»Aquafun« im Stadionbad hat neuen Pächter: Chef der »Bausatz-Lokale« soll zum Zug kommen Ausgabe 48 | Mittwoch, 27. November 2019

René Forstner, Besitzer der SPZG GmbH und Erfinder des »Bausatz«-Konzepts, überzeugte beim Hearing den Beirat der Stadtwerke. Noch fehlt der Vertrag, doch er will viel investieren. Das »Aquafun« reiht sich zu klingenden Namen wie »Sägewerk« und »Posaune«.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Kommt der Vertrag mit der SPZG GmbH zustande, wird die Gastronomie im »Aquafun«, dem Café des Wolfsberger Stadionbads, auf neue Beine gestellt. »Schwarzbader« hätten es in Zukunft aber schwerer ... Foto: Stadtwerke Wolfsberg

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Wolfsberg. Das Hearing ist gelaufen, es gibt einen klaren Sieger. Die Suche nach einem neuen Pächter für das Café »Aquafun« im Wolfsberger Stadionbad war – nach derzeitigem Stand – erfolgreich. Der Gewinner ist die SPZG GmbH um den in Graz angesiedelten Unternehmer René Forstner.

»Das ist richtig«, sagt Harald Wenzl, der neue Geschäftsführer der Wolfsberger Stadtwerke, »der Stadtwerke-Beirat hat sich für die SPZG GmbH entschieden.« Allerdings: Noch gilt es, finale Gespräche zu führen, die zur Unterzeichnung entsprechender Verträge führen sollen. »Ich bin aber zuversichtlich, dass das funktionieren wird«, sagt Wenzl, »es wurden bereits viele Vorarbeiten geleistet, das meiste ist schon abgeklärt.« Sollte es klappen, übernimmt die SPZG mit 1. Jänner 2020 das »Aquafun«. 

Gepunktet haben soll Forstner, der für die Unterkärntner Nachrichten nicht erreichbar war, im Hearing nicht nur mit einem überzeugenden Auftritt, sondern auch mit der Bereitschaft, viel Geld ins »Aquafun« zu investieren. Kolportiert werden rund 200.000 Euro, eine Bestätigung steht aus. Die beiden anderen Kandidaten konnten da nicht mithalten. 

»Der Beirat der Wolfsberger Stadtwerke hat sich für die SPZG GmbH entschieden« 
Harald Wenzl, Geschäftsführer der Stadtwerke 

Er will auch das leidige Problem der »Schwarzbadenden« elegant lösen. Bisher nutzten Zahlungsunwillige gerne das Café, um ohne Eintritt ins Stadionbad zu gelangen. Forstner soll dem Stadtwerke-Beirat vorgeschlagen haben, den Raum mit einer Theke zu trennen und damit eine Barriere zu schaffen, an der es kein Vorbeikommen mehr gibt.

Angekündigt wurden auch bis zu zehn Veranstaltungen pro Jahr, mit denen das Publikum unterhalten werden soll. Auch in der Organisation von Events soll die Gesellschaft viel Erfahrung mitbringen.

Ob die SPZG GmbH, die dem Vernehmen nach auch die Gastronomie im benachbarten neuen Kino betreuen soll, das »Aquafun« selbst betreiben wird, ist offen. Denn das Geschäftsmodell der Firma besagt, dass sie Lokale bereitstellt und für die Infrastruktur sorgt, um sie danach von anderen führen zu lassen. Die Belieferung mit den benötigten Waren besorgt wieder die SPZG GmbH. 

»Ich bin zuversichtlich, dass es funktionieren wird, es wurden bereits viele Vorarbeiten geleistet« 
Derselbe zu den finalen Gesprächen 

Das Konzept scheint zu funktionieren. Die Homepage des Unternehmens verzeichnet zwölf Betriebe, neun in Graz, zwei in Wien (davon eines auf der Mariahilfer Straße), ein weiteres in Villach. Darunter befinden sich klingende Namen wie »Sägewerk«, »Posaune«, »Zeppelin«. Firmiert wird unter der (geschützten) Bezeichnung »Bausatz-Lokale«. Der Name ist Programm: Gäste können ihre Essensbestellungen – Pizza, Burger etc.– individuell zusammenstellen.

Die Vorgeschichte

Wie berichtet mussten die Stadtwerke als Eigentümer des Stadionbads aufgrund des in Bau befindlichen Kinos einen neuen Pächter für das »Aquafun« suchen. Da auch darin ein Gastronomiebetrieb geplant ist, ergab sich ein Widerspruch zum Pachtvertrag mit der Café-Konditorei Hecher, die das »Aquafun« seit 20 Jahren betrieb: Eine Konkurrenzklausel untersagte andere Betriebe im Stadionbad.

Im Zuge der Gespräche einigten sich Hecher und die Stadtwerke auf die Auslösung des Vertrags. Als Ablöse wurden 120.000 Euro für die Ablöse des Inventars, der Investitionen und die wegfallenden sechs Saisonen vereinbart. Denn Hecher wäre berechtigt gewesen, das Café bis 2025 zu betreiben. 

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