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Preitenegg. Mit hörbarer Erleichterung sagte Vizebürgermeister Johann Penz (ÖVP) in der Sitzung des Preitenegger Gemeinderats am 19. November: »Diese Entscheidung wurde uns abgenommen.« Gemeint ist damit die kürzlich vom Land Kärnten vorgestellte Windkraftzonierung. Diese weist nur das Lavanttal als mögliche Standorte neuer Windräder aus. Nicht berücksichtigt ist dabei die Region in Preitenegg (wir berichteten). Hier hat das burgenländische Unternehmen Püspök die Errichtung von zehn Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 45 Megawatt geplant. Dieses Vorhaben ist damit nun – zumindest vorerst – vom Tisch.
Auf der Tagesordnung der Preitenegger Gemeinderatssitzung waren die beiden abschließenden Punkte trotzdem der Windkraft »gewidmet« – wenn auch ohne Beschluss, denn sie hatten nur Berichterstattungscharakter. Der erste der beiden »Windkraftpunkte« behandelte eine von Werner Riedl im Mai des Vorjahrs eingereichte Petition, die von 76 Preitenegger Gemeindebürgern unterschrieben wurde. Riedl fordert darin unter anderem, dass »der zur Unterzeichnung vorbereitete Vertrag mit der Firma Ecowind öffentlich einsichtig zu machen« sei, dass man die »Bevölkerung nicht nur über die positiven Aspekte der Windenergie, sondern auch über die negativen Auswirkungen« informieren sollte und dass vor einem Beschluss im Gemeinderat eine Bürgerbefragung in der Gemeinde durchzuführen sei. Bürgermeister Thomas Seelaus (SPÖ) verlas die Stellungnahme und sagte, dass es zwar einen Entwurf eines Partnerschaftsvertrags mit der Firma Ecowind gebe, der von der Grazer Rechtsanwältin Christina Hofmann geprüft wurde, allerdings Ecowind mittlerweile von der Firma Püspök übernommen wurde. Man hatte sich im Gemeinderat im Vorjahr daher auf Abwarten geeinigt. Bis dato liegt keine Endfassung eines Partnerschaftsvertragsentwurfs vor.
»Jeder hat die Möglichkeit«
Bezugnehmend auf die Aufforderung, nicht nur die positiven Aspekte zu verbreiten, sagte Seelaus: »Jeder Gemeindebürger hat die Möglichkeit, falls er oder sie zu wenig Information zum Thema Windkraft hat, sich diese aus den Medien zu holen.« Eine Diskussionsrunde sei nicht vorgesehen, es stehe laut Seelaus aber jeder Gruppe oder Person frei, zu einer solche Runde einzuladen. Und zur Forderung einer Bürgerbefragung ging der Bürgermeister auf die Windkraftvolksbefragung, die am 12. Jänner 2025 stattgefunden hat, ein. 67,76 Prozent (248 Stimmen) stimmten in Preitenegg für ein Windkraftverbot, 32,24 Prozent (118 Stimmen) waren dagegen. Die Wahlbeteiligung betrug 49,93 Prozent.
Im letzten Tagesordnungspunkt, »Bericht Infrastruktur Windkraft«, zeichnete Seelaus einen geschichtlichen Abriss. In einer Karte des Landes Kärnten waren im Vorfeld der Windkraftvolksbefragung mögliche Beschleunigungsgebiete für Windkraftanlagen ausgewiesen. In Preitenegg waren das das Gebiet der Packalpe im Bereich der Knödelhütte, der Klementkogel und auf der Hebalm. Anfang Sommer 2025 wurde der Gemeinde eine weitere überarbeite Karte von möglichen Windkraftstandorten präsentiert. Laut dieser Karte wäre der »Bereich Bärofen bis Hebalm als mögliche Beschleunigungsfläche für Windkraftanlagen, als Erweiterung des Windparks Bärofen, im Gemeindegebiet von Preitenegg vorgesehen gewesen«, hieß es im von Seelaus verlesenen Bericht an den Gemeinderat. Der Entwurf für die »Änderung des Kärntner Raumordnungsgesetzes 2021 – Änderung Windkraftanlagen vom 14. November 2025 sieht nunmehr im Gemeindegebiet von Preitenegg keine Beschleunigungsflächen für Windkraftanlagen vor«, hieß es weiter.

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