Vier Lavanttaler Schulen suchen einen Direktor – die politische Farbe ist egalAusgabe | Mittwoch, 26. Juni 2019

Die Leiterstellen der Volksschule Wolfsberg – Bildungswelt Maximilian Schell, NMS St. Andrä, NMS St. Paul und der Neuen Musikmittelschule Wolfsberg sind frei. Bei der Suche gilt seit heuer ein neues Verfahren.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Laut Bildungsdirektor Robert Klinglmair werden Anwärter auf Direktorenposten jetzt von einer externen Firma auf ihre Tauglichkeit überprüft, ehe sie zu einem Bewerbungsgespräch zugelassen werden.

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Wolfsberg. Nicht weniger als 20 Leiter von allgemeinbildenden Pflichtschulen wurden zuletzt von der Bildungsdirektion Kärnten gesucht. Vier betroffene Einrichtungen befinden sich im Lavanttal: Die Volksschule Wolfsberg – Bildungswelt Maximilian Schell, wo sich Direktor Helmut Kirisits in die Pension verabschiedete, die Neue Mittelschule St. Andrä, die NMS St. Paul und die Neue Musikmittelschule Wolfsberg. Die Bewerbungsfrist ist bereits abgelaufen, jetzt läuft das Auswahlverfahren an.

Bleibt die Frage, warum gerade heuer so viele Schuldirektoren gesucht werden. Dazu der Kärntner Bildungsdirektor Robert Klingl-mair: »Einerseits liegt es an der Altersstruktur der Lehrer. Andererseits wurde 2017 das Bildungsreformgesetz beschlossen, das ein neues Auswahlverfahren für Direktoren vorsieht und jetzt in Kraft tritt. Um das abzuwarten, wurden die Posten bisher oft provisorisch vergeben und werden ab nun fix besetzt.« Bewerber seien für alle freien Stellen »ausreichend« vorhanden, bis Schulbeginn im Herbst sollen laut Klinglmair alle Direktorenposten vergeben sein.

»Politische Zugehörigkeit spielt bei der Auswahl der Schuldirektoren keine Rolle«
Robert Klinglmair, Bildungsdirektor

Politisch begründete Besetzungen, wie sie in der Vergangenheit immer wieder gerne für böses Blut sorgten, sind laut dem Bildungsdirektor passé: »Politische Zugehörigkeit spielt keine Rolle, eine solche Auswahl ist mit dem neuen Verfahren auch nicht mehr möglich.« Denn jetzt wird ein Assessement, also eine Bewertung der Bewerber, durch eine externe Firma vorgenommen, die prüft, ob die Kandidaten für die Position geeignet sind. »Wenn jemand kein Teamplayer ist und nicht belastbar oder keine Führungsqualität besitzt, kann er nicht Direktor werden«, sagt Klinglmair. Nach dieser Vorauswahl gibt es ein Bewertungsgespräch, bei dem auch der Bildungsdirektor dabei ist, dann wird die Entscheidung über die Vergabe getroffen. Und: »Neue Direktoren werden jetzt nur mehr für fünf Jahre bestellt«, so Klinglmair. Nur wenn sie sich in dieser Zeit bewähren, sind längerfristige Verträge möglich.

Viele Gerüchte

Zu hartnäckig kursierenden Gerüchten, wonach die Volksschule und NMS Bildungswelt Maximilian Schell zu einer Einrichtung zusammengelegt und eine Neue Mittelschule in Wolfsberg – laut Mundpropaganda die NMS St. Marein  – geschlossen werden soll, sagt der Bildungsdirektor: »Aufgrund der demografischen Entwicklung gibt es weniger Schüler. Derzeit haben wir 33.500 Pflichtschüler, vor rund 20 Jahren waren es noch 50.000. Das hat Auswirkungen auf die Schulstandorte.« Das Land Kärnten, das zuständig ist, erarbeitet daher ein Schulstandort-Konzept, um eine optimale Bildungslandschaft zu gewährleisten. Dabei spielen Zusammenlegungen eine Rolle, aber auch eine Clusterung mehrerer Schulen oder die Bildung von Bildungscampussen. Das Konzept liegt noch nicht vor, auch den Zeitpunkt, wann es so weit sein wird, kennt Klinglmair nicht. Aber: »Fix ist noch nichts.«

Fingerspitzengefühl

Wolfsberg hat vier Neue Mittelschulen. »Wir schauen, wo wir hier an der Schraube drehen können.« Es gelte, mit Fingerspitzengefühl einen Mittelweg zu finden – aus Sicht der Schüler und Eltern und im Interesse der Steuerzahler.

Apropos Geld: Die Neue Musikmittelschule in Gries wird ab kommenden Jahr saniert, zugleich soll die (bereits fertiggestellte) NMS Bildungswelt Maximilian Schell freie Kapazitäten besitzen. Auf die Frage, ob die nicht von Musikschülern  genutzt werden könnte, sagt Klinglmair: »Sanierungen finanzieren der Schulbaufonds und die jeweilige Gemeinde. Zusammenlegungen werden aber bedacht.«

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