Seit dem Beginn der Coronakrise informieren sich Frauen häufiger über Trennung und ScheidungAusgabe 15 | Mittwoch, 8. April 2020

Das Team der Frauenservice- und Familienberatungsstelle Wolfsberg bietet unter anderem Familien-, Rechts- und Berufsberatung sowie psychologische Unterstützung an. Um in der Coronakrise präventiv zu wirken, gibt es eine neue 24-Stunden-Beratungshotline.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteurin Simone Jäger Von Simone Jäger jaegerno@spamunterkaerntner.at
Ein Teil des Teams: Berufsberaterin Sabine Labugger, Familienberaterin Michaela Parthl-Kornfeld, Büroangestellte Anita Stocker und Projektleiterin Eveline Paier-Sternjak (v. l.). Das Foto entstand bereits vor dem Beginn der Coronakrise. Foto: KK

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Wolfsberg. Die mit der Coronakrise einhergehenden Maßnahmen haben auch für das aktuell fünfköpfige Team der Frauenservice- und Familienberatungsstelle Wolfsberg einiges geändert.  Die Beraterinnen sind abwechselnd im Büro, um Anfragen und Beratungsgespräche, die sonst im persönlichen Kontakt stattgefunden hätten, telefonisch abzuwickeln. Treffen von Angesicht zu Angesicht gibt es nur in Ausnahmefällen unter Einhaltung der geltenden Maßnahmen.

Projektleiterin und Juristin Eveline Paier-Sternjak verzeichnet derzeit trotz Krise keinen dramatischen Anstieg an häuslicher Gewalt. »Noch nicht«, wie sie betont: »Je länger die Ausgangsbeschränkungen dauern, desto schlimmer kann es werden. Ein Grund dafür sind beengte Wohnverhältnisse.« Die Grundproblematik, mit der sich Frauen an die Beratungsstelle wenden, sei jedoch die gleiche wie vor der Krise: »Es geht meist um Probleme in der Partnerschaft.«

»Da sich auch Gerichte im Notbetrieb befinden, ist es derzeit schwer, eine Scheidung einzureichen«
Eveline Paier-Sternjak
Projektleiterin

Was seit dem Beginn der Ausgangsbeschränkungen zugenommen hat, sind Anfragen von Frauen zu den Themen Trennung und Scheidung. »Da sich auch die Gerichte in einem Notbetrieb befinden, ist es derzeit schwer, eine Scheidung einzureichen«, erklärt Paier-Sternjak. Hier unterstützt das Team die betroffenen Frauen auch mit psychologischer Beratung. 

Viele Fragen werden es außerdem zum Kontaktrecht mit Kindern gestellt, wenn die Eltern geschieden sind oder sich getrennt haben: »Hier gibt es viele Unsicherheiten.« Nur vereinzelt gibt es bis dato Anfragen zum Thema Kinder, Schule und Unterricht daheim.

Neue Beratungshotline

»Seit dem Beginn der Coronakrise führen wir sechs bis sieben Beratungen pro Tag durch«, sagt die Juristin. Das Angebot der Telefonberatung wird gut angenommen und wurde nun auch ausgeweitet. Um präventiv häuslicher Gewalt entgegenzuwirken, kooperieren die sieben Kärntner Frauen-, Mädchen und Familienberatungsstellen mit der Frauenhelpline und dem Frauenreferat und haben eine neue Beratungshotline ins Leben gerufen, die seit Montag kärntenweit rund um die Uhr und anonym für Mädchen und Frauen erreichbar ist (Details siehe Info-Box).
Das Telefon ist das Kommunikationsmittel der Stunde, doch das Wolfsberger Team hofft – wie viele andere auch – auf eine baldige Rückkehr zum persönlichen Kontakt. »Die telefonischen Beratungen funktionieren gut, aber persönliche Beratungsgespräche haben eine ganz andere Qualität«, so Paier-Sternjak abschließend.

Die Beratungshotline der Kärntner Mädchen-, Frauen- und Familienberatungsstellen ist rund um die Uhr kostenlos unter der Telefonnummer 0660/244 24 01 erreichbar.

Frauenservice- und Familienberatungsstelle Wolfsberg
Telefon: 04352/52 619 (Journaldienst Montag bis Donnerstag 9 bis 17 Uhr, freitags 8 bis 13 Uhr).
Mail: office@fraueninfo.at
Web: www.fraueninfo.at

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