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Rallye: Michael Lengauer und Jürgen Rausch gaben Rebenland-Sieg erst kurz vor Schluss aus der HandAusgabe 12 | Mittwoch, 18. März 2026

Das Duo startete furios, legte in den ersten sechs Sonderprüfungen sechs Bestzeiten hin. Entscheidend war ein kurzer Regenguss, der dafür sorgte, dass Lengauer einen Ausritt auf die Wiese hinlegte. Am Ende siegte Simon Wagner mit rund einer Sekunde Vorsprung.

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Unterkärntner Nachrichten Redaktion Von Unterkärntner Nachrichten Redaktion officeno@spamunterkaerntner.at
Simon Wagner sicherte sich am Ende knapp den Sieg bei der Rebenland Rallye. Nur 1,1 Sekunden betrug sein Vorsprung auf Michael Lengauer (Bild unten, r.), der mit seinem Lavanttaler Co-Piloten Jürgen Rausch (Bild unten, l.) im Skoda Fabia Rallye2 (Bild oben) lange Zeit an der Spitze lag. Weiter geht es von 9. bis 11. April im Lavanttal. Foto: Illmer

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Leutschach. Die Rebenland Rallye 2026 mutierte über fast die ganze Zeit zur Showbühne für den Oberösterreicher Michael Lengauer. Der Lokomotivführer aus Grünberg bei Freistadt überraschte die Experten mit einer unglaublichen Performance. Er entzauberte den Favoriten Simon Wagner lange Zeit praktisch in dessen Wohnzimmer. Immerhin galt der fünffache Staatsmeister als Rebenland-Sieger der vergangenen vier Jahre naturgemäß auch heuer als Siegertipp Nummer eins. Doch Michael Lengauer kam mit seinem Lavanttaler Co-Piloten Jürgen Rausch immens selbstbewusst in die Südsteiermark, beteuerte schon im Vorfeld der Rallye seine Siegesabsichten, wenngleich er sich der riesigen Hürde namens Wagner bewusst war.

Mit sechs Bestzeiten in sechs Prüfungen am ersten Tag untermauerte der Skoda-Pilot seinen Wunsch zunächst eindrucksvoll und ging mit 24 Sekunden Vorsprung auf Wagner in den zweiten und letzten Renntag.

Druck von Wagner
Dort versuchte Wagner in der Früh gleich von Beginn an, Druck aufzubauen und Lengauer mit schnellen Zeiten zu verunsichern. Was ihm mit drei Bestmarken auf den ersten drei Prüfungen auch kurz gelang. Doch mitten im Flow von Wagner schlug Lengauer wieder zurück. Ausgerechnet auf den beiden langen Rundkursen Eichberg (14,7 km) und Schlossberg (20,7 km), wo Wagners Großangriff erwartet wurde, gelang Lengauer mit zwei Bestzeiten der vermeintlich entscheidende Gegenschlag. Den Rest der diesjährigen Rebenland Rallye wollten er und Co-Pilot Jürgen Rausch nützen, um den Triumph ohne unnötiges Risiko ins Ziel zu bringen.

»Im Lavanttal passiert mir so ein Fehler sicher nicht noch einmal, dann klappt es auch mit dem Sieg«
Michael Lengauer über seinen »Ausritt«

Ein kurzer Regenguss
Was folgte, war ein kurzer Regenguss und somit ein Alptraum für den Spitzenreiter. Ein Ausritt in die Wiese auf der vorletzten Prüfung in Schlossberg war Lengauers erster Fehler. Von 24,9 Sekunden Vorsprung blieben Lengauer für die letzten 7,7 Kilometer, der Powerstage in Eichberg, gerade einmal 1,3 Sekunden. Am allerletzten Drücker sicherte sich Wagner in diesem Duell seinen fünften Leutschach-Sieg in Folge. Nur 1,1 Sekunden entschieden die Rebenland Rallye in diesem Jahr.

Sieger Simon Wagner sagte nach der Rallye: »Ja, unverhofft kommt oft. Aber wir haben nie wirklich aufgegeben, immer an unsere Chance geglaubt. Ich war nach meiner Nasen-Operation gesundheitlich auch nicht ganz auf der Höhe. Gratulation an Lengi, er hat hier eine echt starke Leistung gezeigt. Ich hoffe, dass wir das Duell im Lavanttal wiederholen können.«

Michael Lengauer sah sich nicht als tragischer Held und sagte: »Wir müssen sehr stolz sein, dass wir diesen Speed gehen konnten und die Rallye so dominiert haben. Natürlich habe ich den entscheidenden Fehler gemacht, der mich den verdienten Sieg gekostet hat. Aber ich weiß jetzt, dass sich die Arbeit zwischen der Jännerrallye und dem Rebenland ausgezahlt hat, und vor allem, dass ich auch bei einem klassischen Asphalt-Meisterschaftslauf den Speed habe, um zu gewinnen. Im Lavanttal passiert mir so ein Fehler sicher nicht noch einmal, und dann klappt es auch mit dem Sieg.« Die 48. Lavanttal-Rallye findet von 9. bis 11. April statt. 

In der ORM 2 führte lange Zeit der junge Lavanttaler Maximilian Lichtenegger im Renault Clio Rally3 das Feld an, ehe er auf dem Rundkurs Eichberg (SP 12) ausritt und den Wagen abstellen musste. Damit entbrannte zwischen dem Grazer Günther Knobloch und dem Niederösterreicher Christoph Zellhofer ein Duell um den Sieg, das Günther Knobloch für sich entschied.

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