In der Affäre um die Wolfsberger Stadtwerke wurde das Landeskriminalamt eingeschaltetAusgabe 34 | Mittwoch, 21. August 2019

Die Staatsanwaltschaft begründet den Vorgang mit der »speziellen Materie«, die zu bearbeiten sei. Die beiden entlassenen Mitarbeiter beteuern weiter ihre Unschuld und wandten sich ihrerseits an die Anklagebehörde. Arbeitsrechtlich wird im September verhandelt.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Das Landeskriminalamt Kärnten nimmt die Vorgänge bei der Wolfsberger Stadtwerke GmbH unter die Lupe. Die Betroffenen pochen weiter auf ihre Unschuld. Foto: BMI/Egon Weissheimer

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Wolfsberg. Die Stadtwerke-Affäre hat eine neue Ebene erreicht. Denn mittlerweile ermittelt das Landeskriminalamt Kärnten (LKA) in der Causa. Der Verdacht lautet auf Untreue. Im Fokus der Untersuchung stehen zwei entlassene Mitarbeiter der Stadtwerke, für die die Unschuldsvermutung gilt.

Die Klagenfurter Staatsanwaltschaft bestätigt die Einschaltung des LKA. »Wenn es um wirtschaftliche Zusammenhänge geht und eine spezielle Materie zu bearbeiten ist, wird immer diese Abteilung mit den Ermittlungen beauftragt«, heißt es aus der Behörde. Ergebnisse liegen noch nicht vor. Die Staatsanwaltschaft: »Die Sachverhaltsdarstellung zu der Angelegenheit ging am 12. Juli ein. Für die Untersuchung gibt es einen Zeitrahmen von drei Monaten, ehe Bericht erstattet werden muss. Das heißt, vor September ist kein Ergebnis zu erwarten.«  

»Der Zeitrahmen der Untersuchung beträgt drei Monate. Vor September gibt es kein Ergebnis« 
Staatsanwaltschaft Klagenfurt zur Causa Stadtwerke

Einer der beiden entlassenen Stadtwerke-Mitarbeiter meinte im Gespräch mit den Unterkärntner Nachrichten, bisher habe die Polizei keinen Kontakt mit ihm aufgenommen. Stattdessen hätten er und sein ebenfalls gekündigter Kollege durch ihren Anwalt eine Stellungnahme an die Staatsanwaltschaft gesandt, die ihre Sicht der Dinge darstellt. Beide beteuern ihre Unschuld, einer unterstreicht sie so: »Im Bereich Tiefbau wurden stets alle Rechnungen von einem Ziviltechniker geprüft. Ohne dessen Stempel und der damit verbundenen Versicherung, dass alles in Ordnung ist, hätte ich sie niemals unterschrieben.«

Verhandlungen schon fixiert

Die Betroffenen haben kurz nach ihrer Entlassung Klagen gegen die Wolfsberger Stadtwerke eingereicht, um die Hinauswürfe rückgängig zu machen. Sie bestehen auf ihrer Schuldlosigkeit und wollen ihren guten Ruf wiederherstellen. Mittlerweile sind Verhandlungen am Arbeitsgericht anberaumt, im September trifft man sich vor dem Richter.

Die Affäre nahm im Juni ihren Ausgang. Wie berichtet entdeckten die Stadtwerke damals Unregelmäßigkeiten bei zwei abgeschlossenen Bauprojekten. Die genannten Mitarbeiter, die hochrangige Posten bekleideten, wurden dienstfrei gestellt und nach einer weiteren Prüfung eines externen Sachverständigen am 5. Juli entlassen. Begründet wurde dieser Schritt von den Stadtwerken damit, »dass die Verdachtsmomente weitgehend bestätigt wurden und darüber hinaus noch weiteres Fehlverhalten festgestellt wurde«.

»Ohne den Prüfstempel eines Ziviltechnikers hätte ich die Rechnungen niemals unterschrieben«
Ein entlassener Mitarbeiter beteuert seine Unschuld

Da der Fall hohe Wellen schlug und sich Stadtwerke-Mitarbeiter unfreundliche Worte anhören mussten, kündigte Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz in der Gemeinderatssitzung am 11. Juli eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft an: »Sie erfolgt zum Schutz der Stadtwerke-Mitarbeiter und der Stadt, damit die Verunsicherungsphase ein Ende hat.«

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