Margit Thonhauser: »Das Lavanttal darf nicht vom Klopeiner See überschattet werden«Ausgabe 8 | Mittwoch, 24. Februar 2021

Ab dem Jahr 2022 soll aus den Tourismusregionen Lavanttal und Klopeiner See – Südkärnten eine neue gemeinsame Tourismusregion entstehen. Bürgermeister Primus steht dem skeptisch gegenüber, RML-Geschäftsführerin Thonhauser möchte Synergien nutzen.

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Lavanttal. In Kärnten wird derzeit daran gearbeitet, die 14 Tourismusregionen des Landes zu neun Großregionen zusammenzulegen. Das Lavanttal wird dabei mit der Region Klopeiner See – Südkärnten zusammengeführt. Ab 1. Jänner 2022 soll es dann nur  noch eine Tourismusregion für den gesamten Unterkärntner Raum geben.

Aktuell arbeiten Margit Thonhauser, Geschäftsführerin des Regionalmanagements Lavanttal, und der Geschäftsführer der Tourismusregion Klopeiner See – Südkärnten, Robert Karlhofer, daran, wie eine solche Zusammenlegung aussehen könnte. Begleitet werden die beiden dabei von der Linzer Agentur »conos GmbH.« Details gibt es im Moment aber noch keine. Thonhauser sagt: »Es müssen noch sehr viele Dinge geklärt werden, wie die Stimmrechtsverteilung, wie die Gesellschaft im Detail aussehen wird, wer die Gesellschafter sind, wie Mittel verwendet werden, wer Geschäftsführer wird usw.« 

Thonhauser betont, dass das Geld, das im Lavanttal erwirtschaftet wird, auch wieder dem Lavanttal zugute kommen müsse. »Für uns ist es wichtig, dass das Lavanttal nicht vom Klopeiner See überschattet wird. Wir müssen uns behaupten und es muss gewährleistet sein, dass unsere Produkte und Angebote vermarktet und weiterentwickelt werden«, so Thonhauser. Eine Zusammenarbeit mit der Region Klopeiner See – Südkärnten ist für die Lavanttalerin nichts neues: »Seit Jahren treten wir im Marketingbereich gemeinsam auf und sind auf Messen vertreten. Eine Großregion lässt sich am Markt besser verkaufen, als viele kleine.«

Angedacht ist es, im Lavanttal einen Tourismusverband zu schaffen, der gemeinsam mit dem Tourismusverband St. Kanzian und dem Tourismusverband Geopark als Gesellschafter der neu geschaffenen Tourismusregion fungiert. »Es könnte theoretisch natürlich  jede Lavanttaler Gemeinde alleine daran teilnehmen. Das wäre aber nicht sinnvoll, denn dann hätte diese nicht allzu viel Gewicht«, so Thonhauser.  

Und wie soll die Großregion finanziert werden? 45 Prozent der Ortstaxe und 30 Prozent der Tourismusabgabe sollen in den neu zu gründende Verband der Großregion fließen. Die Einzelheiten werden noch erarbeitet.

Bis zum Sommer sollten die Planungsarbeiten abgeschlossen sein. Danach müssen noch zahlreiche Beschlüsse in den einzelnen Gemeinden herbeigeführt werden, damit man mit 1. Januar 2022 starten kann.

Kritisch steht dem der Wolfsberger Bürgermeister und Vorsitzender des Aufsichtsrats der RML GmbH Hannes Primus (SPÖ) gegenüber: »Mehr Zusammenarbeit statt Zusammenschluss wäre im Prinzip der bessere Weg gewesen. Das Lavanttal darf kein bloßes Anhängsel der nächtigungsstarken Region Klopeiner See werden, sondern soll innerhalb von ›Erlebnisräumen‹ Angebote und Produktentwicklung autonom gestalten können. Zum Beispiel für Themen wie Slow Food oder Radfahren und Wandern, die bei uns sehr erfolgreich aufgebaut wurden. Geld aus der Region, muss  hier verbleiben und darf nicht woanders hin abfließen.«

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