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St. Andrä, Paris. Als »stolzer Papa-Moment« bezeichnete Landesrat Daniel Fellner auf seiner Facebook-Seite den Einsatz seines Sohnes Noah Fellner (18) bei den »Paris World Games«. Der St. Andräer war in der Vorwoche als Fußball-Schiedsrichter bei diesem internationalen Jugend-Sportturnier, an dem Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 19 Jahre teilnehmen, mit dabei.
»Ich erhielt einen Anruf und wurde gefragt, ob ich Interesse hätte, in Paris als Schiedsrichter zu fungieren. Ich habe nicht lange überlegt«, lacht Fellner, der von Montag, 7., bis Samstag, 12. Juli, in Paris war und dort in acht Spielen als Hauptschiedsrichter, Linienrichter oder vierter Offizieller tätig war. Ein besonderer Moment für den 18-Jährigen, der die HTL Wolfsberg besucht und dort auch Schulsprecher ist, war die Tatsache, dass er unter anderem von FIFA-Schiedsrichter Daniele Chiffi beobachtet wurde. Fellner sagt: »Er ist draußen gesessen und hat mir nach dem Spiel Tipps gegeben und mir gesagt, was gut war und was ich besser machen kann.«
Im Finale mit dabei
Bei den einzelnen Spielen wurden die Schiedsrichter-Gruppen »zusammengewürfelt«. »Die Kommunikation mit den Kollegen fand ausschließlich auf Englisch statt. Ich habe vor dem ersten Spiel noch einmal die Fachbegriffe studiert«, lacht Fellner. Von den insgesamt 87 Schiedsrichtern durften 40 in einem Finalspiel – es gab Finalspiele in verschiedenen Altersklassen, für Burschen und Mädchen getrennt – dabei sein. Auch Fellner war als Assistent im U13-Finale der Jungen einer davon: »Das war schon eine Ehre für mich, weil Schiedsrichter mit viel mehr Erfahrung dabei waren.«
Rückblickend auf die Woche in Frankreich sagt der 18-Jährige: »Es war eine tolle Erfahrung für mich. Ich habe viele neue Leute kennengelernt, und ich habe auch etwas von Paris gesehen, ich konnte den Eiffelturm und Notre-Dame besuchen.«
Beginn der Schiri-Karriere
Sein Interesse für die Schiedsrichter-Karriere wurde in St. Andrä geweckt. »Ich habe selber nie Fußball gespielt, ging aber immer zum SK St. Andrä zuschauen. Daraufhin habe ich mich erkundigt, was man für Kurse braucht, und habe mich gleich angemeldet«, sagt Fellner. Der viertägige Schiedsrichter-Kurs umfasst drei Tage Theorieausbildung, und am vierten Tag gilt es einen Lauf- und Regeltest zu bestehen. Letztere müssen jährlich erneut positiv abgelegt werden. Seine Ausbildung abgeschlossen und damit offiziell Schiedsrichter war der St. Andräer am 26. Juli 2022 – damals war er gerade einmal 15 Jahre alt. Mittlerweile befindet er sich im sogenannten Talentekader in Kärnten, dem 13 Schiedsrichter angehören, die speziell gefördert werden. Jeden Dienstag gilt es, die Ausbildung am Faaker See zu besuchen. Durch den Talentekader wird Fellner aller Voraussicht nach auch demnächst in der Unterliga pfeifen sowie in der Regionalliga an der Linie assistieren.
Ende Juni durfte der St. Andräer beim WAC-Testspiel gegen Deutschlandsberg in Bad St. Leonhard als Linienrichter mit dabei sein. Fellner sagt: »Wir kriegen die Einteilung per SMS zugeschickt, und ich dachte zuerst, sie hätten bei der Spieleinteilung einen Fehler gemacht. Mit meiner Leistung war ich sehr zufrieden, auch von den Kollegen habe ich Lob erhalten.«
Der kurzfristige Plan des 18-Jährigen, auf die Frage, wie es für ihn weitergeht, lautet: »Der Aufstieg in die Unterliga steht jetzt bevor. Ich möchte weiterkämpfen und mich bemühen, dass ich auch in der Regionalliga mitkomme. Ich werde alles an Tipps annehmen und versuchen umzusetzen. Nur so wird man besser.«
Langfristig ist sein erklärtes Ziel, internationale Spiele und Matches in der österreichischen Bundesliga leiten zu dürfen.
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