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St. Andrä. Es kehrt kein Friede ein. In St. Ulrich 16, einem Wohngebäude der Stadtgemeinde St. Andrä, gehen wieder die Wogen hoch. Eine neue Bewohnerin beklagt sich massiv über das Verhalten eines Nachbarn, von dem sie sich belästigt fühlt. Mittlerweile gab es auch eine Unterschriftenaktion gegen den Mann.
Der St. Andräer Amtsleiter Andreas Sneditz sagt: »Wir versuchen zu vermitteln, die Gemeinde will in diese private Auseinandersetzung aber nicht hineingezogen werden.«
»Die Gemeinde unternimmt aber nichts, es heißt, wir sollen das unter uns ausmachen«
Die Hausbewohnerin wünscht sich Unterstützung
Die 63-Jährige Betroffene erzählt: »Der Nachbar schlägt Türen, er spielt in seinem Schlafzimmer mit einem Tennisball, den er gegen die Mauer wirft, so dass ich nicht schlafen kann. Er will mir verbieten, in meiner Wohnung Wäsche zu waschen, ein Kranz an meiner Wohnungstüre wurde abgerissen« – wobei sie den Nachbarn als Täter vermutet. Es soll laut ihr auch bereits zu einer Rangelei gekommen sein.
Was die Bewohnerin aber am meisten ärgert, ist das ständige Fotografieren des Nachbarn: »Er fotografiert alles, wenn ich außerhalb der Wohnung bin. Gehe ich in den Garten, lässt er mich nicht in Ruhe. Mein Auto auf dem Parkplatz wird abgebildet. Und wenn sich jemand aufregt, lacht er uns aus. Er darf anscheinend alles«, während den übrigen Bewohnern nichts erlaubt sei.
Da es sich um eine Gemeindewohnung handelt, hat sich die 63-Jährige bereits an die Stadt St. Andrä gewandt: »Die Gemeinde unternimmt aber nichts, es heißt, wir sollen das unter uns ausmachen. Das finde ich nicht in Ordnung.«
Sie hat zuletzt Unterschriften gegen den Nachbarn gesammelt: »Sieben Wohnungen sind im Haus, fünf Parteien haben unterschrieben, nur eine wollte nicht.« Die Liste wurde von ihr an die Stadt weitergeleitet. Nun soll es laut der Bewohnerin eine Aussprache vor Gericht geben, um die Probleme zu klären. »Ich habe aber noch keine Einladung dafür bekommen«, sagt sie.
Amtsleiter Sneditz sagt: »Es soll einen prätorischen Vergleich (Anm.: Damit wird versucht, eine Einigung zwischen Streitparteien zu erzielen, ohne dass die Angelegenheit als Klage vor Gericht behandelt wird) geben. Die Vorsteherin des Bezirksgerichts Wolfsberg, Renate Brenner, soll den Vergleich führen. Es wurde aber noch kein Termin ausgeschrieben.« Im übrigen sei der Streit »eine private Sache zwischen den beiden Hausbewohnern«, die sich auch bereits gegenseitig angezeigt hätten, sagt der Amtsleiter. Die Stadt möchte in diese Angelegenheit nicht verwickelt werden. Die Frage, warum es gerade in diesem Gemeindehaus immer wieder zu Problemen kommt, beantwortet Sneditz so: »Dazu kann ich nichts sagen, ich weiß es nicht.«
Zivilrechtliche Sache
Auch der St. Andräer Bürgermeisterin Maria Knauder (SPÖ) ist der Fall bekannt. Sie meint: »Wir können in diesem Streitfall nichts tun, es handelt sich um eine zivilrechtliche Angelegenheit.« Ihre Hoffnung ist, dass am Bezirksgericht ein Konsens gefunden werden kann.
Es ist nicht das erste Mal, dass das Haus St. Ulrich 16 der Stadt Probleme bereitet: Wie berichtet hat sich eine mittlerweile ausgezogene Mieterin bereits im Sommer 2023 über jenen Nachbarn, der auch jetzt wieder im Fokus steht, beschwert. Schon damals soll der Mann jedes »Ereignis« fotografiert und die Aufnahmen an die Gemeinde weitergeleitet haben.
Dazu stieß sich die frühere Mieterin im Juni 2023 an Mängeln am Gebäude, im September 2024 an baulichen Probleme in ihrer Wohnung. Der Gemeinde wurde Untätigkeit vorgeworfen.
Zur ersten Beschwerde meinte der damalige St. Andräer Amtsleiter Robert Astner, man werde die Schäden so rasch wie möglich beheben – was auch passiert ist. Die danach auftretenden Defekte in der Wohnung der Mieterin kommentierte der neue Amtsleiter Sneditz im September 2024 so: »Als ich davon hörte, wurde umgehend eine Firma mit der Behebung beauftragt. Die versuchte vergeblich, die Mieterin zu erreichen. Die Schäden wären bereits beseitigt, wenn sie ihr Telefon abheben würde.«
Und über die damaligen Probleme mit dem Nachbarn sagte Knauder bereits 2023, die Stadt wolle sich nicht mehr einmischen, »ein wertschätzendes Miteinander erfordert von beiden Seiten Kompromisse«.
Der damals und heute betroffene Hausbewohner lehnte ein Gespräch mit den Unterkärntner Nachrichten ab.

Von Michael Swersina
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