Brachialer LuxusAusgabe | Donnerstag, 3. Januar 2019

Die Motorhaube ist so hoch oben, dass sich der darauf abgestellte Kaffeebecher fast auf Schulterhöhe befindet. Der Navara ist aber nicht nur ein »Trumm« von einem Auto, er verwöhnt seinen Fahrer auch mit vielen luxuriösen Extras – passend für jede Lebenslage.

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Wolfsberg. Schwarz ist schon einmal sehr gut. Das war der erste Eindruck, den wir vom Nissan Navara hatten, als wir ihn beim Wolfsberger Autohaus Dohr abholten. Der zweite entstand beim Einsteigen: Bist du moped, das ist ein Gerät! War der Navara, der von Nissan seit 1986 gebaut wird und dessen vierte Generation derzeit zu haben ist, einst ein reines »Nutztier«, das bevorzugt in der Landwirtschaft und am Bau eingesetzt wurde, hat sich der Pick-up zum Zeitgeist-Mobil gemausert. Motto: »Tagsüber schaffe ich Ziegel heran, abends stehe ich vor dem Opernhaus.« Und jedes Mal hinterlässt er einen guten Eindruck.

Unser Modell präsentierte sich außen robust, breit und hoch. Die Motorhaube ist so weit oben, dass sich der Kaffeebecher, der während einer Kunst- und Betrachtungspause im Rahmen der Testfahrt darauf abgestellt wurde, fast auf Schulterhöhe befand. Möchte der durchschnittlich gewachsene Mensch einen Blick auf den Boden der 1,58 Meter langen und 1,56 Meter breiten Ladefläche werfen, muss er sich schon ein wenig strecken. So viel zu den Dimensionen des Navara.

Der blanke Luxus
Innen herrscht ein ganz anderes Flair. Gestartet wird per Knopfdruck, es gibt eine Rückfahr- und eine Frontkamera, die Ledersitze sind beheizbar, dazu Einparkhilfe, Navigation, sogar ein Schiebedach. Der Wählhebel für die Siebengang-Automatik befindet sich zwischen auf Hochglanz polierten Paneelen. Unser Testwagen war mit einer Doppelkabine ausgestattet, die hinten drei Passagieren bequeme Plätze anbietet.

Insgesamt also der blanke Luxus, den man eigentlich in einer Limousine erwartet. Trotzdem ist der Navara weit davon entfernt, ein »Poser« zu sein, der lediglich so tut, als ob, in Wahrheit aber nicht mehr kann. Der Fahrer hat weiterhin die Wahl der Antriebsweise: Per Drehknopf ist er mit Hinterrad, Allrad oder Allrad samt Untersetzung unterwegs – wenn er nach der Oper beispielsweise Lust auf extremes Gelände spürt. Auch eine Bergabfahrhilfe ist an Bord.

Angetrieben wird der 2.073 Kilo schwere Pick-up von einem Dieselmotor mit 2.299 Kubikzentimetern und 190 PS. Das reicht für eine Höchstgeschwindigkeit von 184 km/h, was für ein Auto dieser Größe ein beachtlicher Wert ist. Wird das Gaspedal ordentlich getreten, beschleunigt der Navara auch ordentlich. Dann muss aber auch ein höherer Spritverbrauch einkalkuliert werden.

Auf der Autobahn lässt er sich bei Tempo 130 dank der leichtgängigen Servolenkung mit einer Hand locker dirigieren. Obwohl sehr hochbeinig, liegt er satt auf der Straße und vermittelt ein Gefühl von Unverwundbarkeit. Auch im Stadtverkehr ist er – entgegen der eigenen Erwartung – spritzig unterwegs. Ein Stoßgebet vor dem Einparken ist nicht notwendig, die Rückfahrkamera leistet hier exzellente Dienste und hilft beim millimetergenauen Rangieren.

Auch sonst ist beim Kauf keine Sorge angebracht: Nissan gibt eine fünf Jahre (oder 160.000 Kilometer) währende Garantie.

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