Seit 1887 | Das unabhängige Wochenblatt für Unterkärnten

Reichenfelser Bernhard Walzl erzählte von seinem Leben auf der Insel TahitiAusgabe 4 | Mittwoch, 21. Januar 2026

Schon als Kind wollte er andere Länder bereisen. Walzl studierte in Finnland und Australien – und blieb auf Tahiti, wo er als Filmemacher arbeitet. Einen Besuch in der alten Heimat nutzte er für zwei Vorträge.

E-Mail

0 Kommentare

Meist gelesen

Unterkärntner Nachrichten Redaktion Von Unterkärntner Nachrichten Redaktion officeno@spamunterkaerntner.at
Vizebürgermeister Peter Pletz, Bernhard Walzl, Hermine Monsberger, die Eltern Ingrid und Gerhard Walzl sowie der Reichenfelser Bürgermeister Manfred Führer (v. l.) beim Vortrag. Er wurde von Monsberger organisiert, der Obfrau der Kulturgemeinschaft Reichenfels. KK

Artikel

Reichenfels, Tahiti. Dass Lavanttaler auf der ganzen Welt anzutreffen sind, beweist der Reichenfelser Bernhard Walzl: Er lebt seit 13 Jahren auf der südpazifischen Insel Tahiti. Als er zuletzt in der Heimat weilte, organisierte Hermine Monsberger, Obfrau der Kulturgemeinschaft Reichenfels, einen Vortrag des weit gereisten Unterkärntners.

Bei der Veranstaltung mit dem Titel »Leben auf Tahiti – vom Auswandern und Wiedersehen in der Südsee« waren auch dessen Eltern dabei, Ingrid und Gerhard Walzl. Aufgrund des großen Interesses musste dazu kurzfristig ein zweiter Vortragstermin eingeschoben werden. Bernhard Walzl berichtete während seines Heimatbesuchs von seiner Auswanderung und dem neuen Leben auf Tahiti, wo ihn seine Eltern bisher dreimal besucht haben.

»Genau das habe ich gelernt, das interessiert mich. Es war eine spontane Entscheidung«
Bernhard Walzl, Auswanderer 

Walzl hatte schon immer den Wunsch, Sprachen zu lernen und neue Länder zu bereisen. Nach der Volksschule in Reichenfels, besuchte er das Gymnasium in St. Paul. Er absolvierte die HTL in Klagenfurt und machte den Bachelor für Medientechnik an der FH St. Pölten. Nach einem Auslandssemester in Finnland und einem Praktikum in Peru, kam der Master als Filmemacher in Australien dazu. Bernhard spricht mehrere Sprachen, hat in zwölf Ländern gelebt und gearbeitet. Er bereiste über 50 Länder, »und es werden sicher noch mehr werden«, wie er verriet. 

Der Wendepunkt

Der Wendepunkt in seinem Leben kam, als er sich einige Wochen in der Hauptstadt von Tahiti, Papeete, aufhielt und eine Anzeige las: »Filmemacher gesucht«. 

Er erzählte: »Genau das habe ich gelernt, das interessiert mich. Es war eine spontane Entscheidung, mich auf die Anzeige zu bewerben« – und er erhielt prompt den Zuschlag. 

Seit dreizehn Jahren lebt er nun auf Tahiti, wo er beim französischen Bildungsministerium angestellt ist. Denn Tahiti, das wie Österreich die rot-weiß-rote Flagge führt, ist Teil des französischen Überseegebiets Französisch-Polynesien.

Walzl: »Die Möglichkeit, auf Tahiti zu arbeiten und gleichzeitig in einem Land zu leben, das mich von Anfang an faszinierte, war einfach unwiderstehlich. Der sanfte Rhythmus des Insellebens, das warme Klima und die freundlichen Einheimischen haben mich in den Bann gezogen.« 

Doch er berichtete auch von der Kehrseite, den Sorgen und Nöten der Tahitianer, von denen viele in bescheidenen und prekären Verhältnissen leben. Denn das Schul- und Ausbildungssystem ist auf Tahiti und den dazugehörigen Inseln bescheiden. 

Inzwischen ist Walzl Besitzer eines kleinen Hauses, das er nach und nach umgebaut und renoviert hat. Seine Eltern Ingrid und Gerhard haben ihn dabei tatkräftig während ihrer dreimaligen Besuche unterstützt. Ihre Reisen waren nicht nur ein Wiedersehen, sondern auch eine Entdeckungsreise in eine neue Welt. Sie waren von den Schönheiten und den Eigenheiten der Insel überwältigt. »Es ist wirklich unglaublich auf Tahiti. Man hat das Gefühl, in einer anderen Zeit zu leben«, sagte Mutter Ingrid. 

Natur und Tierwelt

Im  Zwiegespräch mit seinen Eltern ließ Bernhard sein Leben auf Tahiti lebendig werden. Sie sprachen von der farbenfrohen Natur, der Tierwelt, den Sehenswürdigkeiten, der Geschichte der Insel, von der Renovierung seines Hauses und Erlebnissen, die zum Lachen brachten. Die gezeigten Bilder machten das Erzählte greifbar und ließen die Gäste in seine neue Heimat eintauchen. Zuletzt dankte Obfrau Monsberger der Familie Walzl für den spannenden Abend und der Übergabe einer Spende an die Kulturgemeinschaft Reichenfels.  Hermine Monsberger

0 Kommentare Kommentieren

Keine Kommentare gefunden!

Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Kommentarbereich prüfen wir alle Beiträge, bevor sie veröffentlicht werden. Ihr Kommentar erscheint, sobald er gesichtet wurde.

Bitte melden Sie sich an, um die Beiträge zu lesen oder zu kommentieren.AnmeldenHier Registrieren