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Streit um Seilwinde für Feuerwehr und Minus beim Nachtragsvoranschlag in Frantschach-St. GertraudAusgabe 40 | Mittwoch, 30. September 2026

Der Gemeinderat von Frantschach-St. Gertraud hat den ersten Nachtragsvoranschlag 2026 mehrheitlich beschlossen. Diskussionen gab es nicht nur über das Defizit von 336.300 Euro, sondern auch über die Finanzierung einer Seilwinde für das Tanklöschfahrzeug.

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Frantschach-St. Gertraud. Zu Beginn der Gemeinderatssitzung in Frantschach-St. Gertraud am vergangenen Mittwoch, 23. September, informierte die Vorsitzende des Kontrollausschusses, Gemeinderätin Roswitha Klösch, über die Prüfung des Jahresabschlusses 2025 der Veranstaltungszentrum Frantschach-St. Gertraud KG. Die Kontrolle verlief ohne Beanstandungen.

Anschließend rückte der erste Nachtragsvoranschlag für das Jahr 2026 in den Fokus der Beratungen. Gegenüber dem ursprünglichen Budget mussten zahlreiche zusätzliche Ausgaben berücksichtigt werden. Diese reichen von Personalausfällen, Mitarbeiterausbildungen und Sitzungsgeldern über steigende Energiekosten und höhere Umlagen bis hin zu Investitionen in die öffentliche Sicherheit und Infrastrukturmaßnahmen. Insgesamt weist der Nachtragsvoranschlag ein operatives Eigenfinanzierungsdefizit von 336.300 Euro auf. Der Beschluss wurde mehrheitlich mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und FPÖ gefasst.

Kritische Töne kamen von Ernst Vallant (FSGA). Er kündigte an, dem Nachtragsvoranschlag nicht zuzustimmen. Aus seiner Sicht müsse künftig bereits bei der Erstellung der Budgets sorgfältiger geplant werden. »Meines Wissens ist nichts Gravierendes passiert, das ein so hohes Minus rechtfertigt«, erklärte er. Gemeindevorstand Kurt Jöbstl (ÖVP) meinte: »Viele der zusätzlichen Kosten sind für Maßnahmen entstanden, die dringend notwendig gewesen sind und vom Gemeinderat gemeinsam beschlossen wurden.« Als Beispiel nannte er Brückensanierungen und weitere Infrastrukturprojekte. »Es bleibt uns nichts anderes übrig. Wir mussten das machen«, betonte Jöbstl. Gleichzeitig räumte er ein, dass künftig noch genauer geprüft werden müsse, welche zusätzlichen Belastungen im Laufe eines Jahres entstehen könnten.

Bürgermeister Günther Vallant (SPÖ) zeigte Verständnis für die vorgebrachte Kritik, verwies aber ebenfalls auf zahlreiche Faktoren, die das ursprüngliche Budget verändert hätten. Er wies aber auch darauf hin, dass es für Ausgaben in Höhe von 131.000 Euro, einstimmige Beschlüsse gibt. »Diese 131.000 Euro betreffen überwiegend die Infrastruktur. Zudem waren manche Ausgaben schlicht nicht vorhersehbar gewesen«, erklärte der Bürgermeister. Als Beispiele nannte er einen Defekt bei einer Feuerwehrpumpe oder die gestiegenen Kosten für die Straßenbeleuchtung und Sportanlagen. Auch Personalausfälle hätten zusätzliche Belastungen verursacht, da Ersatzkräfte benötigt wurden. Hinzu kämen höhere Sitzungsgelder, steigende Energiekosten und erhöhte Umlagen, auf die die Gemeinde keinen unmittelbaren Einfluss habe.

Seilwinde für die Feuerwehr

Länger diskutiert wurde über die Abänderung des Finanzierungsplans für ein Feuerwehrauto. Das Tanklöschfahrzeugs für die FF Frantschach-St. Gertraud soll mit einer Seilwinde – Kosten: 58.000 Euro – ausgestattet werden. Und die Finanzierung dieser Zusatzausstattung sorgte für Diskussion. Wie Bürgermeister Vallant erläuterte, habe die Gemeinde in Gesprächen mit dem Unternehmen Mondi erfahren, dass sich der Industriebetrieb – der sich mit 50 Prozent an der Anschaffung des Fahrzeugs beteiligt hat – nicht an den Kosten für die Seilwinde beteiligen werde. Für die Anschaffung leistete Mondi einen Zuschuss von 166.000 Euro. Gemeindevorstand Jöbstl zeigte sich überrascht: »Meiner Ansicht nach sollte eine einmal getroffene Vereinbarung auch eingehalten werden. Die Seilwinde ist wichtig. Deshalb sind wir selbstverständlich dafür. Aber ich bin schon verwundert, dass hier keine Unterstützung erfolgt.«

Auch Ernst Vallant äußerte sich kritisch: »Ich halte es für verwunderlich, dass es überhaupt zu einer Änderung des Finanzierungsplans kommen muss. Ich denke, die Details wurden mit Mondi im Vorfeld nicht ausreichend besprochen. Wir müssen künftig genauer und detaillierter verhandeln, damit es später keine Überraschungen gibt.« Bürgermeister Vallant widersprach dieser Darstellung: »Es gibt einen gültigen Gemeinderatsbeschluss, der von Mondi als Grundlage für die Finanzierung eingefordert wurde. Von einer unklaren Gesprächsführung kann daher keine Rede sein. Ich nehme zur Kenntnis, dass bestimmte Ausrüstungsgegenstände nicht von Förderpartnern mitfinanziert werden.« Trotz der kontroversen Debatte herrschte am Ende Einigkeit darüber, dass die Feuerwehren bestmöglich ausgestattet sein müssen. 

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