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Umstrittenes KLH-Projekt in Wolfsberg: Behörde liegt bisher kein Antrag für wichtige Verfahren vor Ausgabe 21 | Mittwoch, 20. Mai 2026

Im Feber 2025 beschloss der Wolfsberger Gemeinderat einstimmig die Umwidmung des Grunds für das geplante Werk in Ritzing. Doch laut Bezirkshauptmann Fejan gibt es keinen Antrag für die nötigen Bau- und Gewerbeverfahren. Das Unternehmen schweigt.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Anrainer vor dem Wolfsberger Rathaus, ehe die Gemeinderatssitzung am 27. Feber 2025 begann. Sie waren in Sorge um das Wasser und ihre Zukunft. Als die Umwidmung für das KLH-Werk beschlossen war, meinten sie in Richtung der Mandatare: »Danke, wie ihr auf die Bürger schaut.« UN

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Wolfsberg. Das Projekt selbst und die dafür nötige Umwidmung haben Proteste ausgelöst. Am 27. Feber 2025 beschloss der Wolfsberger Gemeinderat dennoch einstimmig, grünes Licht zu geben und die Nutzungsänderung des Grundes zu erlauben. Seither war vom geplanten neuen Produktionsstandort der KLH Massivholz GmbH, Teil der Johann Offner Unternehmensgruppe, im Anschluss an das Sägewerk Offner in Ritzing nichts mehr zu hören. Dort sind neben einem Hobelwerk zur Vorfertigung von Rohlamellen für Massivholzplatten eine Pelletsproduktion und die Herstellung von Dämmplatten vorgesehen. Die Zukunft des Projekts ist offen.

Die Unterkärntner Nachrichten fragten nach, wie der Stand des Vorhabens ist. Die Stadt Wolfsberg hat laut Angaben ihrer Presseabteilung alle Aufgaben rund um das Projekt erledigt. Doch es müssen auch Bau- und Gewerbeverfahren durchgeführt werden, die Sache der Bezirkshauptmannschaft Wolfsberg sind. Bezirkshauptmann Georg Fejan sagt: »Bei uns ist bisher kein Antrag für diese Verfahren eingelangt.«

»Uns als Stadtgemeinde kommen bei diesem Projekt aktuell keine weiteren Aufgaben zu«
Die Pressestelle der Stadt Wolfsberg

Wie berichtet, war die Aufregung unter den Anrainern groß, als im November 2024 bekannt wurde, die KLH Massivholz GmbH, die in Bad St. Leonhard ein Brettsperrholzwerk betreibt, wolle auch in Ritzing tätig werden und dafür einen Standort errichten. Stellungnahmen konnten bis 28. November 2024 bei der Stadt Wolfsberg eingereicht werden, bei der die Erlassung einer integrierten Flächenwidmungs- und Bebauungsplanung beantragt worden war. 22 Einwände trafen ein, außerdem wurden mehr als 420 Unterschriften von Anrainern gegen das Projekt gesammelt.

Ihre Befürchtung: Die geplanten Hallen, die im Endausbau 275 Meter lang werden könnten, sowie die bis zu 25 Meter hohen Silotürme würden die Lebensqualität sinken lassen. »Wir wollen nicht in einem Industriegebiet leben. Wir fürchten neben Geruch und Lärm auch die Feinstaubbelastung. Außerdem muss man die Bodenversiegelung berücksichtigen«, hieß es seitens der Anwohner. Mindestens 500 Menschen wären betroffen, zur Hälfte in Wolfsberg, zur Hälfte in Frantschach-St. Gertraud.

Wirbel um das Trinkwasser

Nicht zuletzt gab es Aufregung wegen eines Tiefbrunnens, einem »der wichtigsten Wasserlieferanten in trockenen Zeiten«, wie es damals seitens der Anrainer heißt. Der Brunnen III, so die offizielle Bezeichnung, liegt aber gleich neben dem Areal in Ritzing, auf dem der neue KLH-Produktionsstandort entstehen soll. Allerdings wurde er in einen Notbrunnen umgewandelt, als Ersatz errichteten die Wolfsberger Stadtwerke 2023 den neuen Brunnen IV in St. Andrä. 

Stadtwerke-Geschäftsführer Christian Schimik war mit der Lösung zufrieden. Im März 2025 sagte er: »Durch den zusätzlichen Brunnen IV in St. Andrä konnte sowohl das Wasserdargebot insgesamt vergrößert als auch die regionale Diversifikation der Wasserversorgung gesteigert werden.« Dazu stehe Brunnen III im Falle von Versorgungsengpässen weiter zur Verfügung.

»Bei uns ist bisher kein Antrag für diese Verfahren eingelangt«
Georg Fejan, Bezirkshauptmann

Und nun? Laut der Pressestelle der Stadt Wolfsberg hat das Land Kärnten der Grundumwidmung am 25. Juli 2025 zugestimmt. Und: »Nachdem das Widmungsverfahren nun positiv abgeschlossen ist, kommen uns als Stadtgemeinde bei diesem Projekt aktuell keine weiteren Aufgaben zu.«

Auf die Frage, ob die Stadt Wolfsberg dem Vorhaben weiterhin positiv gegenüber steht, sagt Bürgermeister Alexander Radl (SPÖ): »Selbstverständlich. Die Offner-Unternehmens-Gruppe ist ein innovativer und geschichtsträchtiger Betrieb sowie ein wichtiger Arbeitgeber in unserer Region. Ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass dieses Projekt zu einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung unserer Stadtgemeinde beiträgt und wünsche den Verantwortlichen alles Gute bei der Umsetzung.« Es freue ihn, »dass wir als Stadtgemeinde die notwendigen Voraussetzungen schaffen konnten, um dieses Vorhaben zu ermöglichen«, so Radl.

Doch laut Bezirkshauptmann Fejan fehlt dafür ein wesentlicher Bestandteil: die Bau- und Gewerbeverfahren, die die rechtlichen Bewilligungen für die Errichtung und den Betrieb gewerblicher Anlagen umfassen. Dabei werden etwa Umweltauflagen, Brand- und Nachbarschaftsschutz geprüft. Ohne ihre Durchführung ist die Errichtung des neuen Produktionsstandorts nicht möglich.

Die Unterkärntner Nachrichten versuchten, auch von Johann Offner, Geschäftsführer der Johann Offner Unternehmensgruppe, eine Stellungnahme zu den weiteren Plänen zu erhalten. Zwei E-Mails mit Fragen blieben aber unbeantwortet, auch eine telefonische Kontaktaufnahme scheiterte.

Bleiben die Anrainer. Aus ihren Reihen heißt es jetzt: »Seit dem Gemeinderatsbeschluss im Vorjahr haben wir nichts mehr gehört.« Ihre Vermutung: Die explodierenden Baukosten könnten mit der Stille rund um das Projekt zu tun haben ...

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