»Wie ein Lottosechser«: Kindergarten-Neubau in St. Andrä wird zu 100 Prozent gefördertAusgabe 50 | Mittwoch, 9. Dezember 2020

Im Herbst 2021 soll, wenn alles planmäßig verläuft, mit dem Neubau des St. Andräer Kindergartens begonnen werden. Das Projekt wird zu 100 Prozent von der EU und dem Land Kärnten gefördert. Die gesamte Investitionssumme beläuft sich auf 2,4 Millionen Euro.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Man befindet sich zwar noch in der Planung, doch so ähnlich wie auf dem Bild oben könnte der neue Kindergarten in St. Andrä aussehen. Die vier Terrassen schließen direkt an die Gruppenräume an und führen in den Grünbereich. Bild unten: So sieht der Eingangsbereich östlich von der Römerstraße in der Planung aus. Fotos: G + H Ziviltechniker GmbH

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St. Andrä. Insgesamt zehn Kindergarten-Gruppen gibt es in St. Andrä – vier davon im Kloster Maria Loretto. »Die Gemeinde hat die Räume gemietet. Diese stammen aus den 80er-Jahren. Deswegen wussten wir, dass wir etwas tun müssen«, beginnt Bürgermeisterin Maria Knauder (SPÖ).

Mit der Förderausschreibung des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) hat sich ein »Fenster aufgetan«, weiß Amtsleiter Robert Astner. Die maximale Fördersumme des ELER und des Landes Kärnten wurde pro Projekt auf 2,5 Millionen Euro angesetzt. Der gesamte Fördertopf in Kärnten beträgt 7,3 Millionen Euro. »Wir haben uns entschlossen, uns bei diesem Call des Landes zu bewerben«, so Amtsleiter Astner weiter. Vor gut zwei Wochen erhielt die Gemeinde die Zusage. Für das Neubauprojekt des Kindergartens erhält St. Andrä eine Fördersumme von 2,4 Millionen zugeschrieben. »Der Kindergarten ist für uns damit quasi gratis«, freut sich Astner.

Architektur und Pädagogik
Für die Einreichung wurde eine umfangreiche Studie ausgearbeitet, die nicht nur ein architektonisches, sondern ebenso ein pädagogisches Konzept umfasst. »Für mich als Leiterin ist es eine Freude bei so einem Projekt dabei zu sein. Ich habe mich mit Sabine Polesnig von der G + H Ziviltechniker GmbH gut ausgetauscht«, gibt Kindergartenleiterin Maria Gritsch-Wastian Einblick.
Das Grundstück an der östlichen Seite der Römerstraße misst insgesamt rund 6.500 Quadratmeter. Die Gebäudefläche des Kindergartens wird 1.000 Quadratmeter betagen. »Bei der Ausrichtung wurde auf die maximale Belichtung der Innenräume geachtet. Des Gelände weist einen Niveauunterschied von gut zwei Metern auf. Diesen Höhenunterschied haben wir uns im Bereich der Grünfläche zunutze gemacht und Kletterelemente und Rutschen eingeplant«, erzählt Architektin Sabine Polesnig.

»Wir haben versucht Altbewährtes mit Neuem zu verknüpfen«
Maria Gritsch-Wastian, Kindergartenleiterin

Das Gebäude selbst umfasst vier Gruppenräume mit Garderoben, zwei Bewegungsräume sowie ein Kinderrestaurant und ein kleines Atrium als »Herzstück« des Gebäudes. »Wir haben versucht Altbewährtes mit Neuem zu verknüpfen«, weiß Gritsch-Wastian. Das Atrium soll unter anderem mit Hochbeeten und Bäumen ausgestattet werden. Vor jedem Gruppenraum befindet sich eine Terrasse, die direkt zur Grünanlage führt.

»Ich bin froh, dass wir ein Team gefunden haben, dass sich mit dem Projekt wirklich identifizieren konnte und uns ständig auf dem Laufenden gehalten hat. Nicht das Kind muss sich an die Umgebung anpassen, sondern die Umgebung an das Kind und das wird hier der Fall sein«, freut sich Kindergartenreferentin StR. Ina Hobel (SPÖ) über das Projekt.

»Das Thema begleitet uns schon lange. Der Kindergarten ist in die Jahre gekommen. Für uns war es ganz klar, dass wir bei diesem Projekt dabei sind, weil die Kinderbetreuung ein ganz wichtiges Thema ist«, weiß StR. Heinz Schlatte (ÖVP).

Eröffnung im Herbst 2022
»Als Baubeginn haben wir, anschließend an die Ausschreibung, den Herbst 2021 anvisiert. Wir können aber noch keinen genauen Termin nennen, weil wir nicht sagen können, welche Auswirkungen Covid-19 noch haben könnte. Wenn alles planmäßig verläuft, soll der neue Kindergarten im Herbst 2022 eröffnen« so Bürgermeisterin Maria Knauder. Aktuell fahren täglich 10.000 Fahrzeuge am Kindergarten Maria Loretto vorbei. Mit einer Einbahnregelung möchte man die Verkehrssituation am neuen Standort entschärfen. »Der Neubau ist fast ein Jahrhundertprojekt und dass wir eine 100-prozentige Förderung bekommen, ist wie ein Lottosechser«, ist die Bürgermeisterin glücklich.

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