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Lavanttal, Völkermarkt. Anfang Jänner ging zum bereits 17. Mal die »Stunde der Wintervögel« von BirdLife Österreich über die Bühne. Und in diesem Jahr gab es in Kärnten eine Überraschung: Es gab so viele Teilnehmer wie noch nie zuvor. Es zählten 2.616 Menschen an 2.029 Standorten insgesamt 68.938 Vögel. Durchschnittlich wurden 34 Vögel von jedem Zählort gemeldet. Kärnten hebt sich mit dieser Zahl deutlich vom Österreich-Durchschnitt mit 29 Vögel je Zählort ab. Mit durchschnittlich neun Arten waren auch die meisten Vogelarten pro Meldung in Kärnten – gleichauf mit der Steiermark – zu finden.
Anders als in Restösterreich, wo die Kohlmeise den ersten Platz einnimmt, war in Kärnten der Feldsperling auf Platz eins. Er wurde an 58 Prozent der Zählorte beobachtet. Der Haussperling landete mit einem Zuwachs von 18 Prozent auf Platz zwei. Auf dem dritten Platz war die Kohlmeise, die in neun von zehn Gärten beobachtet wurde und somit an den meisten Zählorten anwesend war. Die Amsel landete auf Platz vier und konnte an acht von zehn der Beobachtungspunkte (77 Prozent) gezählt werden. Sie war somit nach der Kohlmeise am zweithäufigsten anzutreffen.
Das Unterkärntner Ranking
In Unterkärnten war das Ranking der Vogelarten auf den drei Stockerlplätzen gleich wie in Restkärnten: Feldsperling auf Platz eins, Haussperling auf Platz zwei und die Kohlmeise auf Platz drei. Bereits 2025 gab es in Unterkärnten diese Verteilung. Durchschnittlich 38 Vögel pro Garten konnten während der Stunde der Wintervögel beobachtet werden. Insgesamt nahmen in Unterkärnten 625 Menschen an der Zählaktion an 498 Standorten teil. 18.801 Vögel konnten dabei erfasst werden. Durchschnittlich neun Arten pro Garten wurden festgestellt.
»Wo es noch naturnahe Hecken, Sträucher und Bäume gibt, finden Vögel Unterschlupf und Nahrung«
Andreas Kleewein, Geschäftsführer BirdLife Kärnten
»Das ist sehr erfreulich, denn es ist ein Zeichen für gut strukturierte Gärten. Wo es noch naturnahe Hecken, Sträucher und Bäume gibt, finden Vögel Unterschlupf und Nahrung«, sagt Andreas Kleewein, Geschäftsführer von BirdLife Kärnten. Auch in Unterkärnten war die Kohlmeise in den häufigsten Gärten vorzufinden, genauer gesagt in 88 Prozent der Gärten. Auffallend war, dass die sonst in Kärnten in diesem Jahr häufiger zu sehende Amsel in Unterkärnten bei der Zählung keinen Zuwachs erlebte, sondern im Vergleich zum Vorjahr konstant blieb.
Entsprechend dem Österreich-Ranking, waren auch in Kärnten die meisten Finkenvögel rückläufig. Der Grünling (Grünfink) stellte dabei einen Negativrekord auf, der einen Rückgang von einem Drittel (31 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen hatte und nur auf dem 17. Platz landete.
»Vor zehn Jahren war der Grünfink noch auf Platz sechs. Der Rückgang dieser Vogelart ist somit dramatisch«, erklärt Andreas Kleewein. Diese langfristige deutliche Bestandsabnahme war zunächst auf die Vogelkrankheit Trichomoniasis zurückzuführen, doch die zunehmenden Lebensraumverschlechterungen in den Siedlungen durch den Verlust dichter Hecken und Bäume sowie Blührasen mit Löwenzahn und anderen Wildblumen als Nahrungsflächen machen es dem Grünling zusätzlich schwer, sich zu erholen.
Im Vergleich zum Vorjahr blieben heuer in Kärnten die Einflüge vieler Wintergäste aus dem Norden Europas weitgehend aus. So fanden keine nennenswerten Einflüge von Kernbeißern (minus 51 Prozent) sowie Erlenzeisigen (minus 15 Prozent) statt. Der Einflug von Wintergästen aus dem Norden wird durch eine Kombination mehrerer Faktoren bestimmt, etwa durch den Bruterfolg, das Nahrungsangebot in den Brutgebieten sowie die Nahrungsverfügbarkeit entlang des Zugwegs.

Von Unterkärntner Nachrichten Redaktion
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