Ein neuer Verein will das Thema Demenz in die Mitte der Gesellschaft rückenAusgabe 26 | Mittwoch, 26. Juni 2019

Kürzlich hat sich in Bleiburg der Verein »Miteinander – Füreinander« gegründet. Seinen Mitgliedern liegen Demenzerkrankungen am Herzen und sie wollen die Bevölkerung dafür auf viele Arten sensibilisieren.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteurin Simone Jäger Von Simone Jäger jaegerno@spamunterkaerntner.at
Mitglieder des Vereins mit Obfrau Michaela Stefan-Brezovnik (2. v. l.) und Schriftführer Helmut Kutej (hinten, mit Brille), sowie Vertretern der Marktgemeinde Moosburg und der Stadtgemeinde Bleiburg. Foto: KK

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Bleiburg. Das Thema Demenz betrifft viele Menschen direkt oder indirekt. Es gibt kaum jemand, der nicht eine demente Person im Verwandten- oder Bekanntenkreis hat. Wer als Angehöriger einen Demenzkranken pflegen bzw. sich am Beginn der Erkrankung verstärkt um ihn kümmern muss, weiß, wie anstrengend und kräftezehrend das sein kann. Aus diesem Grund hat sich in Bleiburg heuer im April der Verein »Miteinander – Füreinander« gegründet. 

Der Beginn

Dem voraus ging der erste Demenzmarsch in Moosburg, auf den Schriftführer Helmut Kutej aufmerksam wurde: »Den wollte ich mir ansehen und ich habe mich mit den Ansprechpartnern in Verbindung gesetzt.« Schnell merkte Kutej, dass das Thema Demenz gut zur »Gesunden Gemeinde« passt, bei der er in Bleiburg Arbeitskreisleiter ist. Um Nägel mit Köpfen zu machen, gründete sich der Verein »Miteinander – Füreinander« mit Obfrau Michaela Stefan-Brezovnik.

»Unser Ziel ist es, die Bevölkerung zu sensibilisieren und damit muss man bereits im Kindergartenalter beginnen«, so Kutej. Denn Kinder würden sehr früh merken, wenn mit Opa oder Oma plötzlich etwas nicht mehr stimmt und sie anfangen, sich seltsam zu verhalten. »Laut einer Studie haben ein Viertel der Österreicher Angst davor, im Alter dement zu werden. Man muss also offen mit dem Thema umgehen«, betont der Schriftführer.

Um in einem ersten Schritt den Verein bekannt zu machen, sind heuer einige Aktionen geplant. Die erste ist ein Stand mit einem Demenzparcours beim Bio-Fest am Sonntag, dem 30. Juni, das im Rahmen des Bleiburger Kirchtags um die Stadtpfarrkirche stattfindet. Am 7. September findet dann der erste »Demenzathlon« in Bleiburg statt. »Der gesamte Erlös fließt in die Vereinsarbeit«, erklärt Kutej. 

Das Kernteam

Das Kernteam besteht aus sechs Personen, die sich um die Organisation kümmern. Fachliche Inputs holt sich der Verein von außen, aus diesem Grund unterstützen etwa Pflegeleiterin Monika Rainer vom Pflegeheim in Neuhaus, Pflegeberaterin Petra Stöckl aus St. Kanzian, Barbara Frager vom AVS oder Vertreter des Pflegeheims in Bleiburg »Miteinander – Füreinander«. »Wir arbeiten zweisprachig und gemeindeübergreifend, denn Demenz macht vor keiner Grenze Halt«, ergänzt Kutej. Er und das ganze Team hoffen, dass das neue Angebot, das noch um einige Dinge, wie etwa ein Demenz-Café, erweitert werden soll, angenommen wird: »Wir können die Hilfe nur anbieten, annehmen müssen sie die Leute selbst.« Zu oft hat Kutej schon den Satz gehört »Was werden denn die Leute sagen, wenn ich mir Hilfe bzw. eine Betreuung hole?« »Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche«, mahnt er.

Der Verein lehnt sich übrigens an die »Aktion Demenz« an, die in Vorarlberg ihren Ursprung hat. Im Mittelpunkt dieser Aktion steht die Vision, dass Menschen mit Demenz am öffentlichen und sozialen Leben teilhaben und Angehörige unterstützt werden.

Verein Miteinander – Füreinander/Skupaj – Drug za drugega«
Was: Info-Stand mit Demenzparcous

Wann: Sonntag, 30. Juni 2019

Wo: Am Platz vor der Stadtpfarrkirche Bleiburg im Rahmen des Bleiburger Kirchtags mit Bio-Fest.

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