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Rallye-Pilot Maximilian Lichtenegger (21): »Ich war schon als Kind dabei, als mein Vater gefahren ist«Ausgabe 15 | Mittwoch, 8. April 2026

Durch seinen Vater wurde das Interesse des heute 21-Jährigen am Motorsport geweckt. Bei der Rebenland Rallye schied er in seiner Klasse in Führung liegend aus. Jetzt steht für ihn die Lavanttal Rallye am Programm. Das Auto muss dabei unbedingt heil bleiben.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Der Wolfsberger Maximilian Lichtenegger (r.) fährt in dieser Saison für das BRR-Team des mehrfachen Rallye-Staatsmeisters Raimund Baumschlager. Gefahren wird vom 21-Jährigen ein Renault Clio Rallye3 mit rund 260 PS Leistung und einem Gewicht von nur 1.250 Kilogramm. Fotos: Peter Hartmann (1), Illmer (1)

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Wolfsberg. Mit gerade einmal 21 Jahren zählt der Wolfsberger Maximilian Lichtenegger zu den vielversprechendsten Nachwuchspiloten im österreichischen Rallyesport. Der junge Lavanttaler hat schon früh den Weg in den Motorsport gefunden.

Doch der Weg in den Motorsport war nicht vorgegeben. Begonnen hat seine sportliche Laufbahn nämlich auf der Skipiste. »Ich bin früher viele Skirennen für den Skiclub Reichenfels gefahren«, erzählt Lichtenegger. Im Alter von 16 Jahren verlagerte sich sein sportlicher Ehrgeiz auf den Motorsport. Heute hält er sich mit Kartfahren, Radfahren, Laufen und gezieltem Konditionstraining fit. Denn ohne physische Fitness wären die körperlich fordernden Rallyeeinsätze kaum machbar.

Sein Weg in den Motorsport war trotzdem praktisch vorgezeichnet. Vater Günther Lichtenegger, Geschäftsführer der Lico Isolierbau GmbH und selbst ehemaliger Rallye-Fahrer, brachte seinen Sohn früh mit dem Rallyesport in Kontakt. »Ich bin schon als Kind immer dabei gewesen, als mein Vater gefahren ist«, erinnert sich Maximilian. So war es auch naheliegend, dass das Interesse, selbst einmal hinter dem Steuer zu sitzen, früh geweckt wurde.

Bevor Lichtenegger im Alter von 19 Jahren seine erste Rallye bestritt, sammelte er auf abgesperrten Strecken erste Erfahrungen.  »Vor meiner ersten Rallye habe ich viel auf privaten Straßen getestet«, sagt er. Seinen ersten offiziellen Lauf bestritt er bei der Rallye Idrija in Slowenien.

Parallel dazu schloss er eine Lehre als Trockenbauer im Familienunternehmen ab und legte bereits ein Jahr nach dem Abschluss die Meisterprüfung ab. »Der Rallyesport ist extrem zeitintensiv, ein Studium wäre sich kaum ausgegangen«, erklärt Lichtenegger.

»Wichtig ist, dass das Auto heil bleibt, denn eine Woche später starte ich in Spanien«
Maximilian Lichtenegger über seine Heim-Rallye

Sportlich ging es für den heute 21-Jährigen zuletzt steil bergauf. Nach seiner ersten vollen Saison im Rallye-Team Waldherr folgte in diesem Jahr der Wechsel zu einem der renommiertesten Teams Österreichs: »BRR – Baumschlager Rallye & Racing«. Für den jungen Wolfsberger ein wichtiger Schritt: »Der Kontakt zu Raimund Baumschlager war schon vorher da, aber ausschlaggebend für den Wechsel war die Professionalität.« Besonders schätzt er die technische Unterstützung: »Bei BRR arbeiten Ingenieure, die mir beim Setup helfen, und von Baumschlager bekomme ich viele wertvolle Tipps. Er ist fast immer dabei und fungiert als Drivers-Coach.«

Erfahrener Co-Pilot
An seiner Seite sitzt mit Bernhard Ettel ein erfahrener Co-Pilot. Zustande kam diese Zusammenarbeit durch den zweifachen Rallye-Staatsmeister Hermann Neubauer. »Er hat mir damals geraten, unbedingt einen erfahrenen Beifahrer zu nehmen und hat den Kontakt zu Bernhard hergestellt«, erzählt Lichtenegger. Die Erfahrung seines Co-Piloten sei ein entscheidend: »Im Rallyesport macht das viel aus. Mit einem routinierten Beifahrer ist vieles einfacher.« In dieser Saison pilotiert Lichtenegger einen Renault Clio Rally3 mit rund 260 PS und etwa 1.250 Kilogramm Gewicht. Dass im Rallyesport trotz aller Vorbereitung nicht immer alles nach Plan läuft, musste er zuletzt bei der Rebenland Rallye erfahren. In der ORM2-Klasse in Führung liegend, kam es zum Ausfall. »Ich bin eine normale Pace gefahren, habe nicht übermäßig gepusht. In einer übersichtlichen Kurve bin ich wohl etwas von der Spur abgekommen, auf Splitt geraten – das Heck ist gekommen, und dann war es auch schon passiert.«

Ein Highlight steht nun mit der Lavanttal Rallye (siehe auch S. 16) bevor: »Ich freue mich sehr auf den Start. Wichtig ist, dass das Auto heil bleibt, denn schon eine Woche später starte ich bei der Rallye Sierra Morena in Spanien im Rahmen der Europameisterschaft.«

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