Schulstart im Herbst 2019Ausgabe | Mittwoch, 17. April 2019

Der Verein »Inamea – Bildung mit Herz und Hirn« will im Volksschulgebäude in Edling ab dem kommenden Schuljahr eine Privatschule betreiben. Auch das Öffentlichkeitsrecht wird angesucht. Obfrau Maria Ramšak erklärt ihre Beweggründe für das ambitionierte Projekt.

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Edling. Mit 1. September 2019 wird die Volksschule Edling aufgrund der zu geringen Schülerzahl geschlossen. Einen Leerstand dürfte das Gebäude jedoch nicht erfahren, denn, wie bereits bekannt wurde, möchten sich Betreiber einer Privatschule in Edling ansiedeln. 

Doch wer steckt hinter der sogenannten »Wahlnuss-Schule«? Es ist der Verein »Inamea – Bildung mit Herz und Hirn«, der erst vor gut einem Monat offiziell gegründet wurde. Obfrau ist die Energetikerin Maria Ramšak aus St. Peter am Wallersberg. In den Vereinsvorstand ist ihre ganze Familie eingebunden, angefangen von ihrem Mann, Baumeister Albin Ramšak.

Die Organisation der Wahlnuss-Schule stützt sich auf die Prinzipien von Maria Montessori, strebt aber nicht an, eine reine Montessori-Schule zu werden. Die Bildung der Kinder soll adäquat, aber druckfrei erfolgen, durch ein eigenes System mit Workshops, in denen sich die Kinder so lange mit einem Thema befassen können, bis sie es erfasst haben. Auslöser für die Gründung dieser Initiative war Maria Ramšaks jüngster Sohn, der zwei Jahre lang Freilerner war, ehe er eine Regelschule besuchte. »Durch den Druck in der Regelschule war er ständig krank. Das erlebe ich bei vielen Kindern in meiner Praxis«, so Maria Ramšak. Also entschloss sie sich, selbst etwas auf die Beine zu stellen.

Schulbeginn im Herbst 2019

Laut der Obfrau ist der Schulstart für den Herbst 2019 in der Volksschule Edling fixiert. »Der Vertrag wird gerade von einem Rechtsanwalt ausgearbeitet. Dass es fix ist, kann ich deshalb noch nicht bestätigen, aber wir stehen vor dem Abschluss«, sagt Eberndorfs Bürgermeister Gottfried Wedenig dazu. Im Gemeinderat wurde die Privatschule wohlwollend aufgenommen. »Uns ist wichtig, dass der Schulstandort erhalten bleibt«, so Wedenig weiter. Neben der Schule wird es auch einen Montessori-Kindergarten mit dem Schwerpunkt Natur geben.

Ramšak ist bestrebt, bereits während des ersten Schuljahrs rückwirkend das Öffentlichkeitsrecht zu erlangen, damit die Schüler keine Externistenprüfungen ablegen müssen: »Die Überprüfungen für das Öffentlichkeitsrecht erfolgen erst bei laufendem Schulbetrieb, deshalb rückwirkend.«  Das monatliche Schulgeld soll zwischen 300 und 350 Euro betragen. »Zeugnisse wird es auf Anfrage geben und natürlich nach dem Ende der achten Schulstufe, damit die Schüler eine weiterführende Schule besuchen können«, ergänzt Ramšak.

Das Lehrerteam wird in dieser Woche fixiert und soll aus zwei Hauptlehrern sowie in weiterer Folge aus zwei Kindergartenpädagogen bestehen (die Bedarfserhebung für den Kindergarten läuft gerade). Wie viele Anmeldungen es für die Wahlnuss-Schule bereits gibt, kann Ramšak nicht beantworten: »Da wir noch nicht den Status einer Schule haben, dürfen wir keine Anmeldungen entgegennehmen und über Zahlen sprechen. Es gibt Interessenten, die noch gerne mehr werden dürfen.« 

Die Gründung einer Schule, die auch das Öffentlichkeitsrecht erlangt, haben schon einige Initiativen versucht – die meisten sind gescheitert. Warum sich Ramšak sicher ist, dass ihre Wahlnuss-Schule Zukunft hat? »Bei der Überprüfung durch die Landesdirektion geht es darum, dass alles nachvollziehbar ist. Wir dokumentieren den Fortschritt der Schüler transparent«, so Ramšak.

Mit der Gründung der Privatschule übernimmt der Verein eine große Verantwortung Kindern, Eltern und Lehrern gegenüber. Doch für die Obfrau ist der aktuelle Stress eine Investition in die Zukunft der Kinder: »Ich habe lieber ein gesundes Kind, als ein funktionierendes.«

»Wahlnuss-Schule«

Nächster Wahlnuss-Workshop: Dienstag, 23. April in der VS Edling von 17 bis 19.30 Uhr.

Nähere Informationen:

www.wahlnuss-schule.at

 

Der Begriff »Wahlnuss« leitet sich davon ab, dass die Walnuss optische Ähnlichkeit mit dem menschlichen Gehirn hat und, wenn sie halbiert wird, an ein Herz erinnert. Aus der Walnuss ist dann die »Wahlnuss« geworden. Denn die Kinder sollen viel Entscheidungsfreiheit haben.

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