Sanierung des Gemeindeamtes steht ganz oben auf der ProjektlisteAusgabe | Mittwoch, 27. März 2019

Im Juli des Vorjahres startete in der Gemeinde Gallizien einen Entwicklungsprozess unter professioneller Begleitung. Nach insgesamt fünf Zusammenkünften wurden nun das neue Leitbild und elf Projekte präsentiert, die Gallizien bis 2030 voranbringen sollen.

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Gallizien. Einige Gemeinden im Bezirk Völkermarkt investieren derzeit in Ortsentwicklungskonzepte, so auch Gallizien. Der erste Schritt startete im Juli des Vorjahres mit einer Umfrage unter den Gemeindebürgern. Dabei konnten sie die Lebensqualität, Infrastruktur und vieles mehr bewerten und Wünsche und Kritik anbringen. 210 Umfragebögen kamen zurück. »Das entspricht 25 Prozent der Bevölkerung, was ein sehr guter Wert ist«, erklärt Stefan Lettner vom Beratungsbüro Cima in Niederösterreich, der den Prozess begleitete.

Gallizien 2030

Nach einer Auftaktveranstaltung unter dem Titel »Gallizien 2030« im Herbst 2018, bei der die Umfrageergebnisse präsentiert wurden, gab es drei Workshops mit Bürgerbeteiligung zu verschiedenen Themenbereichen und einen eigenen Workshop für Jugendliche. Aus allen diesen Zusammenkünften wurden ein Leitbild und ein Maßnahmenkatalog entwickelt, die vergangenen Donnerstag der Öffentlichkeit präsentiert wurden. »Das Leitbild beinhaltet ehrgeizige Ziele, aber keine unrealistischen Wünsche ans Christkind«, betont Lettner. Elf konkrete Projekte wurden ausgearbeitet, die Lettner gemeinsam mit Bürgermeister Hannes Mak (ÖVP) und Gemeinderat Mario Lutschounig (SPÖ) erklärte.

Zu den Projekten mit hoher Priorität zählt etwa die Sanierung des Gemeindeamtes, das sich in der Ortsmitte befindet. »Dies liegt laut den Umfrageergebnissen den Bürgern sehr am Herzen, was im Vergleich zu anderen Gemeinden untypisch ist«, so Lettner. Aus dem Gemeindeamt soll ein barrierefreies Gemeindezentrum werden mit einem Vereinsraum für bis zu 100 Personen werden. Außerdem sollen neue Praxisräume für einen praktischen Arzt vorgesehen werden, da die jetzige Ärztin 2022 in Pension gehen will und ein möglicher Nachfolger neue Räume brauchen wird. Hand in Hand damit steht auch eine Begegnungszone und die Belebung des Dorfplatzes zur Diskussion.

Alternative zum Speckgürtel

Ein weiteres Projekt ist das »Wohnortmarketing«. »Gallizien ist jeweils 20 Autominuten von Klagenfurt, Ferlach und Völkermarkt entfernt. Ebenso fährt man nur 20 Minuten zur Firma Mahle«, erklärt Mak. Während jedoch in »Speckgürtelgemeinden« wie Ebenthal die Baugrundpreise bei etwa 100 Euro/m2 liegen, gibt es sie in Gallizien schon um 35 bis 40 Euro. Um Wohnortmarketing betreiben zu können, muss man aber auch Grundstücke anbieten können. »Wir haben viel Bauland gewidmet, aber es ist alles in privater Hand und steht nicht zum Verkauf«, erläutert Mak das Problem, »Hier werden wir viele Gespräche führen müssen. Dieses Projekt hat höchste Priorität, wird aber am längsten dauern.« Was heuer noch im Rahmen des Projekts »Freizeiteinrichtungen« umgesetzt wird, ist die Fertigstellung des Beachvolleyballplatzes und der Gehweg von Glantschach nach Wildenstein. Weiters wurde der Jugend ein Raum im Gemeindeamt für Freizeitaktivitäten und Treffen zur Verfügung gestellt, der gerade hergerichtet wird. Bis zum nächsten Advent soll auch dem Wunsch der Bevölkerung nachgekommen werden, die desolate Weihnachtsbeleuchtung zu erneuern.

Bei der anschließenden Diskussion waren sich alle Anwesenden einig, dass auch die Bevölkerung gefordert ist, wenn man die Projekte erfolgreich umsetzen will. »Diese Präsentation ist kein Abschluss, sondern ein Auftakt«, so Mak.

Die Projekte:

1.) Das kreieren einer Dachmarke für Gallizien

2.) digitale Bürgerbeteiligung und -info (ev. mittels App)

3.) Neubürger-Integration

4.) Gemeindezentrum/Begegnungszone/Ortsplatz

5.) Weihnachtsbeleuchtung

6.) Liegenschaftsmanagement/Betriebsansiedlung

7.) Gewerbemesse/Tag der Vereine veranstalten

8.) Freizeiteinrichtungen (Beachvolleyballplatz, Spielplatz, Geh- und Radwege)

9.) Aktivierung und Unterstützung von Jugendaktivitäten

10.) Soziale Treffpunkt- und Betreuungsinitiativen schaffen (PC-Stammtisch für Senioren)

11.) Wohnortmarketing

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