Rauf, runter, raufAusgabe | Mittwoch, 1. August 2018

Die Bilanz der ersten Nachkriegssaison: 0 Punkte, Abstieg. Ab Ende der 60er Jahre ging es bergauf, zu Beginn der 2000er stürzte man bis in die Unterliga ab, und seit 2012 speisen die Wölfe sogar bei Hofe - die Fans erlebten mit dem WAC ein Wechselbad der Gefühle.

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WOLFSBERG. Mit der 3:4-Niederlage in St. Pölten startete der WAC unglücklich aus den Startlöchern. Am Sonntag (17 Uhr) steigt das erste Heimspiel. Die Fans sind gespannt wie ein Regenschirm und fragen sich, wo werden die Wölfe in diesem Jahre landen?

Oberes Play-off

Seit die Wolfsberger 2012 den Aufstieg in die Bundesliga schafften, gab es in der Endtabelle die Ränge fünf, sieben, fünf, sechs und nach der vergangenen Seuchensaison Platz neun. Obmann Dietmar Riegler hat schon vor der Vorbereitung gesagt, dass er in dieser Spielzeit einen anderen WAC sehen möchte. Trainer und Spieler glauben, dass ein Platz unter den ersten Sechs und damit im oberen Play-off  drin sein müsste. Die Antwort liegt aber wie immer im Fußball auf dem Platz. Ein Blick zurück in die Vereinsgeschichte zeigt, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass der WAC bei Hofe speist. Als Adolf Ptazcowsky, Karl Weber, Hermann Maierhofer, Franz Hafner und Michael Schlacher im Jahr 1931 den Wolfsberger AC aus der Taufe hoben, haben sie wohl kaum damit gerechnet, dass ihr Verein einmal auf Augenhöhe mit Rapid oder der Austria spielen wird. Nach dem Krieg spielte der Klub in der 1. Klasse, die gleichzusetzen mit der heutigen Landesliga war. Die Erfolge in der ersten Saison? Null Punkte - Abstieg.  Ab Ende der 60er Jahre ging es mit dem neuen Sektionsleiter Hugo Reinprecht nach oben. 1968 stieg man in die Regionalliga Mitte (damals die zweithöchste Spielklasse) auf. Nach der Auflösung der Regionalligen war man von 1974 bis 1985 mit einem Jahr Pause Stammgast in der zweithöchsten Liga. Zwischen 1985 und 1991 fuhr man im Paternoster zwischen der 2. Division und der Landesliga hin und her. Einer der Trainer der damaligen Zeit war Max Raninger. Das WAC-Urgestein begann 1958 in der Schülermannschaft des Klubs und ist seit damals Vereinsmitglied. »Der WAC hatte immer das Problem, dass  die  besten Spieler verkauft werden mussten, weil kein Geld in der Kasse war. Sturm, der GAK oder Steyr haben uns die Stützen weggeschnappt. Das ist mir als Trainer so gegangen und auch meinen Nachfolgern«, erklärt Raninger, der heute noch für den Klub als Schiedsrichterbetreuer tätig ist.

Freier Fall

Die Zeiten wurden aber immer schwieriger und nach dem Abstieg aus der Regionalliga (2002) befand man sich im freien Fall und  schlug in der Unterliga (2004) auf. »Der WAC hatte damals sehr viele Schulden, und die Verantwortlichen, die dafür gehaftet haben, waren nicht bereit, noch mehr Geld in den Klub zu pumpen«, erinnert sich Raninger. Die Rettung war die Bildung der Spielgemeinschaft mit St. Andrä. Beim Partnerklub war Dietmar Riegler tätig. Der begann sich in Wolfsberg zu engagieren und  gründete den WAC neu. Das war der Grundstein für den raschen Aufstieg.  Schon 2010 schaffte man den Sprung in die Erste Liga und 2012 in die Bundesliga. »Dietmar Riegler war für den WAC ein Lottosechser, ohne sein finanzielles Engagement wäre der Verein nicht in der Bundesliga, sondern tot«, weiß Raninger. Was traut der  Fußballfachmann den Wölfen in dieser Saison zu? »Das erklärte Ziel ist ein Platz im oberen Play-off. Christian Ilzer ist ein sehr engagierter Trainer und die Mannschaft wurde gezielt verstärkt, ich glaub schon, dass wir oben mitspielen können«, meint Raninger. Weniger gefällt ihm der neue Austragungsmodus. »Für die Vereine, die nicht den Sprung unter die ersten Sechs schaffen, wird es schwierig, weil die attraktiven Gegner fehlen.«

 

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