40-Jähriger drückte Hand seiner Freundin auf eine heiße Herdplatte: Opfer-Anwalt schildert Details Ausgabe 37 | Mittwoch, 15. September 2021

Der Vorfall sorgte im August für Aufsehen: Ein Wolfsberger verbrannte im Streit mit seiner Freundin deren Hand. Christian Ragger, der Anwalt der 24-jährigen Frau, berichtet jetzt, wie es zu dem Vorfall kam. Auslöser war eine Nachricht im Handy des 40-Jährigen.

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Wolfsberg. Allein der Gedanke daran lässt die Gänsehaut aufsteigen. Im August kam es unter einem Wolfsberger Paar zu einer Auseinandersetzung, die einen grauenvollen Höhepunkt erreichte: Der 40-Jährige, für den die Unschuldsvermutung gilt, soll eine Hand der 24-jährigen Frau auf eine heiße Herdplatte gedrückt haben. Demnächst wird er sich wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht verantworten müssen. 

Der Fall sorgte schon vor anderthalb Monaten für Aufsehen. Jetzt schildert der Wolfsberger Anwalt Christian Ragger, dessen Kanzlei das Opfer vertritt, Einzelheiten des Vorfalls. »Nachdem das Paar nach Hause gekommen war, ging die junge Frau mit einem Bekannten nochmals weg. Als sie in die Wohnung zurückkehrte, sah sie das Handy ihres Freundes – und warf einen Blick hinein.« 

»Er packte seine Freundin bei einem Handgelenk und drückte ihre Hand auf die heiße Herdplatte«
Christian Ragger, Anwalt

Was sie entdeckte, versetzte ihr einen Schock: Die Nachricht einer anderen Frau. Sie stellte ihren Lebensgefährten zur Rede, der mit Gewalt geantwortet haben soll. Ragger: »Er versetzte der Frau einen Faustschlag, durch den sie eine Perforation des Trommelfells erlitt. Danach folgten weitere Schläge.« 

Herdplatte aufgedreht

Schließlich zog sich die 24-Jährige in die Küche zurück, wo sie eine Zigarette rauchen wollte. Da kein Feuerzeug bei der Hand war, drehte sie den Herd auf, um sie an der heißen Platte zu entzünden. In diesem Augenblick betrat ihr Freund den Raum und schlug weiter auf die Frau ein. Der Anwalt: »Schließlich packte der 40-Jährige seine Freundin bei einem Handgelenk und drückte ihre Hand auf die heiße Herdplatte. Sie erlitt dabei Verbrennungen zweiten Grades.« 

Danach soll sich der Mann seiner Tat bewusst geworden und weinend zusammengebrochen sein. Die Frau flüchtete aus der Wohnung und suchte das LKH Wolfsberg auf, wo ihre Verletzungen versorgt wurden. 

»Einem jungen Mädchen so etwas anzutun, hat in unserer Gesellschaft keinen Platz«
Derselbe über die Tat

Danach erstattete sie Anzeige bei der Polizei, die den Fall an die Staatsanwaltschaft weiterleitete. Ob und in welchem Maß Alkohol bei dem Vorfall eine Rolle spielte, wird das Gericht zu klären haben. Ragger: »Einem jungen Mädchen die Hand auf die Herdplatte zu pressen, hat in unserer Gesellschaft keinen Platz. Man kann nur hoffen, dass auch sie Konsequenzen daraus zieht« – und die Beziehung zum 40-Jährigen nicht mehr fortsetzt ...

Häusliche Gewalt steigt

Seit dem Ende des harten Lockdowns im heurigen Mai gab es im Bezirk Wolfsberg einen Anstieg bei häuslicher Gewalt, sagte zuletzt der Lavanttaler Kriminalreferent Herbert Schweiger im Interview (siehe UN36/2021). Er sprach von  einem leichten Anstieg bei Wegweisungen und Betretungsverboten. Generell verzeichnete die Polizei heuer bei Körperverletzungen einen Anstieg um zehn Prozent: 83 Fälle wurden bis Anfang September angezeigt.

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