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Was hat Sie persönlich dazu bewegt, sich als Marktprinzessin zu bewerben?
Eigentlich war das eine ziemlich wilde Geschichte. Eine Freundin meinte plötzlich, ich soll mich bewerben. Ich habe sofort abgewunken und gesagt, dass das nichts für mich ist. Aber sie hat nicht locker gelassen, hat mich regelrecht gedrängt – und irgendwann habe ich mich dann doch beworben. Dass ich es tatsächlich geschafft habe, freut mich natürlich riesig. Damit hätte ich am Anfang wirklich nicht gerechnet.
Wie haben Sie die Jury-Befragung anlässlich der Bewerbung erlebt?
Die Jurysitzung war überraschend locker, freundlich und fast schon familiär. Natürlich ist man nervös, wenn man vor einer Jury sitzt und Fragen beantwortet, aber die Stimmung war angenehm und wertschätzend. Ich habe schnell gemerkt, dass ich einfach ich selbst sein kann – und das hat mir geholfen, die Nervosität zu meistern. Am Ende war ich richtig stolz, dass ich das gut bewältigt habe.
Waren Sie schon einmal bei einem Miss-Wettbewerb?
Nicht wirklich. In der zweiten Klasse Volksschule war ich mit meiner Klasse bei »Eins, Zwei oder Drei« dabei. Das war mein erster und einziger kleiner Fernsehauftritt – aber mit einem Miss-Wettbewerb hatte das natürlich nichts zu tun.
Welche Aufgaben übernehmen Sie rund um den Schönsonntagmarkt?
Am 1. Juni war ich beim Aufstellen der Marktfreyung dabei. Am Freitag, 5. Juni, wirke ich bei der Marktsegnung mit und am Samstag, 6. Juni, werde ich bei der offiziellen Eröffnung die Marktproklamation verlesen. Am Sonntag, 7. Juni, bin ich dann als Glücksengelchen bei der großen Verlosung im Einsatz. Beim Umzug fahre ich natürlich auch mit. Und das Amt endet nicht mit dem Schönsonntagmarkt: Ich werde gemeinsam mit einer Abordnung der Stadt Wolfsberg den St. Veiter Wiesenmarkt besuchen, den Villacher Kirchtag, die Bleiburger Wiese und im Herbst den Kolomonimarkt. Dort repräsentiere ich Wolfsberg und das Lavanttal. Mein Amt dauert zwei Jahre – eine schöne, aber auch verantwortungsvolle Zeit.
Wie lässt sich dieses Amt mit Beruf und Privatleben verbinden?
Beruflich werde ich so eingeteilt, dass es sich gut ausgeht. Ich bin alleinerziehende Mutter, und da ist es besonders wichtig, Unterstützung zu haben. Meine Mutter und meine Schwestern helfen mir sehr, vor allem wenn Termine anstehen. Sie werden auch bei der Markteröffnung und wahrscheinlich bei der Verlosung dabei sein. Das bedeutet mir viel.
Wie haben Sie Ihre ersten Einsätze als Marktprinzessin erlebt?
Es war aufregend, neu und ein bisschen überwältigend. Plötzlich steht man im Mittelpunkt, viele Menschen schauen auf einen, und man möchte alles richtig machen. Aber gleichzeitig war es wunderschön, weil die Leute so freundlich und positiv reagiert haben.
Wie haben Sie das offizielle Fotoshooting empfunden?
Das Shooting mit dem Fotografen Luca Tribondeau war ein echtes Highlight. Vorher gab es ein Styling bei Claudia’s Hairstyle, und die Chefin hat mich persönlich gestylt – das war schon ein Erlebnis für sich. Für das Shooting waren wir dann an mehreren Locations in Wolfsberg unterwegs: beim Schloss, am Kapuzinerspielplatz und an weiteren schönen Plätzen in der Stadt. Es war mein erstes professionelles Shooting überhaupt, und ich war überrascht, wie lustig, entspannt und kreativ es war. Ich habe mich richtig wohlgefühlt.
Wie war der Moment, als Sie erstmals Ihr offizielles Kleid getragen haben?
Sehr besonders. Die Einkleidung fand in der Trachtenwerkstatt statt, und die Betreiber Andrea Stocker und Sieglinde Weber haben mich großartig beraten. Ich durfte beim Dirndl zwischen drei Farben wählen – hellblau, dunkelblau und rot. Am Ende habe ich mich für das dunkelblaue Wolfsberger Dirndl entschieden. Dazu bekam ich eine passende Kette, die ich behalten darf. Als ich das Dirndl zum ersten Mal getragen habe, war das ein richtiger Gänsehautmoment.
