Seit 1887 | Das unabhängige Wochenblatt für Unterkärnten

Großes Jubiläum: Viehzuchtgenossenschaft im oberen Lavanttal feierte jetzt ihren »Hunderter«Ausgabe 14 | Mittwoch, 3. April 2024

Am 19. März, dem Josefitag, feierte die Viehzuchtgenossenschaft oberes Lavanttal ihr 100-jähriges Bestandsjubiläum in Reichenfels. Zahlreiche Züchter wurden für ihre Leistungen geehrt. Die Vorstandsmitglieder wurden für eine neue Periode wiedergewählt.

E-Mail

0 Kommentare

Meist gelesen

Artikel

Reichenfels. Die Viehzuchtgenossenschaft (VZG) oberes Lavanttal führt nicht nur die kärntenweite Leistungsbilanz der Milchrinderzüchter an, sie feierte am Josefitag, 19. März,  auch ihr 100-jähriges Bestehen im Gasthaus Hirschenwirt in Reichenfels.Obmann Andreas Brunner eröffnete die Jubiläumsversammlung. Der Obmann selbst feierte sein zehnjähriges Jubiläum in seiner Funktion. Als Nachfolger von Hans Steinkellner vlg. Thaler aus Reichenfels, wird er seinen Erwartungen gerecht und leitet die Geschicke der VZG ehrenamtlich mit bedachter, pflichtbewusster Art.

Unter den zahlreichen Ehrengästen konnte Brunner unter andrem Landwirtschaftskammerpräsident Siegfried Huber, »Carindthia«-Geschäftsführer Ernst Lagger, Wolfsbergs Stadtrat Josef Steinkellner, die Reichenfelser Vizebürgermeisterin Christa Taferner sowie Molkereiobmann Christian Sturm-Steinkellner begrüßen.

In seinem Bericht gab Obmann Brunner einen Einblick in die Geschichte der Genossenschaft, die 1924 als Murbodnerzuchtverband gegründet wurde. 1925 wurden  die ersten zwei Murbodnerstiere angekauft und die Mitgliederzahl stieg rasch an. Nach schweren Jahren der Weltwirtschaftskrise ging es 1939 wieder bergauf und der Stierhöchststand mit 52 Stieren wurde erreicht. 1957 gab es ein Ringen um die Rinderrasse, denn das Fleckvieh gewann zunehmend an Bedeutung und der erhoffte Erfolg mit Frankenstieren blieb aus. 1964 wurden somit die ersten Fleckviehstiere angekauft und damit auch die »Viehzuchtgenossenschaft oberes Lavanttal«, so wie sie noch heute besteht, gegründet.

Durch den rasanten Anstieg der künstlichen Besamung, gibt es derzeit nur noch neun Genossenschaftsstiere, die von Reichenfels bis nach Theißenegg und Prebl aufgestellt sind. Diese neun Stiere sind der Garant für das Bestehen der Viehzuchtgenossenschaft. Durch die vorbildliche Haltung und die gute Pflege der stierhaltenden Betriebe, aber auch durch das wirtschaftliche Arbeiten des Vorstandes, konnte in den vergangenen Jahren positiv bilanziert werden.

Positiv war vor allem die Entwicklung der Milchleistung. Waren es zum ersten Jahresabschluss der VZG im Jahr 1931 noch 2.400 Liter pro Jahr und Kuh, so ist die Genossenschaft oberes Lavanttal im Jahr 2023 mit 9.061 Litern die leistungsstärkste in Kärnten.

Auszeichnungen für Züchter
Einige der erfolgreichen Züchter der VZG wurden für ihre Leistung ausgezeichnet. Für die beste betriebliche Leistung von 12.197 Kilogramm, sowie für die beste Kuh-Finess, mit 14.357 Kilogramm wurde Roman Dohr aus Preitenegg ausgezeichnet. Martin Stückler aus Prebl wurde für die beste Jungkuh Ziki, mit 13.283 Kilogramm und Manfred Penz aus Preitenegg für die beste Dauerleistungskuh Mirnessa, mit 153.312 Kilogramm Lebensleistung ausgezeichnet. Hubert Streißnig vlg. Holzbrugger in Kliening wurde für die längste Stierhaltedauer mit über 42 Monaten ausgezeichnet.

»Jeder Betrieb, ob groß oder klein, ob 5.000 oder 10.000 Kilogramm, hat für seine tägliche Arbeit eine Auszeichnung verdient, denn wir brauchen in der Zucht diese Vielfalt«, so Ernst Lagger von »Carindthia«.

Hubert Streißnig stellt die Stierhaltung auf seinem Betrieb ein und übergibt die Haltestelle an Hubert Wiltsche vlg. Theißinger. Dankbar für die jahrzehntelange Stierhaltung am Holzbruggerhof, ist die VZG froh, einen neuen Stierhalter gefunden zu haben.

Wiedergewählter Vorstand
Bei den Wahlen wurden Obmann-Stellvertreter Martin Stückler sowie die Vorstandsmitglieder Wolfgang Joham und Heinz Pirker für eine weitere Periode einstimmig wiedergewählt. Bei seiner Ansprache gab Landwirtschaftskammerpräsident Siegfried Huber Einblicke über seine tägliche Arbeit als Repräsentant der Landwirte. Für das 100-jährige Bestehen überreichte er Obmann Brunner eine Ehrenurkunde der Landwirtschaftskammer. Stadtrat Josef Steinkellner und Vizebürgermeisterin Christa Taferner machten auf die hohe Wertigkeit heimischer Produkte aufmerksam und gaben ihr Wort, die VZG auch weiterhin in der Stierhaltung zu unterstützen. Wolfgang Stromberger, Fütterungsberater der LK Kärnten, sorgte mit seinem Vortrag für Weiterbildung und führte den Züchtern vor Augen, wie Erntefehler die Futterqualität beeinflussen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer Verlosung für die Mitglieder. Der Hauptpreis, ein Sparbuch im Wert von 250 Euro, gesponsert von der »Raiffeisenbank Oberes Lavanttal«, sowie Futtermittel der Uitz Mühle und ein Präsent vom Lagerhaus Bad St. Leonhard, wurden durch Glücksengerl Christa Taferner gezogen und an Hubert Steinkellner aus Reichenfels übergeben. Insgesamt konnten zwölf Preise verlost werden, was nur durch die Spender, den Zuchtverband Carindthia, Fütterungsberater Jonas Schiffer, Tierärztin Margit Jöbstl sowie das Gasthaus Hirschenwirt in Reichenfels, möglich war.

Abschließend dankte Brunner den Gemeinden und dem Vorstand für die gute Zusammenarbeit und den Mitgliedern für ihre Teilnahme an den Veranstaltungen der Genossenschaft.

0 Kommentare Kommentieren

Keine Kommentare gefunden!

Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Kommentarbereich prüfen wir alle Beiträge, bevor sie veröffentlicht werden. Ihr Kommentar erscheint, sobald er gesichtet wurde.

Bitte melden Sie sich an, um die Beiträge zu lesen oder zu kommentieren.AnmeldenHier Registrieren