Günther Golob möchte auf den MarsAusgabe | Mittwoch, 30. Januar 2019

Der Lavanttaler Günther Golob könnte einer der ersten Menschen auf dem Mars sein.

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Sie könnten einer der ersten Menschen sein, die den Mars betreten werden. War es schon als Kind Ihr Traum,  Astronaut zu werden?

Alles was ich bislang gemacht habe, waren Kindheitsträume zu verfolgen. Sei es mein Engagement als Musiker, meine Agentur oder das Musikmagazin. So auch Astronaut: Mit sechs Jahren habe ich das erste Mal einen Raumfahrer gesehen und das hat mich sehr fasziniert. Als ich 2012 von »Mars One« hörte, tauchte sofort dieses Bild aus meiner Kindheit wieder in meinem Kopf auf.

Und da haben Sie sich gedacht, Sie legen das Musikmagazin auf Eis und fliegen zum Mars?

Das Magazin »X-RockZ« wurde im Jahr 2010 gegründet. Ich hatte zuvor, von 2004 bis 2009 eine Musikagentur. Aber nach der Wirtschaftskrise hat sich dieses Geschäft nicht mehr gelohnt und ich musste mir etwas Neues überlegen. Nachdem ich mich für »Mars One« beworben hatte, musste ich das Magazin im Jahr 2015 einstellen. Ein Musikmagazin erfordert 24/7-Einsatz und kann nicht so nebenbei betrieben werden. 

Wann haben Sie sich für das Projekt »Mars One« beworben?

2012 ist das Projekt der Öffentlichkeit vorstellt worden und ich dachte mir: Wahnsinn, da muss ich mich bewerben, da will ich dabei sein. Ich habe mich danach zunächst mit dem Projekt beschäftigt und es drei Monate lang intensiv verfolgt. Im Feber 2013 habe ich mich schließlich beworben. Nachdem ich die ersten Auswahlverfahren überstanden hatte, reiste ich in die USA, um mich persönlich von dem Projekt zu überzeugen.

Sie haben die ersten Hürden bewältigt. Was steht noch zwischen Ihnen und dem Mars?

Ich habe die ersten Auswahlverfahren überstanden und bin nun unter den letzten 100 Bewerbern, 50 Männer und 50 Frauen. Beworben haben sich rund 200.000 Leute weltweit. Nun stehen noch weitere »Testtage« auf dem Programm. Als nächstes werden wir alle zusammen für eine Woche in die Wüste geschickt, dort soll getestet werden, wie sich die Mitglieder in der Gruppe verhalten und zusammenarbeiten. 40 Leute werden weiter kommen, die dann für zwei bis drei Monate in eine Isolierkammer kommen, wo ihre Psyche genau unter die Lupe genommen wird. Und wenn ich das alles und noch einen abschließenden Psychotest schaffe, bin ich bei der achtjährigen Ausbildung dabei, die mich auf den Mars vorbereiten soll.

Und dann geht es per One-Way-Ticket zum Mars.  Aber wann?

Ich sage einmal sicher nicht vor 2030, wahrscheinlich Anfang der 30er-Jahre. Ich bin davon überzeugt, dass bis dahin noch viel passieren wird.

Was haben Ihre Familie und Freunde zu Ihrer Entscheidung zum Mars fliegen zu wollen gesagt?

Meine Familie steht zu hundert Prozent hinter mir. Wenn das  nicht so wäre, würde ich es ja auch nicht machen. Außerdem können wir dann ja auch noch regelmäßig kommunizieren. Von Freunden gab es schon kritische Stimmen, viele können sich das noch immer nicht vorstellen. Aber ich bin davon überzeugt, dass Menschen zum Mars fliegen werden. Irgendwann wird es passieren, mit mir oder ohne mich.

Wie soll denn diese Kommunikation vom Mars aussehen, da gibt es ja eine gewaltige Zeitverzögerung?

Wenn der Mars der Erde am Nächsten ist, beträgt die Entfernung 56 Millionen Kilometer, bei der größten Entfernung sind es 401 Millionen Kilometer. Es befinden sich ja schon jetzt Kommunikationssatelliten im Orbit vom Mars. Die Verzögerung bei der Übertragung einer Nachricht beträgt zwischen drei und 21 Minuten. Aber bis zur Marsmission vergehen noch einige Jahre und da wird sich technisch noch einiges tun. Derzeit beträgt die Reisedauer zum Mars sieben Monate, ich gehe davon aus, dass es mit schnelleren Antriebssystemen in 57 Tagen gehen wird. 

Sie hatten eine Musikagentur und waren Herausgeber eines Musikmagazins. Nun haben Sie alles hingeworfen für einen möglichen Flug zum Mars. Wovon leben Sie derzeit?

Ich absolviere derzeit viele Auftritte, wo ich das Projekt vorstelle, erläutere wie ich mich auf die einzelnen Herausforderungen vorbereite und was ich mir erwarte. Am 7. Feber bin ich übrigens zu Gast in St. Paul. Am Vormittag halte ich einen Vortrag an der NMS und am Abend bin ich dann zu Gast im Rathaus. Mein Geld verdiene ich auch mit der Öffentlichkeitsarbeit für eine Integrationsschule in Graz. Daneben halte ich noch Seminare für Unternehmen.

Sind wir im Universum alleine oder glauben Sie, dass es noch irgendwo Leben gibt?

Wenn Jemand glaubt, dass wir die einzige intelligente Lebensform sind, dann ist das schon sehr egoistisch. Es gibt alleine in der Milchstraße eine Billion Sterne mit vielen bewohnbaren Planeten. Und das gesamte Universum besteht wiederum aus Billionen Galaxien, da gibt es sicher noch irgendwo Leben. Davon bin ich hundertprozentig überzeugt.

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