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Postpartner in St. Andrä stellt Betrieb wieder ein, Nachfolger wird gesuchtAusgabe 36 | Freitag, 4. September 2026

Die Post bestätigt den Rückzug und betont gleichzeitig, dass St. Andrä nicht ohne Postservices bleiben soll. Man sei bereits in Gesprächen mit möglichen neuen Partnern.

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St. Andrä. Was im Frühjahr als große Erleichterung für die St. Andräer Bevölkerung gefeiert wurde, endet nun früher als erwartet: Graf’s Markt‑Café, erst seit Ende März Postpartner im Stadtzentrum, gibt die Post‑Dienstleistungen bereits wieder ab (wir berichteten). Letzter Tag war der 27. August. Aktuell müssen Kunden auf umliegende Postpartner ausweichen.

Für viele St. Andräer ist das ein Rückschlag. Denn die Übernahme durch  Graf’s Markt‑Café hatte klare Vorteile gebracht: Die Postgeschäfte waren dank der langen Öffnungszeiten deutlich flexibler nutzbar. Die Kombination aus Nahversorger und Postpartner galt als modernes Modell, das ländliche Regionen stärken sollte.

Doch der Aufwand hinter den Kulissen war größer als gedacht. Betreiber Erich Graf schildert offen, warum der Postpartner nicht weitergeführt werden kann: »Das Postvolumen war viel stärker als erwartet. Wir hätten eine 30‑Stunden-Kraft dafür gebraucht, aber das ist mit der Provision der Post nicht abzudecken. Leider. Wir hätten es sehr gerne für die St. Andräer Kunden gemacht.«

Die Post bestätigt den Rückzug und betont gleichzeitig, dass St. Andrä nicht ohne Postservices bleiben soll. Man sei bereits in Gesprächen mit möglichen neuen Partnern. Ziel sei es, die Angebote rund um Post, bank99 und das Mobilfunkpaket »Yelllow« so rasch wie möglich wieder direkt im Ort verfügbar zu machen. Bis dahin übernimmt die Tabaktrafik Streißnig in St. Stefan alle Dienstleistungen – von Paketen über Briefe bis zu Finanzservices.

Viele Voraussetzungen
Warum ist es so schwierig, einen Postpartner zu finden? Gloria Kohlmaier, Pressesprecherin der Post, verweist auf klare Anforderungen: »Um Postpartner zu werden, müssen Interessenten verschiedene organisatorische und infrastrukturelle Voraussetzungen erfüllen. Unter anderem müssen geeignete Geschäfts- sowie Lagerflächen vorhanden sein, und der Betreibern hat eine entsprechende Gewerbeberechtigung vorzulegen. Der Betrieb muss darüber hinaus über geeignete Öffnungszeiten, serviceorientiertes Personal und eine gute Erreichbarkeit verfügen. Die Post unterstützt die interessierten Betriebe selbstverständlich bei den Schritten auf dem Weg zur Postpartnerschaft.«

Für St. Andrä bedeutet der erneute Wechsel vor allem eines: Unsicherheit. Viele Bürger hatten sich gerade an die neue Lösung gewöhnt. Besonders ältere Menschen, Pendler und Gewerbetreibende sind auf eine wohnortnahe Poststelle angewiesen. Dass nun wieder Wege in Nachbarorte nötig werden, sorgt für Unmut. Die Post versichert, dass eine Lösung für St. Andrä oberste Priorität hat. Gespräche laufen, konkrete Namen werden noch nicht genannt.

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