Welche Rückmeldungen aus Familie, Freundeskreis und Bevölkerung haben Sie nach der Kür zur Marktprinzessin erhalten?
Die Rückmeldungen waren positiv. Viele sagen, ich hätte ein strahlendes Lächeln und bin eine wahre Frohnatur – das freut mich natürlich. Meine Familie ist unglaublich stolz. Und meine Freundin Stefanie, die mich zur Bewerbung gedrängt hat, meinte nur lachend: »Miriam, ich hab’s dir ja gesagt.« Das war ein schöner Moment, der mir gezeigt hat, wie viele Menschen sich mit mir freuen.
Welche Bedeutung hat der Schönsonntagmarkt für Sie?
Er ist ein Stück Kindheit für mich. Als Kinder sind wir jedes Jahr hingegangen – zu den Fahrgeschäften, zum Essen, zu den Marktständen. Wir durften uns immer etwas aussuchen. Später, als Jugendliche, war der Samstagabend im Papageno-Partyzelt fix eingeplant. Der Schönsonntagmarkt gehört einfach dazu. Er ist Tradition, Erinnerung und Lebensgefühl zugleich. Für viele Lavanttaler ist er ein Fixpunkt im Jahr – für mich genauso.
Werden Sie am Wochenende auch privat auf den Markt gehen?
Ja, auf jeden Fall. Ich möchte mit meinem Sohn eine gemütliche Runde drehen. Und vielleicht gehe ich am Abend auch einmal ohne Kind.
Wie sieht für Sie ein typischer Marktbesuch aus?
Zuerst drehe ich eine Marktrunde und schaue mir alles an. Dann geht es zu den Fahrgeschäften, danach etwas essen – und dann ist der Tag perfekt. So war es früher, und so ist es heute noch. Der Markt hat für mich nichts von seinem Zauber verloren.
»Tattoos finde ich sehr attraktiv, aber wichtiger sind mir die inneren Werte«
Miriam Findenig, Marktprinzessin
Gibt es besondere Markterlebnisse aus der Kindheit oder der Jugend, an die Sie gerne zurückdenken?
Ja, einige. Besonders der Familientag, als ich fünf oder sechs Jahre alt war. Wir Enkelkinder waren mit unserer Oma, die inzwischen leider verstorben ist, am Markt. Oma war sehr großzügig, wir durften Fahrgeschäfte ausprobieren und bekamen kleine Geschenke. Das war ein wunderschöner Tag.
Ein weiteres besonderes Erlebnis war, als ich das erste Mal mit meinem Sohn den Markt besuchte. Wenn er stolz im Schweinchenzug sitzt und gar nicht mehr aussteigen möchte – das sind Momente, die man nie vergisst.
Welche Hobbys und Interessen begleiten Sie außerhalb Ihrer Rolle als Marktprinzessin?
Ich reise sehr gerne und war schon viel unterwegs – unter anderem in Afrika, dort zum Beispiel auf Sansibar und in Tansania. Außerdem treffe ich mich gerne mit meinen Mami-Freundinnen und ihren Kindern. Ansonsten bin ich mit Arbeit, Kind und Haushalt gut ausgelastet.
Als Marktprinzessin und Single: Wie sollte eigentlich Ihr Traumprinz aussehen?
Tattoos finde ich sehr attraktiv. Aber wichtiger sind mir die inneren Werte. Er sollte Spaß am Leben haben, offen kommunizieren, treu sein – und akzeptieren, dass mein Kind immer an erster Stelle steht.
Was wünschen Sie den Besuchern des Schönsonntagmarkts?
Ich wünsche mir, dass die Leute richtig Spaß haben, den Alltag vergessen und nach dem Motto »Gemma Moarkt« leben.
// Zur Person
Miriam Findenig (30) ist in St. Paul aufgewachsen. Nach der Pflichtschule absolvierte sie eine Lehre als Kosmetikerin und Fußpflegerin. Aufgrund einer Allergie ließ sie sich aber umschulen und arbeitet nun als diplomierte Behindertenbegleiterin.
Sie ist single und Mutter von Sohn Mattheo (19 Monate).

Von Michael Swersina
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