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Frantschach-St. Gertraud. Lang, lang ist es her, seit der Kamper Energielandwirt Franz Dorner das Projekt Windpark Bär-ofen vorstellte. 2011 präsentierte Dorner das Vorhaben erstmals im Gemeinderat der Marktgemeinde Frantschach-St. Gertraud.
Doch dann ging es alles andere als schnell. Zunächst wurden Windmessungen durchgeführt, 2013 erfolgte die Beantragung des naturschutzrechtlichen Verfahrens. Das wurde aber nicht gestartet, da man zunächst abklären musste, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig sei oder nicht. 2016 waren alle behördlichen Verfahren abgeschlossen, es fehlten aber entsprechende Bescheide. Die Betreiber zogen ihren Antrag zurück, gaben aber nicht auf – und 2016 wurde der Entschluss gefasst, eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen. Während auf der steirischen Seite die ersten Windräder errichtet wurden, hieß es auf der Kärntner Seite »bitte warten«.
2017 durchlief das Projekt doch noch eine Umweltverträglichkeitsprüfung, die UVP-Verhandlung fand drei Jahre später in Frantschach-St. Gertraud statt. Dabei gab es Proteste und Einsprüche von Bürgern und Umwelt- und Naturschutzorganisationen. Doch letztendlich blitzten die Windradgegner 2024 vor dem Höchstgericht ab.
Im Jänner 2025 hat das österreichische Energieunternehmen Püspök das Projekt übernommen. In der Vorwoche wurde schließlich mit dem Bau der Windräder begonnen. Dabei wird auch Wert auf den Naturschutz gelegt. Dorner erzählt, dass zum Beispiel Ameisenhügel versetzt und Trennwände zu sensiblen Bereichen errichtet werden.
14 Jahre später
Viele haben nicht mehr daran geglaubt, aber jetzt wird tatsächlich gebaut. Der Windkraftbetreiber Püspök wird acht Windräder errichten, die Strom für rund 18.000 Haushalte liefern sollen.
Dorner zeigt sich erfreut: »Dieser Windpark ist es ein Pionierprojekt. Es hat über 14 Jahre gedauert und es war ein harter Kampf. ich habe enorm viel Zeit und Geld in dieses Projekt investiert. Ich bin froh, dass die Arbeiten nun begonnen haben.« Insgesamt werden rund 50 Millionen Euro in das Projekt investiert. Der erste Strom soll im Herbst 2026 fließen. »Höchste Priorität hat beim Bau des Windparks Bärofen die Natur, Umweltschutz, Tier und Pflanzenwelt. So wird zum Beispiel durch Holzplanken der Steinbrech (Anm.: eine Pflanzenart) geschützt«, erzählt Dorner.
Leitung ins Tal verlegt
Für die Ableitung des Stroms wird eine 18 Kilometer lange Leitung zum Umspannwerk in Wolfsberg verlegt – unterirdisch. 250 Strommasten sollen laut Dorner abmontiert und die bisherige Leitung unter die Erde verlegt werden. Dadurch sind die Kabel auch vor Umwelteinflüssen geschützt und es soll zu keinen Problemen mehr – wie oftmals im Winter – durch herabstürzende Äste kommen. Gleichzeitig baut die Kelag ihr Netz aus. Laut Dorner könne über die Kabel dann auch schnelles Internet auf den Berg gelangen.
Mehr in Windkraft investieren
Dorner spricht sich weiters dafür aus, künftig noch mehr in Windkraftanlagen zu investieren. »Kärnten importiert noch immer 1,6 Terrawatt Strom, das kostet rund 500 Millionen Euro. Es wäre wohl sinnvoller, den Strom selbst zu produzieren«, sagt Dorner, der an die Kärntner Politik appelliert: »Für die Zukunft ist wichtig, dass die Kärntner Politik genug Zonen ausweist, um 140 Windräder bauen zu können, denn bis zum Jahr 2040 wird sich der Stromverbrauch verdoppeln.«
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