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Wolfsberg. Während für das beliebte Parkcafé im Stadtpark ein neuer Betreiber gesucht wird, hat mit Scharf‘s Deli eines der bekanntesten Lokale der Innenstadt bereits seine Türen geschlossen.
Besonders einschneidend ist die Situation rund um Scharf‘s Deli am Weiherplatz. Über das Vermögen von Betreiber Michael Scharf wurde am 1. Oktober am Landesgericht Klagenfurt ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Das Lokal hatte seinen Betrieb bereits vor der Insolvenzeröffnung eingestellt. Laut den vorliegenden Unterlagen belaufen sich die Verbindlichkeiten auf rund 462.800 Euro. Dem stehen Aktiva von lediglich etwa 7.800 Euro gegenüber. Rund 30 Gläubiger sind von dem Verfahren betroffen. Als Insolvenzverwalter wurde der Wolfsberger Rechtsanwalt Heimo Fresacher bestellt.
Für viele Wolfsberger kommt das Aus von Scharf‘s Deli dennoch überraschend. Seit der Eröffnung im Jahr 2018 hatte sich das Lokal zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Tagsüber lockte das Deli mit Caféhausatmosphäre, am Abend verwandelte es sich in eine Weinbar mit italienisch inspirierten Speisen. Die Mischung aus modernem Ambiente und entspannter Atmosphäre brachte dem Betrieb eine treue Stammkundschaft ein.
Der Weg zurück ins Lavanttal war für Michael Scharf damals ein bewusster Schritt. Nach mehreren Jahren in Italien, wo er mit dem »Al Mercato« in Grado seine eigene Bar führte, sowie weiteren beruflichen Stationen in Wien, kehrte er in seine Heimat zurück. Mit Scharf‘s Deli wollte er ein Konzept etablieren, das man sonst eher aus größeren Städten kennt.
Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machten das Vorhaben zunehmend schwieriger. Als wesentliche Ursachen des Sanierungsverfahrens werden rückläufige Umsätze und stark steigende Kosten genannt. Besonders Miete und Betriebskosten hätten den Betrieb massiv belastet. Hinzu kamen steigende Personalaufwendungen.
Allerdings: Es wurde ein Sanierungsplanantrag vorgelegt. Die Gläubiger des Scharf‘s Deli sollen 20 Prozent, zahlbar binnen vier Wochen nach Annahme des Plans, erhalten. Darüber wird im Jänner 2027 entschieden.
Während am Weiherplatz inzwischen Stille eingekehrt ist und die Tische leer bleiben, beginnt gleichzeitig an einem anderen Ort die Suche nach einer neuen Zukunft. Das Parkcafé im Wolfsberger Stadtpark steht vor einem Betreiberwechsel.
Neuer Pächter für Parkcafé
Der bisherige Pächter des Parkcafés im Wolfsberger Stadtpark, Pierre Fritzl, wird nach Ablauf seines Vertrags mit 31. Dezember nicht mehr weitermachen.
Für den 43-Jährigen endet damit ein Lebensabschnitt, der ihn beinahe sein gesamtes Erwachsenenleben begleitet hat. Fast drei Jahrzehnte war Fritzl in der Gastronomie tätig, seit 2022 führte er das Parkcafé. Nun hat er sich entschieden, beruflich neue Wege einzuschlagen. Nach Jahren voller Wochenenddienste, langer Arbeitstage und hoher Verantwortung möchte Fritzl künftig mehr Zeit für persönliche Interessen und ein geregelteres Privatleben haben.
Die Stadt Wolfsberg hat daher die Nachfolgersuche gestartet. Bewerbungen können bis zum 5. November eingereicht werden. Gesucht wird nicht nur ein Pächter, sondern ein Konzept, das dem beliebten Standort neues Leben einhaucht. Interessenten müssen ein detailliertes Betriebskonzept vorlegen, das die künftige Ausrichtung des Gastronomiebetriebs beschreibt. Sollte bis Jahresbeginn kein neuer Pächter gefunden werden, will Fritzl maximal bis März 2027 weitermachen.

Von Michael Swersina
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