Die Tischlerei Sterling sieht in der Coronakrise eine Chance, die regionale Wirtschaft zu stärkenAusgabe 18 | Mittwoch, 29. April 2020

Trotz Coronakrise hat Erwin Sterling in seiner Tischlerei auf das Kurzarbeitszeitmodell verzichtet. Aktuell sucht er sogar neue Mitarbeiter für die Produktion. Regionale Arbeiten während der Krise sieht er als große Chance für die heimischen Betriebe.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Die Geschäftsführer Erwin und Magdalena Sterling mit den beiden Projektleitern Hannes Doler und Mario Rampitsch (v. r.) suchen auch während der Coronakrise nach personellen Verstärkungen. Foto: Sterling

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Wolfsberg. Kurzarbeit, steigende Arbeitslosigkeit, Existenzsorgen – der wirtschaftliche Schaden der Coronakrise wird uns noch lange verfolgen. Dass es allerdings auch einen anderen Weg gibt, um mit dieser Ausnahmesituation umzugehen, zeigt die Tischlerei Sterling in Wolfsberg.

»Natürlich hat Corona, wie fast allen Betrieben, auch uns größere Aufträge weggenommen. Wir hatten Arbeiten in Tirol oder bei Resort Feuerberg für Umbautätigkeiten, die storniert wurden. Es ist nachvollziehbar, dass Unternehmen, die zum Beispiel im Tourismus tätig sind, in dieser Situation nicht in große Aufträge investieren können und werden«, so Erwin Sterling über den Beginn der Coronakrise für sein Unternehmen. Lediglich ein Tag Urlaub stand für die insgesamt 15 Mitarbeiter am Plan. Die Zeit wurde genützt um zu besprechen, wie es weitergehen soll. In der Folge hat sich Sterling aber bewusst gegen das Kurzarbeitszeitmodell entschieden, wie er verrät: »Wir wollten nicht klein beigeben und haben gesagt, dass wir jetzt erst recht handeln müssen.«

In der Folge konnte sich die Tischlerei mehrere, großteils kleinere Aufträge sichern. Bei Betrieben, die aktuell geschlossen sind, wurde Überzeugungsarbeit geleistet, dass Umbauarbeiten gerade jetzt, wenn Stillstand herrscht, gelegen kommen, da das tägliche Geschäft nicht beeinträchtigt wird. »Viele haben uns zugestimmt und gesagt, dass sie diese Gelegenheit nützen müssen«, so Sterling. Die Planbesprechungen mit den Kunden finden zu einem großen Teil über Videocalls statt.

»Die Krise ist eine Chance, global zu denken und lokal zu handeln«
Erwin Sterling, Geschäftsführer

Einen weiteren positiven Aspekt sieht Sterling für die regionale Wirtschaft: »Die Krise ist eine Chance, global zu denken und lokal zu handeln. Die Unternehmen konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenzen. Wir führen derzeit sehr viele Arbeiten für Menschen im Lavanttal durch. Damit können wir regional und kleiner agieren und trotzdem eine hohe Qualität liefern. Vielleicht ist die Situation auch eine Chance für die gesamte Region.«

Mitarbeiter willkommen
Um die zahlreichen anstehenden Arbeiten auch durchzuführen, sucht die Tischlerei derzeit sogar nach Verstärkungen. Sterling: »Wir suchen zwei bis drei Mitarbeiter für die CNC-Maschine und die Produktion. Es geht auch darum, die Mitarbeiter zu entlasten. Die aktuelle Situation fordert die Menschen bei ihren Familien zu Hause heraus. Da ist es wichtig, Zeit für seine Kinder zu haben. Wir wären schon glücklich, wenn wir jemanden für zwei Tage die Woche finden würden«, weiß Sterling.

// INFO
Tischlerei Sterling
Mühlgangweg 5,
9400 Wolfsberg.
Tel.: 04352/54 164
Mail: office @sterling.co.at
Web: sterling.co.at

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