Eine Investition für eine Expansion Ausgabe | Mittwoch, 8. August 2018

Das Oberlavanttaler Paradeunternehmen Hermes Schleifmittel ist auf Expansionskurs. 2,5 Mio. Euro werden aktuell in die Ausweitung des Standortes investiert. »Wir haben das Potenzial und wollen weiter wachsen«, sagt Werksleiter Reinhard Pasterk.

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Bad St. Leonhard. Es scheint ein einfaches Produkt zu sein, mit dem Hermes Schleifmittel am größten von acht weltweiten Produktionsstandorten in Bad St. Leonhard 80 Millionen Euro pro Jahr umsetzt. Im Wesentlichen sind es drei »Zutaten«, aus denen alle Schleifbänder bestehen: Ein Trägermaterial (Papier, Folie oder Gewebe), ein Harz und das darauf aufgebrachte eigentliche Schleifmaterial in Form von Korund-, Silizium- oder Keramikkörnern. Das Korn kommt hauptsächlich vom Hermes-Stammsitz in Hamburg. In Bad St. Leonhard ist man auf die »Grundfertigung«, die Herstellung der bis zu vier Meter breiten Schleifbänder, besonders stolz.

»Ein komplexer Prozess«

»Ja, man glaubt es nicht, aber die Herstellung mit bis zu 50 Metern pro Minute Produktionsgeschwindigkeit ist verfahrenstechnisch und chemisch ein komplexer Prozess. Das habe ich anfangs auch unterschätzt«, sagt Reinhard Pasterk, seit 1. April des Jahres Werksleiter und gewerberechtlicher Geschäftsführer des Lavanttaler Hermes-Werks, in dem er seit zweieinhalb Jahren tätig ist. Vor seiner jetzigen Aufgabe war er für die Produktion verantwortlich.  

»Mitarbeiter sind das Um und Auf«

260 Mitarbeiter und 30 Leiharbeiter werden aktuell in Bad St. Leonhard beschäftigt. Der Frauenanteil beträgt 40 Prozent. »Wir bilden laufend zehn Lehrlinge in verschiedenen Berufen aus und nehmen jährlich zwei bis drei neu auf«, sagt Pasterk. Die Beschäftigten kommen großteils aus der näheren Umgebung, also aus dem Oberen Lavanttal und dem Obdacher Raum. »Wir haben viele wirklich sehr langjährige und loyale Mitarbeiter und eine äußerst geringe Fluktuation. Das spricht sicher für unser soziales und positives Betriebsklima. Die Erfahrung der Beschäftigten ist ja ohnehin das Um und Auf der Produktion«, zeigt sich der Werksleiter zufrieden. Laufend wird in den Maschinenpark investiert und es werden Innovationen gesetzt.

25 Prozent Umsatzwachstum

»Wir haben bis ins Jahr 2025 ein Wachstum von 80 auf 100 Mio. Euro Umsatz am Standort geplant«, erzählt Pasterk. Woher kommt der positive Ausblick? »Die Nachfrage am Markt für hochwertige Produkte ist gegeben und da spielen auch die Oberflächen eine zunehmend große Rolle. Einerseits geht es um die technische Beschaffenheit und andererseits um die optische Erscheinung. Unser Kernmarkt ist der großflächige Metallschliff – und da sind wir sowohl in der klassischen Industrie vertreten, wie auch im High-end-Designbereich. Wir haben für jeden Bedarf eines zu schleifenden Objekts das passende Werkzeug«, sagt Pasterk. Ingesamt verlassen 60.000 verschiedene Produkte das Werk in Bad St. Leonhard – die Körnung der Schleifbänder und Schleifscheiben variiert dabei zwischen 12 (sehr grob) und 4.000 (sehr fein).  

2,5 Mio. Euro-Investition

Der wachsende Markt im Oberflächenbereich ist auch der Grund für die aktuellen Bauarbeiten am Betriebsgelände in Bad St. Leonhard. In eine 3.000 Quadratmeter große Logistik- und Lagerhalle werden 2,5 Mio. Euro investiert. Das Betriebsareal bietet hierzu in Richtung Umfahrungsstraße ausreichend Platz. Pasterk: »Unser Werk ist seit 1970 nach und nach gewachsen, die Abläufe sind nicht mehr ganz optimal. Die jetzige Erweiterung ist in der Firmengeschichte einmalig und dient der Verbesserung des Materialflusses durch das Werk. Zudem werden wir dann drei Außenlager im Bezirk auflösen können. All das geschieht mit dem Blick in die Zukunft und ist eine enorme Absicherung des Standortes.« Die neue Halle soll Ende des Jahres schon genutzt werden können.

 

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