Der neue C5 Aircross im TestAusgabe | Mittwoch, 23. Januar 2019

Die Franzosen haben ihrem ersten großen SUV, der jetzt taufrisch bei den Händlern steht, eine Federung verpasst, der kein Schlagloch Paroli bieten kann. Der C5 Aircross kann aber noch mehr: Er lässt den Fahrer cooler aussehen als seinerzeit den guten alten Jean Gabin.

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Wolfsberg. Das waren noch Zeiten: Jean Gabin klettert – leider schon etwas hüftschwer – in einem Schwarz-Weiß-Film aus einem Citroën, lehnt sich cool gegen die Wagentüre und steckt sich eine Gauloises zwischen die Lippen. Rauchen ist mittlerweile pfui, cool sein kann man mit einem Citroën aber immer noch – und leichter aussteigen obendrein. Denn der nagelneue C5 Aircross ist der erste große SUV, denn die Franzosen auf den Markt bringen: hoch, breit und mehr als bequem.

Die Unterkärntner Nachrichten testeten ein top ausgestattetes Modell, das uns vom Wolfsberger Autohaus Pirker geborgt wurde. Der C5 bot neben 181 Diesel-PS auch eine Achtgang-Automatik, elektrische Heckklappe, einen Parkassistenten mit 360-Grad-Rundumblick, Grip Control mit Bergabfahrassistent – und der »Advanced Comfort Federung«. Sie macht sich schon bei Beginn der Fahrt bemerkbar: Wird der C5 gestartet, hebt er sich wie von Geisterhand. Zugegeben, das ist bei Citroën nicht neu, aber immer wieder ein Hingucker.

20 Patente
Die neue Federung mit progressivem hydraulischem Anschlag, für die die Franzosen mehr als 20 Patente angemeldet haben, erzeugt den Effekt eines »fliegenden Teppichs« und fühlt sich an, als würde der Wagen über Unebenheiten drüber fliegen. Wer nun ein schwammiges Fahrverhalten befürchtet, der irrt: Der SUV reagiert exakt auf jede Lenkbewegung.

Was man bei einem Diesel gar nicht mehr mag, ist das Nagelgeräusch. Auch hier zeigt sich der C5 souverän: Der Motor ist zwar leise zu hören, sein Brummen verströmt aber kein Traktor-Feeling. Das hören wir gerne.

Nachdem mit dem – sehr stylischen – Wahlhebel die Automatik aktiviert wurde, geht es los. Gutmütig zieht der Wagen an, wird das Pedal tiefer getreten, zeigt sich, dass genügend Kraft vorhanden ist, um die 1.611 Kilo Eigengewicht ordentlich zu bewegen. Wer es ausprobieren möchte: Der Hersteller gibt die Höchstgeschwindigkeit für dieses Modell mit 211 km/h an.

Aber Autobahn kann heutzutage eh (fast) jedes Auto. Die Qualitäten eines Wagens zeigen sich auf kurvigen Bergstraßen. Aufwärts vermittelt der c5 seinem Fahrer ein Gefühl von Sicherheit und Souveränität. Bergab beginnt man die Paddles zu schätzen, die links und rechts des Lenkrads angebracht sind. Musste man früher mit dem Schalthebel kämpfen, um einen niedrigeren Gang einzulegen und ein Automatik-Fahrzeug daran zu hindern, zum frei fallenden Geschoss zu werden, reicht heute ein Druck auf ein Paddle aus. Schon bremst sich der Wagen ein und die Talfahrt wird nicht zur Nervenprobe. Wer es einmal mit Paddles probiert hat, schwört darauf.

Wir halten an, um eine Gauloises zu inhalieren und den Aircross außen unter die Lupe zu nehmen. Ergebnis: Hübsch ist er. Die rot lackierten Innenseiten der Dachträger taugten uns besonders. Fazit: Der C5 hat das Zeug, in seinem Segment, in dem auch der VW Tiguan mitspielt, zu »wildern«.

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