Kleiner Nager verursacht große Probleme bei den steirischen NachbarnAusgabe 41 | Mittwoch, 9. Oktober 2019

Die Rötelmaus überträgt das Hantavirus. Zahlreiche Erkrankungen gibt es vor allem in der südöstlichen Steiermark. Das Lavanttal blieb – bis auf zwei Fälle – bis dato aber verschont. Vorsicht ist trotzdem geboten.

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Lavanttal. Eine große Mäuseplage gibt es heuer in Niederösterreich und der Steiermark. Die Wetterbedingungen waren ideal für die Nager, die binnen eines Monats geschlechtsreif sind und dann selbst ein- bis zweimal pro Monat für ausreichend Nachwuchs sorgen können. Neben der Hausmaus macht in der Steiermark vor allem die Rötelmaus Probleme, die den für Menschen gefährlichen Hantavirus übertragen kann.

Wie der ORF vergangene Woche berichtete, würde es »normalerweise zehn bis 20 Fälle im Jahr geben, derzeit werden rund zehn pro Woche gemeldet – besonders häufig in der Südoststeiermark«. 89 Prozent aller erkrankten Personen würden aus dieser Region kommen und mit dem Puumalvirus infiziert sein, einer heuer häufig vorkommenden Unterart des Hantavirus.

Zwei Fälle in Wolfsberg

Im Bezirk Wolfsberg gab es heuer bis dato zwei Erkrankungen mit dem Hantavirus. »Im Jahr 2017 waren es in ganz Kärnten sechs Fälle«, weiß Amtsärztin Elisabeth Hipfl von der Bezirkshauptmannschaft Wolfsberg, da es sich um eine meldepflichtige Erkrankung handelt. Von einem verstärkten Auftreten der Krankheitsfälle könne in Kärnten derzeit also keine Rede sein. Die Rötelmaus scheidet die Hantaviren über ihren Kot und Urin aus. Außerdem befinden sich Viren in ihrem Speichel. 

Durch aufgewirbelten Staub, wenn man zum Beispiel einen Schuppen kehrt, in dem sich Rötelmäuse befanden, atmen Menschen den Virus ein. Erste Krankheitssymptome ähneln jenen einer Grippe. »Der Krankheitsbeginn ist meist akut mit Fieber und Schmerzen«, so Hipfl. 

Oft greift das Virus die Nieren an, was Mediziner dann nach den anfänglichen grippeähnlichen Symptomen auf die richtige Spur bringt. Auch wenn »nur« die Rötelmaus das Hantavirus überträgt, gilt es, generell vorsichtig zu sein: »Hausmäuse und Ratten sind dafür Träger anderer gesundheitsschädlicher Keime.«

Zur Vorbeugung einer Infektion rät die Amtsärztin Kehrarbeiten nie ohne Mund- und Nasenschutz durchzuführen. Außerdem sollten generell Essensreste und Tierfutter  nicht offen herumstehen und Holzstapel und Abfallhaufen in der Nähe von Gebäuden vermieden werden. »Eine Impfung gegen eine Infektion mit Hantaviren gibt es leider nicht«, so Hipfl.

Wogegen es aber eine Impfung gibt, ist Keuchhusten. »Diese Erkrankung hat absolut nichts mit Mäusen zu tun, aber auch sie ist meldepflichtig und hier steigt die Anzahl der Infektionen«, möchte Hipfl die Chance nutzen, um auf diese Thematik aufmerksam zu machen.

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