Lavamünder fordern lautstark eine Umfahrung – erster Kundgebung sollen weitere folgenAusgabe 27 | Mittwoch, 3. Juli 2019

Die Bürgerinitiative Lavamünd organisierte am vergangenen Freitag eine Kundgebung am Marktplatz, um auf die untragbare Verkehrssituation im Ort aufmerksam zu machen. Eine Unternehmerin verlegt deswegen sogar ihr Geschäft nach St. Paul.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteurin Simone Jäger Von Simone Jäger jaegerno@spamunterkaerntner.at
Kaffee statt Lkw auf der B 80 in Lavamünd: Wolfgang Gallant, Bettina Sulzer-Gallant (großes Bild, v. l.), Rüdiger Zlamy und Gerald Hartmann (v. r.) vom Kernteam. Foto: Jäger

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Lavamünd. Trotz brütender Hitze versammelten sich die Lavamünder am vergangenen Freitagmittag am Marktplatz, um ihrer Forderung nach einer Umfahrung Nachdruck zu verleihen. Die Bürgerinitiative Lavamünd »Stopp der Verkehrslawine« um Sprecher Wolfgang Gallant organisierte die Kundgebung, die passend mit dem EAV-Lied »300 PS« eröffnet wurde. Gallant präsentierte am Podium die Verkehrszählungsstudie, nach der täglich allein 1.400 LKW durch den Ort rollen. »Vom Land wurde uns eine Lärm- und Feinstaubmessung und eine Studie zur Umfahrung versprochen. Gekommen ist nichts«, so Gallant.

Die praktische Ärztin Heike Pölz, die ihre Ordination in Lavamünd hat, betonte, dass die Feinstaubbelastung im Ort »extrem hoch« sei: »Unsere Kinder sind, im Vergleich zu Kindern in anderen Teilen Österreichs, stark gefährdet, an chronischen Lungenerkrankungen, wie Bronchitis oder Pseudokrupp, zu erkranken. Das ist nachgewiesen.« Silvia Bruderhans vom Geschäft »Blumen Silvia«, hatte am Tag der Kundgebung ihren Blumenladen den letzten Tag geöffnet: »Nach 24 Jahren verlege ich mein Geschäft nach St. Paul. Einer der Hauptgründe dafür ist das Verkehrsaufkommen. Blumen, die ich vor meinem Geschäft ausstelle, sind innerhalb eines Tages so verschmutzt, dass ich sie nur mehr schwer verkaufen kann.«

Gerald Hartmann vom Kernteam der Bürgerinitiative versprach: »Wenn sich nach dieser Kundgebung nichts tut, werden wir die Straße das nächste Mal eben länger als nur zwei Stunden sperren. Wir machen so lange weiter, bis wir die Umfahrung haben.« Unter den Zuhörern war auch Bürgermeister Josef Ruthardt: »Wenn in Oberkärnten Geld investiert wird, wird wohl auch Geld für Unterkärnten da sein. Die Bevölkerung hat die Situation lange genug hingenommen«.

Seitens der Landespolitik kam niemand zur Kundgebung, doch die beiden ÖVP-Landesräte Martin Gruber und Sebastian Schuschnig »arbeiten an Lösungen«, heißt es aus dem Büro von Gruber. In einer kurzfristigen Perspektive sollen verkehrsberuhigende Maßnahmen gesetzt werden. Dies wird derzeit untersucht. Mittelfristig ist von einer Straßenspange bei der B 80 bzw. L 135 die Rede. Untersuchungen hierzu finden in Abstimmung mit der Gemeinde Lavamünd statt. Eine gesamtheitliche Planung sei aber auch von Slowenien abhängig, das einen vierspurigen Straßenausbau Richtung Kärnten plant. 

Genau dieses Abhängigmachen einer Entscheidung von Slowenien regt die Lavamünder auf. »Habt ihr Lavamünd schon nach Slowenien abgeschoben?« fragte Gallant bei der Kundgebung in Richtung der Landespolitik und wurde dabei von einem ohrenbetäubenden Trillerpfeifenkonzert unterstützt, das man bis nach Klagenfurt hören sollte.

Laut Auskunft aus dem Büro von Landesrat Gruber waren er und Schuschnig aus »terminlichen Gründen« am Freitag verhindert, es gab jedoch einen Gesprächstermin mit Schuschnig und Vertretern der Bürgerinitiative am vergangenen Samstag, bei dem die Bürger ihre Anliegen persönlich vorbringen konnten.

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