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Klagenfurt, St. Andrä. Ein Fall für die Staatsanwaltschaft ist mittlerweile jener Landwirt, dem vorgeworfen wird, Wasser aus der Gemeindeleitung von St. Andrä für die Bewässerung seiner eigenen Nutzfläche abgezweigt haben – vor dem Zähler.
Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt bestätigte auf Anfrage der Unterkärntner Nachrichten ein Ermittlungsverfahren gegen den Landwirt. Demnach bestehe der Verdacht »des Vergehens des schweren Diebstahls nach §§ 127, 128 Abs 1 Z 5 StGB«, so die Staatsanwaltschaft.
Paragraf 127 des Strafgesetzbuchs befasst sich mit Diebstahl, worauf eine Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen steht. Deutlich höher ist die Strafdrohung im Paragraf 128, in dem es unter Ziffer 5 heißt: »Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren ist zu bestrafen, wer einen Diebstahl begeht an einer Sache, deren Wert 5.000 Euro übersteigt.«
Laut Staatsanwaltschaft Klagenfurt ist die Polizeiinspektion St. Paul mit der Aufarbeitung des Falls befasst. Am 1. Oktober wurde ein ergänzender Ermittlungsauftrag erteilt, »die Ermittlungen werden voraussichtlich bald abgeschlossen werden können«, so die Behörde. Auch der Landwirt, für den die Unschuldsvermutung gilt, sei bereits einvernommen worden.
Wie exklusiv berichtet wurde die Stadt St. Andrä im heurigen August auf die Vorgänge aufmerksam: Aus erst ungeklärten Gründen war ein Hochbehälter immer wieder leer. Gemeindemitarbeiter begannen der Ursache auf den Grund zu gehen und landeten schließlich beim jetzt im Verdacht stehenden Landwirt.
Stunden der Suche
Dort sollen sie Stunden damit verbracht haben, die Anlage zu finden, mit der das »weiße Gold« vor der Wasseruhr abgezweigt wurde. Wie zu hören war, soll sie sich unter einer mit Magneten fixierten Fliese befunden haben.
Die St. Andräer Bürgermeisterin Maria Knauder bestätigte den Verdacht gegen den Mann im September im Gespräch mit den Unterkärntner Nachrichten grundsätzlich und sagte: »Wir haben die Polizei eingeschaltet. Was die Stadtgemeinde betrifft, haben wir das Nötige getan. Jetzt ist die Justiz am Zug.« Über den Verdächtigen meinte sie damals: »Es macht mich traurig, dass man so etwas tut, ich bin sehr enttäuscht von diesem Mann, den ich früher immer unterstützt habe. Es ist bitter zu sehen, wie jemand glaubt, er könne sich über alles hinwegsetzen. Wenn das jeder machen würde ...« Und weiter meinte die Bürgermeisterin: »Eine Entschuldigung gab es von ihm nicht. Aber jetzt muss er sich für sein Tun verantworten.«
Der Landwirt wollte den Vorfall im September nicht kommentieren. Er sagte nur: »Ich erfülle den nationalen Ernährungsauftrag.« Die Stadt St. Andrä hatte heuer mit großen Wasserproblemen zu kämpfen. Den gesamten Sommer lang galten Nutzungseinschränkungen für die Bürger.

Von Horst Kakl
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