Schimmel in Gemeindewohnungen: Erzürnte Mieter gehen mit Vorwürfen an die Öffentlichkeit Ausgabe 10 | Mittwoch, 10. März 2021

Seit Jahren kämpft Mieter zweier Gemeindewohnungen um die Behebung des Schimmelbefalls in ihrer Wohnung. Der Gemeinde Wolfsberg werfen sie vor, nichts getan zu haben. Nach einem Facebook-Video kam Bewegung in die Sache. Der Schimmel wird entfernt

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Wolfsberg. Am Ende des Wahlkampfs in Wolfsberg veröffentlichte die freiheitliche Bürgermeisterkandidatin Isabella Theuermann Videos einer Mieterin einer Gemeindewohnung nahe des früheren Volksbads, die über starken Schimmelbefall in ihren vier Wänden klagte. Trotz Meldung beim Vermieter, der Stadtgemeinde Wolfsberg, habe sich seit Jahren nichts an der Situation geändert, ist die Mieterin, die anonym bleiben möchte, verärgert. »Mir wurde auch öfters mitgeteilt, dass ich halt keine nasse Wäsche in der Wohnung aufhängen, sondern im Freien trocknen lassen soll. Auf meine Beschwerden wurde nie richtig reagiert. Ich bin verzweifelt«, so die Mieterin.

Im Zuge der Recherchen der Unterkärntner Nachrichten meldete sich ein weiterer Mieter zu Wort, dessen Wohnung in St. Michael ebenfalls von Schimmelflecken befallen ist. »Wir kämpfen seit Jahren gegen den Schimmel, aber es tut sich nichts. Wir haben den Schimmel schon auf eigene Kosten entfernen lassen, aber er kam wieder. Unsere Wohnung ist nicht die einzige, auch die Nachbarn sind davon betroffen. Der Schimmelbefall ist auch gesundheitsschädigend. Es lebt ein drei Monate altes Baby in der Wohnung. Da ist Gefahr in Verzug. Was die Gemeinde hier macht, ist menschenunwürdig«, so der aufgebrachte Mieter.

Theuermann, die die Sache ins Rollen gebracht hat, ärgert sich über das Vorgehen der Stadtgemeinde: »Es kann nicht sein, dass wir über die Verschönerung des Hohen Platzes mit Sonnensegel um 98.000 Euro sprechen, und ein paar hundert Meter weiter müssen Familien in verschimmelten Gemeindewohnungen leben.«

Alles erledigt

Der Fall der Mieterin wurde Bezirkshauptmann Georg Fejan vorgetragen. Der meint: »Mir wurde die Angelegenheit geschildert und ich sah auch Fotos der Wohnung. Es gibt darin Schimmel.« Fejan sprach nach der Kontaktaufnahme durch die Mieterin mit dem Wolfsberger Wohnungsamt und es wurde ein Termin mit einem Maler in der Vorwoche vereinbart, der den Schimmel beseitigen sollte. »Ich habe mit der Mieterin vereinbart, dass sie sich bei mir meldet, sollte der Schaden nicht behoben werden. Sie hat sich bei mir aber nicht mehr gemeldet«, so Fejan. 

Die Unterkärntner Nachrichten  fragten am Montag, 8. März, beim Wohnungsreferenten der Stadtgemeinde Wolfsberg, Jürgen Jöbstl (SPÖ), nach. Er sagte: »Mir ist der Akt bekannt. Es wurde bereits die Firma Tiefenbacher damit beauftragt, den Schimmel zu beseitigen. Das wird diese Woche geschehen. Heute gab es noch einen Lokalaugenschein mit Amtsärztin Elisabeth Hipfl, danach wird der Schimmel entfernt.« 

Hipfl, die eigentlich gar nicht für Privatwohnungen zuständig ist, sagte nach dem Besuch der Wohnung: »Der Schimmel wird beseitig, damit ist für uns die Sache erledigt.«, 

Auch der zweite Fall des Mieters aus St. Michael ist Jöbstl bekannt. Jöbstl: »Es wurde bereits ein Termin vereinbart, damit sich ein Unternehmen die Lage vor Ort anschaut und dann den Schimmel beseitigen wird. In beiden Fällen werden die Kosten für die Behebung des Schimmelbefalls von der Stadtgemeinde Wolfsberg übernommen.«

Abschließend weist Jöbstl darauf hin: »Von einem Problem mit Schimmel in den Wolfsberger Gemeindewohnungen kann keine Rede sein. Ich habe mir das genau angeschaut. Seit Jänner 2020 hat es bei allen Gemeindewohnungen fünf Beschwerden wegen Schimmels gegeben. Wir haben auf diese natürlich sofort reagiert und die Missstände behoben. So wie es im Video, das mittlerweile wieder von der Facebook-Seite entfernt wurde, dargestellt wird, stimmt es überhaupt nicht.«

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