Neustart mit der »Embassy VIP Member Card«: »Uns wird es auch nach der Krise noch geben«Ausgabe 18 | Mittwoch, 29. April 2020

Manuel Wutscher, Chef des Wolfsberger »Embassy«, hat eine Karte aufgelegt, die den Gäste einen Grund gibt, auch nach Corona wieder in die Café-Bar zu kommen. Sein Kampf um das Lokal war erfolgreich, der Neustart samt Maskenpflicht bereitet ihm aber Kopfweh.

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Wolfsberg. Not macht erfinderisch. Und so erfand Manuel Wutscher, Betreiber der Café-Bar »Embassy« im Wolfsberger Lavanthaus, kurzerhand die »Embassy VIP Member Card«. Stand vergangener Woche hatte er bereits rund 120 Exemplare an den Gast gebracht. Das Prinzip ist einfach, aber wirkungsvoll. »Die Leute schreiben mir auf der Facebook-Seite ›Embassy Wolfsberg‹ oder per SMS oder WhatsApp an 0660/4752411 ihren Namen und die Adresse und wie viele Karten sie wollen. Mit der Post bekommen sie die Karte und die Rechnung zum Einzahlen nach Hause«, sagt Wutscher. Eine Karte kostet 65 Euro, ist aber mit einem Guthaben von 75 Euro aufgeladen. Als Draufgabe gibt es ein Gewinnspiel und jede Menge Goodies wie die Einladung zu einer »After Corona Grillfeier« oder ein Jahr lang bei jeder »Megaparty« einen Welcome-Drink gratis.

»Die Idee dazu hatte ich schon zu Beginn der Krise«, sagt Wutscher, »ich wollte aber ein geiles Produkt – und das hat etwas gedauert.« Denn die »Embassy VIP Member Card« ist kein eingeschweißter Zettel, sondern hat Form und Haptik einer Kreditkarte, inklusive eingestanzter Nummer.

Ein gelöstes Problem
Bevor er sie unter die Freunde seines Lokals brachte, musste Wutscher aber ein weiteres Problem lösen: die Sicherung des Fortbestands des »Embassy«. »Ich musste sicherstellen, dass es uns auch nach der Coronakrise noch gibt«, sagt der Wirt, »daher habe ich mit der Umsetzung der Card etwas gewartet.« Es folgten Gespräche mit dem Vermieter, den Wolfsberger Stadtwerken. 

»Wir haben eine sehr gute Einigung erzielt, die Stadtwerke kamen mir extrem entgegen.« Auch Wutschers Hausbank unterstützte ihn sofort. »Ich habe mit allen meinen Partnern nur positive Erfahrungen gemacht. Das ›Embassy‹ wird daher wieder aufsperren, das ist fix«, sagt er.

Mittlerweile ist er von der Akzeptanz der »Embassy Card« selbst überrascht: »Ich hätte nicht gedacht, dass der Erfolg so groß wird. Viele haben zwei oder drei Karten gekauft, manche sogar fünf wie Wolfgang Glanznig, der das ›Em-bassy‹ vor mir hatte.« Das Wichtigste an der Aktion ist ihm aber nicht das eingenommene Geld: »Es geht auch darum, den Gäste einen Grund zu geben, wieder zu uns zu kommen, wenn wir ab 15. Mai wieder geöffnet haben.« Derzeit sind seine acht Mitarbeiter, drei in Vollzeit und fünf geringfügig Beschäftigte, beim Arbeitsamt gemeldet – mit Wiedereinstellungszusage. Wutscher: »Da ich nicht wusste, wie lange die Sperre dauern wird, war eine Kurz-arbeit nicht möglich. Ich musste die Kosten herunterfahren. Ich werde versuchen, die finanziellen Einbußen, die meine Leute jetzt haben, später wieder zu kompensieren. Alle werden stufenweise wieder eingestellt, ich brauche sie, denn sie müssen qualifiziert sein und sich mit unserer großen Karte und den Cocktails auskennen.« Dennoch hat er Kopfschmerzen: »Wenn wir wieder offen haben, sind auch die vollen Kosten wieder da und wir brauchen Umsatz. Das heißt, irgendwann muss es normal weitergehen, sonst hat die Gastronomie langfristig keine Chance.« Einer Maskenpflicht für das Lokalpersonal steht er skeptisch gegenüber. »Mir kommt vor, die Leute, die das jetzt entscheiden, sind weit weg von der Praxis. Außerdem habe ich das Gefühl, die Regierung versucht jetzt, das Gesicht nicht zu verlieren. Ich hof-fe sehr, dass alles bald wieder normal läuft.«

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