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Bitteres Finale: Lengauer und Rausch verpassen Rallye-Staatsmeistertitel auf letzten KilometernAusgabe 36 | Mittwoch, 2. September 2026

Für den Wolfsberger Co-Piloten Jürgen Rausch endete der Titelkampf bei der »Land der 1000 Hügel Rallye« bitter. Gemeinsam mit Michael Lengauer lag er bis zum Finale auf Titelkurs, ehe ein Felgenbruch wenige Kilometer vor dem Ziel für das Duo das Aus brachte.

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Krumbach. Die »Land der 1000 Hügel Rallye« am 28. und 29. August in Krumbach hätte für Michael Lengauer und seinen Wolfsberger Co-Piloten Jürgen Rausch kaum dramatischer enden können. Nach einem starken Start und einem über weite Strecken offenen Kampf um den österreichischen Rallye-Staatsmeistertitel war der Traum vom Meisterschaftsgewinn wenige Kilometer vor dem Ziel beendet. Ein Felgenbruch nach einem Ausritt auf der letzten Sonderprüfung bedeutete das vorzeitige Aus.

Dabei war das Duo zunächst hervorragend unterwegs. Lengauer fand in seinem Citroën C3 Rally2 schnell den Rhythmus und hielt den Anschluss an die Spitze. Zwischen Hermann Neubauer, Simon Wagner und Lengauer lagen teilweise nur wenige Sekunden. »Wir waren alle so am Limit. Alle drei haben gesagt, da passt nichts mehr dazwischen, so eng ist es«, schildert Rausch die Situation an der Spitze.

Auch der Rückstand auf den späteren Sieger Hermann Neubauer war zunächst gering. »Wir waren am Anfang, wie gedacht, gut dabei und haben gehofft, dass wir nicht ein bisschen Zeit brauchen, um reinzufinden«, erklärt Rausch. Die Abstimmung des Autos, Lengauer wechselte mitten in der Saison von Skoda auf Citroën, war für das Team noch etwas ungewiss. Trotzdem betrug der Rückstand lediglich drei bis vier Sekunden. »Wir haben gewusst, dass Neubauer gut drauf ist. Der Rückstand betrug wenige Sekunden, das war top für uns.«

Der lose Stecker
Dann folgte allerdings der erste Rückschlag. Kurz nach dem Service zwischen der zweiten und dritten Sonderprüfung ging der Motor aus. Lengauer und Rausch mussten anhalten und nach der Ursache suchen. Nach rund zehn Minuten und einem Telefonat mit dem Ingenieur war der Fehler gefunden: Ein Stecker am Kurbelwellensensor hatte sich gelöst.

Das Problem konnte zwar behoben werden, doch die verlorene Zeit war nicht mehr wettzumachen. Das Duo kam rund zehn Sekunden zu spät zur Zeitkontrolle und kassierte dafür zehn Strafsekunden. Rausch sagt: »Dann ist es für die Konkurrenz schon leichter. Statt vier sind es 14 Sekunden, die du aufzuholen hast. Wenn es um jede Sekunde geht, ist das einfach zu viel.«

Trotzdem blieb Lengauer im Titelkampf. Als Simon Wagner auf der fünften Sonderprüfung ausschied, spitzte sich das Duell mit Neubauer weiter zu. Der Niederösterreicher verlor auf dem Rundkurs zwar etwas Zeit, wusste aber ebenso, dass er sich keinen Fehler erlauben durfte. »Vor der letzten Prüfung haben wir aber gewusst: Wenn Hermann (Anm.: Neubauer) keinen technischen Defekt hat, dann bringt er das heim.«

Lengauer und Rausch wollten dennoch alles versuchen. „Wir wollten dabei bleiben und sind volle Attacke gefahren«, blickt der Eitweger zurück. Die Entscheidung fiel schließlich auf der letzten Sonderprüfung. Auf dem Schotter geriet Lengauer etwas aus der Linie und touchierte mit der Hinterachse einen Randstein. Dabei wurden die Aufhängung und die Felge beschädigt. Wenige Kilometer vor dem Ziel war die Rallye für das Duo beendet.

Vizetitel für Lengauer
Den Staatsmeistertitel 2026 holte sich Hermann Neubauer mit 142 Punkten vor Michael Lengauer mit 106 und dem fünffachen Champion Simon Wagner mit 101 Punkten. Damit ist Neubauer zum dritten Mal nach 2016 und 2019 österreichischer Rallye-Staatsmeister, während Lengauer bereits in seiner ersten kompletten Saison den Vizemeistertitel erobert.

Die Enttäuschung war zunächst zwar groß. Gleichzeitig überwiegt bei Rausch aber der Stolz auf die gesamte Saison. »Wir sind auf jeden Fall zufrieden, wissen, dass wir super dabei sind. Das passt, da geht es um kleine Abstimmungen.« Teilweise lagen die Spitzenpiloten auf 17 Kilometern nur 0,9 Sekunden auseinander – ein Beleg für die enorme Leistungsdichte in der österreichischen Spitze.

Den verpassten Titel will Rausch auch nicht ausschließlich auf das Finale zurückführen: »Verloren haben wir die Meisterschaft nicht an diesem Wochenende, sondern im Rebenland und im Lavanttal. Da haben wir es versemmelt. Sonst hätte bei der ›1.000 Hügel Rallye‹ ein zehnter Platz gereicht.«

Mit dem Vizestaatsmeistertitel steht für Lengauer und Rausch ein starkes Saisonergebnis zu Buche. »In dem starken Teilnehmerfeld ist ein Vizestaatsmeistertitel super«, lautet Rauschs Fazit. Gleichzeitig sieht er noch Luft nach oben: »Wir wissen, dass wir zeitentechnisch dabei sind. Jeder fährt auf Anschlag, da passt kein Blatt mehr rein.« Für die kommende Saison soll nun an den kleinen Details gearbeitet werden: »Eine Kleinigkeit finden wir noch und ein paar Fehler stellen wir ab.«

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