Gundolf Stocker, Trainer des SK St. Andrä: »Ich wollte nie eine Kampfmannschaft trainieren«Ausgabe 27 | Mittwoch, 7. Juli 2021

Der 54-Jährige feierte als Trainer des SK St. Andrä mit seinem Team den Aufstieg in die Kärntner Liga. Davor war er jahrelang als Trainer im Nachwuchs des ATSV Wolfsberg und des WAC tätig. Für die neue Saison lautet das Ziel für den Liganeuling: Klassenerhalt.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Gundolf Stocker ist seit der Saison 2019/20 Trainer des SK St. Andrä. In seiner ersten Saison als Trainer einer Kampfmannschaft wurde der Ligabetrieb coronabedingt abgebrochen. In seiner zweiten Spielzeit schaffte er mit einer sehr jungen Mannschaft den Aufstieg in Österreichs vierthöchste Spielklasse. Foto: Tripolt

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St. Andrä. Der Wolfsberger Gundolf Stocker hatte kürzlich allen Grund zur Freude. Als Trainer des SK St. Andrä konnte er mitansehen, wie seine Jungs den Aufstieg in die Kärntner Liga schafften. Doch der Erfolg als Trainer war in dieser Form nicht geplant.

Stocker war in seiner Jugend selbst ein talentierter Kicker, durchlief den WAC-Nachwuchs bis zum Leistungszentrum. »Mit 18 habe ich mich dann an der Leiste verletzt und aufgehört«, blickt er zurück. Auch die Position auf der Trainerbank war für ihn lange kein Thema. »Als ich 30 Jahre alt war, ist mein Sohn Raphael auf die Welt gekommen. Sechs Jahre später hat er, ohne mein Zutun, beim ATSV Wolfsberg zum Fußballspielen begonnen. Ich wurde dann von Vereinsseite gefragt, ob ich im Nachwuchsbereich trainieren möchte«, so Stocker. In den folgenden zehn Jahren war Gundolf Stocker als Nachwuchstrainer beim ATSV Wolfsberg tätig. Anschließend wechselte er in den Nachwuchstrainer-Bereich des WAC, wo er als Co-Trainer bei der U14 einstieg. »Von da weg habe ich unterschiedliche Altersklassen trainiert.«

Der SK St. Andrä pflegt nach wie vor eine Kooperation mit dem WAC. Junge Spieler aus dem U17-Bereich sollen südlich von Wolfsberg ausgebildet und an den Profifußball herangeführt werden. 2019 war der Verein auf Trainersuche und wurde schnell in den eigenen Reihen fündig. Stocker: »Ich wollte eigentlich nicht eine Kampfmannschaft trainieren. Mir hat die Arbeit im Nachwuchsbereich mit den Kindern immer Spaß gemacht, das wollte ich nicht ändern.«

»Das Spiel war eine mittlere Katastrophe. Man hat ihnen die Nervosität angemerkt«
Gundolf Stocker über das Entscheidungsspiel

Ursprünglich wollte St. Andrä Stocker als sportlichen Leiter. »Ich war schon bei der Zusammenstellung des Kaders dabei, kannte die Spieler und habe mir deshalb gedacht, dass ich es als Trainer probieren möchte.« Wenn man sich den Kader genauer ansieht, dann fällt auf, dass der Unterschied zum Nachwuchs-Bereich gar nicht so groß ist, wie man annehmen möchte: Das Durchschnittsalter des Aufstiegsmannschaft liegt bei knapp 20 Jahren, der älteste Spieler ist gerade einmal 25 Jahre jung.

Der Aufstieg
Die Saison 2019/20, die erste Spielzeit von Stocker als Trainer einer Kampfmannschaft, wurde coronabedingt abgebrochen. St. Andrä war im sicheren Mittelfeld, spielte zu oft Remis. »Mit Stefan Mohl haben wir dann im Sommer nur einen neuen Spieler geholt, der restliche Kader blieb unverändert«, weiß Stocker. Dem Kader gehört auch Sohn Raphael bis heute an. Und das Training mit Stocker machte sich bezahlt: »Spiele, die in der Vorsaison unentschieden endeten, haben wir dann gewonnen.« Mit ein Grund dafür war laut Stocker auch die hohe Trainingsbeteiligung. »Ich versuche jedem Spieler, der dabei ist, Spielzeit zu geben«, so der 54-Jährige.

Ende Juni mussten die Jungs des SK St. Andrä in Ruden zum Entscheidungsspiel antreten. Durch einen verwandelten Elfmeter in der 86. Minute gewann St. Andrä mit 2:1. »Das Spiel war eine mittlere Katastrophe«, lacht Stocker, denn: »Man hat gesehen, dass die Spieler jung sind. Man hat ihnen die Nervosität angemerkt.«

Die jetzige Zielvorgabe von Stocker an seine junge Mannschaft: »Nur nicht absteigen.«

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