es um Peter Alexander geht, dabei sein. Und im Dezember steht dann die große Ausstellung über meinen verstorbenen Mann Maximilian im Filmmuseum in Frankfurt an. Dafür ist auch noch sehr viel zu tun.

Sind Sie zum Jahreswechsel wieder auf Tour in den USA? 
Nein, diesmal werde ich die US-Tour auslassen. Ich möchte den Jahreswechsel entweder auf der Alm verbringen oder bei meinem Bruder in Deutschland. Oder vielleicht ergibt sich noch der eine oder andere Auftritt für die Zeit um Silvester.

Sie haben auch eine CD mit Lavanttaler Kindern aufgenommen. Wann wird diese erscheinen?
Das war bei einem Sommercamp. Wir haben gemeinsam fünf Lieder aufgenommen, nun arbeite ich gerade an zwei, drei Solotiteln. Ich hoffe, dass die CD, die wir bei Charly Raneg von Kara-Records aufgenommen haben, Anfang Winter fertig sein wird. Ein Video des Lieds »Mein Luftballon« gibt es bereits auf youtube. 

Sie sind Patin der »Bildungswelt Maximilian Schell« sowie der Volksschule St. Margarethen. Was gibt es davon Neues zu berichten?
Da ich in den letzten Monaten wenig im Tal war, war ich nicht so aktiv. Das wird sich nun aber ändern, da ich wieder in Preitenegg lebe, werde ich mich in Zukunft wieder stärker einbringen.

Sie haben einmal gesagt: Den Lavanttaler Dialekt werden Sie nie richtig erlernen. Gibt es schon Fortschritte?
Noch nicht wirklich. Ich glaube, den erlerne ich nie. Ich werde jetzt einmal schauen, wie es bei Viktoria klappt, wenn sie im Lavanttal in den Kindergarten geht. Vielleicht kann sie mir dann mit dem Dialekt helfen. Jedenfalls wächst Viktoria zweisprachig auf: Lavanttalerisch und Deutsch.

Welche privaten Pläne haben Sie für die Zukunft. Werden Sie sich auf der Alm niederlassen?
Es ist noch alles offen und auch noch ein wenig Zeit. Wo ich endgültig meine Basis aufschlagen werde, möchte ich bis zum Schuleintritt von Viktoria in drei Jahren entschieden haben. Aber die Alm wird auf alle Fälle immer mein Rückzugsort bleiben. Da kann ich Kraft tanken, richtig abschalten und auch ausgiebig proben, ohne jemanden zu stören.

Zwei Videos der Lieder, die Iva Schell mit den Kindern aufgenommen hat. (c) Charly Raneg 
 

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