Trotz Corona-Sperre gibt es keine finanzielle Hilfe für »Grow Planet«-Shop: »Man treibt uns in Konkurs« Ausgabe 4 | Mittwoch, 27. Januar 2021

Obwohl auch dieses Wolfsberger Geschäft den Covid-19-Maßnahmen unterliegt und geschlossen bleiben muss, lehnte die zuständige Behörde eine finanzielle Hilfeleistung ab. Die Chefs sind empört. Aus der COFAG heißt es: Neuen Antrag stellen und nicht aufgeben.

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Wolfsberg. Sie wollen nicht still leiden und warten, bis ihnen finanziell die Luft ausgeht und sie ihren Laden am Hohen Platz 2a zusperren müssen. Mario und Thomas, die Betreiber des Wolfsberger »Grow Planet«, in dem sie vielerlei Artikel zum Thema Hanf anbieten, haben genug. Sie sagen: »Man will uns in den Konkurs treiben.«

Unter »man« ist in diesem Fall die »Covid-19 Finanzierungsagentur des Bundes GmbH« oder COFAG zu verstehen, die 15 Milliarden Euro aus dem Corona-Hilfsfonds des Bundes verwaltet und den Verlustersatz sowie den Lockdown-Umsatzersatz bereitstellt. Allerdings nicht für »Grow Planet«.

Denn Mario und Thomas, die in Medien lieber unter ihren Vornamen angesprochen und bezeichnet werden, bekommen von der COFAG nichts, keinen Cent. Mehrfach, sagen die beiden, hätten sie seit dem ersten Lockdown um staatliche Unterstützung angesucht, bewirkt hat es nichts.

Thomas: »Am 8. Dezember haben wir einen Antrag auf Umsatzersatz gestellt, jetzt ist die Antwort gekommen. Für uns ist keine finanzielle Hilfe vorgesehen.« Die »Grow Planet«-Chefs legten den Unterkärntner Nachrichten ein Schreiben der COFAG vor, in dem die Ablehnung so begründet wird: »Leider hat die Prüfung Ihres Antrags ergeben, dass das Unternehmen laut den der Finanzverwaltung vorliegenden Daten nicht in einer von den verordneten Einschränkungen der COVID-19-Schutzmaßnahmen- bzw. Notmaßnahmenverordnungen direkt betroffenen Branche tätig ist.« 

Zahlungen sind zu leisten

Thomas und Mario können das nicht verstehen: »Wir müssen unser Geschäft genauso geschlossen halten wie andere auch. Und wie die müssen auch wir weiter unseren Verpflichtungen nachkommen und Miete, Sozialversicherung und Steuern zahlen. Nicht zuletzt haben wir zwei geringfügig beschäftigte Mitarbeiter.« Mehrere tausend Euro sind pro Monat aufzubringen, während der Umsatz stark zurückgegangen ist. »Wir bieten zwar Artikel im Internet an und man kann sie bei uns auch abholen. Trotzdem haben wir starke Rückgänge, denn es ist uns verboten, das Geschäft zu öffnen und Umsatz zu machen. Und zugleich gibt es für uns keine Unterstützung, nicht einmal das Minimum von 2.300 Euro. Wenn es aber keine Hilfe gibt, sind wir gezwungen zuzusperren.« Schon Ende Jänner könnte es mit dem »Grow Planet« vorbei sein.

Thomas Schweinberger ist für die Pressearbeit der COFAG zuständig. Er sagt zu dem Fall: »Betriebe, die Unterstützung erhalten, müssen zu den betroffenen Branchen zählen. Das wiederum hängt vom ÖNACE-Code ab, der im Antrag angegeben wurde.« Zur Erklärung: Der ÖNACE-Code ist die nationale Aktivitätsklassifikation. Sie erfasst die wirtschaftlichen Tätigkeiten von Betrieben, dient statistischen Zwecken und wird von der Statistik Austria vergeben. Schweinberger weiter: »Die COFAG geht nur nach den Kriterien vor, die ihr vorgegeben wurden. Wenn der angegebene ÖNACE-Code das Unternehmen nicht als zu betroffenen Branchen gehörig ausweist, kann auch keine Unterstützung gewährt werden.«

Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer, denn ein Unternehmen kann mehrere ÖNACE-Codes besitzen. »Die Betreiber sollen schauen, unter welcher Nummer sie den Antrag gestellt haben. Dann können sie Kontakt mit unserer Hotline aufnehmen und gegebenenfalls den richtigen Code in einem neuen Antrag verwenden. Man kann das beheben, wir sind interessiert, dass jeder Antragsteller Hilfe erhält«, so Schweinberger.

Er empfiehlt den »Grow Planet«-Chefs, dranzubleiben – auch wenn es längere Zeit dauern kann, bis Geld fließt. 

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