Artikel
St. Andrä. Eddy Klemel, bis 2017 Betreiber des Mosthofs in St. Georgen, hat viel erlebt. Das, was sich derzeit vor der Tür seines Hauses in Gemmersdorf abspielt, kann er trotzdem nicht fassen. Zuletzt kam es innerhalb von vier Wochen zu zwei Wasserrohrbrüchen – mit laut ihm dramatischen Folgen. »Seit 2015 waren es mehreren Brüche«, sagt der 68-Jährige, »nun werden die Hausfundamente unterspült, was eine Wertminderung unvorstellbaren Ausmaßes darstellt.« Da von Schadensregulierung keine Rede sein kann, fordert er die sofortige Erneuerung der auf seinem Grund liegenden Wasserleitung. Und nicht nur das.
Am 14. Oktober rief ihn seine Frau in Thailand an und berichtete ihm, Wasser stehe vor dem Haus. »Ich habe meinen Urlaub abgebrochen und bin heimgeflogen. Als ich am nächsten Tag ankam, war das gegrabene Loch schon wieder zu.« Allerdings nicht lange: Am 6. November drang abermals Wasser aus dem Boden. Klemel: »Erst wurde der Bruch am falschen Ort vermutet, unter einer Grünfläche. Als meine Pflanzen ausgerissen waren, zeigte sich, dass der Schadensort woanders lag, wieder vor meinem Haus, direkt neben der Bruchstelle vom 14. Oktober.«
»Im Bericht steht, mein Schaden betrage 100 Euro. Das ist ein Witz«
Eddy Klemel, Hausbesitzer
Laut dem 68-Jährigen wurde mit einem gemeindeeigenen Bagger versucht, das Erdreich auszuheben: »Das ging aber nicht, weil die Erde so durchnässt war, dass sie immer wieder nachrutschte. Ein großer Bagger musste geholt werden.« Nachdem das gebrochene Rohr geflickt war, forderte der Gemmerdorfer, das Baulos geöffnet zu lassen, damit ein Sachverständiger das ganze Ausmaß des Schadens untersuchen könne. Die Grube wurde zugeschüttet ...
Klemel: »Die Nachbarn rundherum sind verärgert, weil sie oft kein Wasser haben. Meine Frau betreibt im Haus einen Thai-Massagesalon, in dem sich die Kunden entspannen sollen. Wie soll das gehen, wenn vor der Tür dauernd gebaggert wird?«
Schäden am Gebäude
Doch am schwersten trifft es das Haus selbst: Der 68-Jährige zeigt auf Risse an der Außenfassade, die sich gebildet haben. Einer zieht sich deutlich sichtbar durch das ganze Gebäude: Von der einen Außenwand über den Fußboden im Obergeschoss bis zur anderen Seite. Laut Klemel hat sich das Wasser einen Weg um das ganze Haus gesucht – und destabilisiert nicht nur das Fundament, sondern dringt auch durch die Wände ein. Mehrere Räume im Keller sind bereits feucht, Fliesen heben sich ab, auch unter den zehn Tonnen gelagerten Heizpellets vermutet er Wasser.
Auf dem Schaden blieb er bisher sitzen: »Vor einigen Jahren bekam ich einmal 400 Euro. Und als ich jetzt nach größten Problemen von der Gemeinde den Bericht über den Rohrbruch vom 14. Oktober erhalten habe, stand darin, die Summe meines Schadens betrage 100 Euro. Das ist ein Witz.«
Ein angeforderter Sachverständiger meinte vor einiger Zeit zum 68-Jährigen, er müsse beweisen, dass die Räume zuvor trocken waren: »Wie soll ich das nach den vielen Vorkommnissen machen?«
Jetzt reicht es Klemel. Er fordert: »Alles muss auf Kosten der Gemeinde aufgebaggert werden, damit festgestellt werden kann, wie groß der Schaden am Haus wirklich ist. Dann muss saniert werden. Außerdem möchte ich, dass die Leitung nicht mehr auf meinem Grund verläuft.«
Zumindest aber müsse die ganze Leitung entlang seines Hauses durch eine neue ersetzt werden: »Auch die Arbeiter sagten zuletzt zu mir: ›Eddy, tu etwas, denn was wir hier machen, ist umsonst.‹«
Die Gemeinde antwortet
Der St. Andräer Amtsleiter Andreas Sneditz kennt den Fall und sagt: »Seit 2015 hat es drei Rohrbrüche vor dem Haus Klemels gegeben, mehr waren es nicht.«
Zur Forderung des Hausbesitzers nach einer neuen Leitung meint er: »Das wäre wünschenswert, wir würden das auch gerne machen. Aber es ist aufgrund der derzeitigen Budgetlage einfach nicht möglich.« Und zu der von Klemel begehrten Öffnung des Bodens: »Das läuft ab wie bei jedem Rohrbruch: Unsere Wassermeister reparieren den Schaden, danach kommt ein Sachverständiger, der begutachtet, danach wird alles der Versicherung gemeldet.« Aber warum wurde Klemels Schaden zuletzt nur auf 100 Euro taxiert? »Das weiß ich nicht«, so der Amtsleiter, »das geht vom Sachverständigen aus. Es ist nicht Sache der Gemeinde, sondern der Versicherung, dafür haben wir sie ja.«
Ob eine Verlegung der Wasserleitung weg von Klemels Grund möglich wäre, kann Sneditz nicht sagen: »Experten müssten sich vor Ort ansehen, ob das zielführend und mit der vorgeschriebenen Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit vereinbar wäre. Klemel könnte einen Antrag stellen.«
Der ist derzeit ziemlich »angespeist« vom Wasser – und von der Stadtgemeinde ...

Von Horst Kakl
Stadtgemeinde Wolfsberg startet offiziellen WhatsApp-Kanal
LKH Wolfsberg erhält acht Betten für die neue Übergangspflege
Lehrende der Musikschule Wolfsberg luden zum Konzert »Licht & Klang«
0 Kommentare Kommentieren
Keine Kommentare gefunden!